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Hajo Zenker 16.05.2017 08:12 Uhr

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Brandenburger besonders betroffen: Stadt-Land-Gefälle bei Strompreisen

Potsdam (MOZ) Stadt-Land-Gefälle bei den Strompreisen: Bewohner ländlicher Regionen zahlen im bundesdeutschen Durchschnitt zwei Prozent mehr für Strom als Verbraucher in der Stadt. Das hat das Vergleichsportal Verivox ausgerechnet. In Brandenburg ist der Unterschied noch größer.

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Stadt-Land-Gefälle bei den Strompreisen: Bewohner ländlicher Regionen zahlen im bundesdeutschen Durchschnitt zwei Prozent mehr für Strom als Verbraucher in der Stadt.

© dpa

Wer auf dem Land lebt, muss für den Strom besonders viel bezahlen - zumindest, wenn er in Nordostdeutschland wohnt. Das hat eine Auswertung des Internetportals Verivox ergeben. Besonders krass sei der Unterschied in Mecklenburg-Vorpommern: Stadtbewohner bezahlen hier durchschnittlich für einen Jahresverbrauch von 4000 Kilowattstunden 1076 Euro, während auf dem Land 1252 Euro fällig werden - ein Unterschied von über 16 Prozent. Danach folgt bereits Brandenburg, wo der Musterhaushalt 65 Euro und damit sechs Prozent mehr bezahlen muss, wenn er auf dem Land lebt.

Ein Grund für das Stadt-Land-Gefälle sind die unterschiedlichen Netzentgelte, die ein Viertel des Strompreises ausmachen. Da auf dem Land und insbesondere im Osten die Einwohnerdichte gering ist, verteilen sich die Netzkosten auf tendenziell weniger Einwohner, erläutert das Portal. Auch die Herausforderungen der Energiewende spielen eine Rolle: "Windräder oder Solaranlagen werden besonders oft in ländlichen Gebieten gebaut und die Netzkosten werden von den Verbrauchern des örtlichen Verteilnetzes getragen", erklärt Mathias Köster-Niechziol von Verivox.

Generell gelte, dass in den vergangenen zehn Jahren der Strompreis um 50 Prozent gestiegen ist. Der Löwenanteil des Preises entfällt auf Steuern und Abgaben mit rund 57 Prozent. Darin enthalten sind etwa die Stromsteuer, Konzessionsabgaben an Kommunen, die Erneuerbare-Energien-Umlage, aber auch die Mehrwertsteuer. Am teuersten ist Strom laut Verivox für Verbraucher in Brandenburg. Sie mussten Anfang 2017 im Schnitt 1180 Euro für 4000 Kilowattstunden berappen - im Jahresvergleich hat sich Strom in Brandenburg nicht nur um 3,1 Prozent verteuert, sondern die Kluft zum günstigsten Bundesland Bremen wurde größer: Dort werden 1054 Euro fällig, 126 Euro weniger als in Brandenburg. 2016 betrug die Differenz 101 Euro, vor zwei Jahren 73 Euro.

Kein Wunder, dass die Verbraucherzentrale Brandenburg gerade Stromspartipps veröffentlicht hat, obwohl man wisse, dass Energiesparen für viele Menschen "ungefähr so reizvoll wie eine Brennnesseldiät" klinge, so Energieexpertin Marlies Hopf. Aber das haben viele Ostdeutsche offenbar auch so schon beherzigt. Laut dem Portal Check24 verbraucht ein Ost-Vier-Personen-Haushalt im Schnitt 4287 Kilowattstunden, neun Prozent weniger als im Westen (4687). Als Grund gibt Check24 an, dass der Strompreis im Osten im Schnitt um fünf Prozent höher als im Westen sei.

Laut Verivox entscheidet der Wohnort immer stärker darüber, wie viel Elektrizität kostet. Innerhalb der vergangenen zwölf Monate habe sich die Kluft zwischen Ost und West um 50 Prozent vergrößert. Was schlicht heißt: Wer im Osten, gerade auch auf dem Land in Brandenburg, wohnt, bekommt von der Energiewende eine besonders hohe Rechnung ausgestellt.

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