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Schützenhaus-Bauherr Thomas Preis kritisiert Anträge der Neuzeller SPD-Fraktion / Forderung nach schriftlichen Baureferenzen

Investor fühlt sich an den Pranger gestellt

Hubertus Rößler / 20.05.2017, 05:51 Uhr
Streichwitz (MOZ) Der geplante Umbau des ehemaligen Schützenhauses sorgt weiter für Unruhe. Nachdem die Gemeindevertreter vor zwei Wochen den Bebauungsplan für eine Wohn-, Hotel- und Gewerbeanlage beschlossen hatten, verärgern nun drei Anträge der Neuzeller SPD-Fraktion den Investor.

Es wurde heftig diskutiert bei der Sitzung der Neuzeller Gemeindevertreter in der Streichwitzer Dorfgaststätte am Donnerstagabend. Streitpunkt waren drei Anträge der Neuzeller SPD-Fraktion, die den Investor des Schützenhauses kritisch hinterfragen. Im ersten Antrag werden drei bereits realisierte Baureferenzen der Preis Immo AG beziehungsweise von Thomas Preis gefordert, der zweite fragt nach einer Registrierungsurkunde auf Antrag von Fördermitteln für das Projekt. Der dritte Antrag wurde im nichtöffentlichen Teil behandelt, da der Fraktion bei Veröffentlichung des Inhaltes von Seiten des Investors mit einer Unterlassungsklage gedroht wurde.

Christiane Barcikowski von der SPD erklärte, dass man in den vergangenen Wochen zu neuen Erkenntnissen gekommen sei - ohne weitere Details zu nennen. "Abgesehen davon sollte man davon ausgehen, dass das Amt die von uns geforderten Dinge bei einer Investition in der Größenordnung von dreißig Millionen Euro von sich aus prüft. Wir sollten als Gemeindevertreter mehr Sicherheit über den Investor kriegen, um hinterher hoffentlich keinen Schaden für die Gemeinde zu haben", sagte sie.

Unterstützung erhielt sie durch den Gemeindevertreter Sven Budach. "Wir würden aus der Diskussion gerne etwas Emotionalität herausnehmen. Mir persönlich geht es darum, durch die Anträge mehr Vertrauen zwischen der Gemeinde und Herrn Preis aufzubauen", sagte er und betonte gleichzeitig: "Wir wollen keinen falschen Eindruck erwecken, sondern sind alle sehr glücklich, wenn endlich in das verlassene Schützenhaus investiert wird. Daher sind die Anträge völlig unemotional gestellt."

Dies sah Thomas Preis allerdings völlig anders. Der in der Schweiz lebende Investor war mit seiner Frau zu der Sitzung angereist, um die offenen Fragen zu beantworten. "Ich habe nicht mit so etwas gerechnet. Ich bin seit vielen Jahren in der Branche tätig, hatte aber bislang noch nie bei einem meiner Bauvorhaben solche politischen Anträge bekommen. Aber ich habe nichts zu verbergen, daher kann ich gerne einige Referenzobjekte nennen", sagte Preis und zählte anschließend einige seiner Großprojekte auf.

Anschließend wurde er etwas deutlicher: "Ich könnte unzählige Objekte in Deutschland, der Schweiz und Spanien nennen - aber warum muss ich das? Ich fühle mich an den Pranger gestellt." Das Schützenhaus in Neuzelle habe er vor zwei Jahren über ein Auktionshaus erworben. Seitdem sei er immer wieder vor Ort gewesen und habe sein Projekt vorgestellt. "Die größte Hürde ist seitdem, einen Bauplan zu erhalten. Ohne diesen kann ich aber auch keinen Förderantrag stellen, weswegen die zweite Frage für mich völlig irrelevant ist", erklärte der Bauherr.

Dem entgegnete Christiane Barcikowski: "Unsere Anträge sind kein an den Pranger stellen, ich hoffe Sie verstehen das. Aber uns ist anonym im Briefkasten eine Information zugekommen, die wir nun einfach prüfen wollen. Sie müssten doch großes Interesse daran haben, das Misstrauen zu entziehen. Aber das schaffen Sie nicht, wenn Sie einen unserer Anträge über Ihren Anwalt unterbinden lassen."

Am Ende einigte man sich darauf, dass die geforderten Baureferenzen schriftlich eingereicht werden müssen. "Ein Vertrauensverhältnis ist wichtig, daher sollten die im Raum stehenden Fragen geklärt werden", sagte Bürgermeister Dietmar Baesler, der sich zuvor erneut für das geplante Bauprojekt am Neuzeller Ortseingang stark gemacht hatte. Thomas Preis bleibt optimistisch, dass er in den nächsten Wochen die Baueingabe bekommt. "Und dann hoffe ich, dass wir noch in diesem Jahr den Rohbau fertigstellen können", erklärte der Investor.

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