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Senvion-Werk stellt letzte Anlage fertig

Abschiedsgruß: Für einige Stunden steht das Maschinenhaus am Donnerstagabend vor den Toren des Senvion-Werks bereit. Es ist das letzte, das in Trampe fertiggestellt wird.
Abschiedsgruß: Für einige Stunden steht das Maschinenhaus am Donnerstagabend vor den Toren des Senvion-Werks bereit. Es ist das letzte, das in Trampe fertiggestellt wird. © Foto: MOZ/Thomas Burckhardt
Simon Rayß / 20.05.2017, 06:45 Uhr - Aktualisiert 20.05.2017, 18:05
Trampe (MOZ) Die Zeit fürs Tramper Senvion-Werk läuft ab. Nun ist dort das letzte Maschinenhaus für ein Windrad fertig geworden. Am Donnerstagabend steht es gut verpackt vor den Werkstoren, bis es der Lkw einer Spedition nach einigen Stunden abholt. Auf der Seite des gewaltigen weißen Pakets haben die Mitarbeiter des Herstellers von Windenergie-Anlagen in großen Lettern geschrieben: "Die Letzte - Senvion † 2017".

Auch die Zeit der Belegschaft läuft ab. Bis zum 1. Juni trifft sie sich noch zur Frühschicht, im Anschluss sind die Mitarbeiter bezahlt freigestellt, wie der Betriebsratsvorsitzende Thomas Rex am Freitag erklärt. "Wir wollen uns danach wöchentlich oder zumindest 14-tägig treffen, um Informationen zu verbreiten." Ihre Kündigung haben sie noch nicht bekommen. Dafür müssen erst die Verhandlungen für einen Sozialplan durchgeführt werden. "Wir sind noch immer in der Informationsphase", erklärt Rex.

Es steht viel auf dem Spiel: 120 Mitarbeiter zählt das Werk, die vor einer ungewissen Zukunft stehen. Die 60 Beschäftigten im dazugehörigen Service-Standort in Eberswalde sollen hingegen ein Übernahmeangebot bekommen. Ähnliches hat Unternehmenssprecher Immo von Fallois vor Kurzem für die Tramper Kollegen in Aussicht gestellt.

Thomas Rex hat jedoch nicht das Gefühl, dass Senvion zu Zugeständnissen bereit ist. "Wir führen schon Gespräche, Verhandlungen aber definitiv nicht", sagt er. Die Situation sei momentan ganz schön unbefriedigend. "Wir sind noch keinen Schritt weitergekommen."

Erfreulicher ist seiner Meinung nach das Engagement von Brandenburgs Wirtschaftsminister Albrecht Gerber (SPD) und der Wirtschaftsförderungsgesellschaft. "Ich bin total begeistert, was da im Hintergrund für Aktivitäten laufen", erklärt Rex. Auch der Betriebsrat bemüht sich parallel um eine Zukunft für den Standort und die Mitarbeiter - für den Fall, dass die Gespräche mit Senvion tatsächlich scheitern. "Wir haben verschiedene Sachen angeschoben", berichtet Thomas Rex.

Er zeigt sich beeindruckt von der Standfestigkeit seiner Kollegen. "Ich bin verwundert, wie die Stimmung immer noch ist", sagt Rex. "Es herrscht Galgenhumor."

Der Beitrag wurde am 20.5. korrigiert. Die Mitarbeiter sind nicht unbezahlt, sondern bezahlt freigestellt.

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