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Sabine Rakitin 20.05.2017 08:00 Uhr
Red. Bernau, bernau-red@moz.de

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Fliederstraße ächzt unter Verkehr

Bernau (MOZ) Hoch her ging es am Donnerstag in der Stadtverordnetenversammlung. Die Änderung der Verkehrsführung in der Rosenstraße ist für viele Stadtverordnete und Anwohner des Blumenhag-Viertels ein einziger "Schildbürgerstreich".

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Linke-Fraktionschefin Dagmar Enkelmann bediente am Donnerstag alle Klischees, die Bürgermeister André Stahl (Linke)zuvor beschrieben hatte. "Beim Thema Verkehr denkt jeder, dass er Ahnung hat", sagte das Stadtoberhaupt ironisch. Verkehrsregeln würden solange für gut befunden, wie sie vor der Haustür der anderen stattfänden. Sei man hingegen selbst betroffen, werde eine ganz andere Messlatte bei der Bewertung bestimmter Maßnahmen angesetzt, hat Stahl beobachtet.

Doch Dagmar Enkelmann schreckte seine Einschätzung nicht. "Was da passiert ist, ist ein Schildbürgerstreich", wetterte die Chefin der Linken. Blumig beschrieb sie, die Anwohnerin aus dem Blumenhag, dass ihr der gewohnte Weg durch die Rosen- zur Heinersdorfer Straße seit fünf Wochen versperrt sei, sie deshalb die Fliederstraße nehmen müsse, die für Durchgangsverkehr überhaupt nicht geeignet ist. Mit der verkehrsrechtlichen Anordnung, die Rosenstraße zu einer so genannten unechten Einbahnstraße umzuwidmen, wäre die Belastung für die Anwohner zwar eliminiert worden. Zugleich würden deren Nachbarn in der Fliederstraße aber zusätzlich belastet, kritisierte sie. "Es reicht eben nicht, kleine Eingriffe in den Straßenverkehr zu machen, ohne darüber nachzudenken, welche Konsequenzen das hat", bemerkte Detlef Maleuda, Fraktionschef des Bündnis für Bernau. Der Unabhängige Thomas Strese stellte ironisch fest: "Wir machen in Bernau immer den zweiten Schritt vor dem ersten". Und Othmar Nickel (CDU) forderte "ein vernünftiges Verkehrskonzept für den ganzen Bereich Blumenhag". Ein Einbahnstraßensystem würde das Problem der Verkehrsbelastung verteilen, glaubt er.

In der späteren Einwohnerfragestunde meldeten sich zudem mehrere Anwohner der Fliederstraße zu Wort. "Wir möchten für den ganzen Blumenhag ein vernünftiges Verkehrskonzept haben", bekräftigte beispielsweise René Barthel die Forderung des CDU-Fraktionsvorsitzenden. "So geht es nicht weiter - dass die einen an der Straße Kaffee trinken können und die anderen mit ihrem Auto nicht mehr vom Grundstück runterkommen", regte er sich auf.

Schließlich erläuterte Bürgermeister Stahl den Kritikern noch einmal, dass der Antrag der Stadt ursprünglich vorgesehen habe, die Rosenstraße, die Fliederstraße und die Maßliebchenstraße zu "unechten" Einbahnstraßen zu machen. Doch bei einem Vor-Ort-Termin hätten Untere Straßenverkehrsbehörde und Polizei dazu geraten, erst einmal die "mildeste" Maßnahme auszuprobieren. Deshalb sei die Beschilderung lediglich in der Rosenstraße geändert worden, erzählte er.

Die Maßnahme habe sofort Wirkung gezeigt, berichtete Stahl. Bevor die Rosenstraße zur unechten Einbahnstraße wurde, wären bei Verkehrsmessungen 1300 Fahrzeuge pro Tag in der Anliegerstraße gezählt worden. Jetzt seien es nur noch 250 Fahrzeuge pro Tag. In der Fliederstraße wiederum wurden vor der Maßnahme 250 Fahrzeuge täglich gezählt - jetzt, seitdem die Rosenstraße dicht sei - 700 Fahrzeuge pro Tag. "Das heißt, dass der Fahrzeugverkehr aus der Rosenstraße nur teilweise verlagert wurde", schlussfolgerte der Bürgermeister.

Er kündigte im Juni erneute Messungen an und die Erweiterung der "unechten Einbahnstraßen"-Regelung auf die Fliederstraße. "Vorausgesetzt, es fahren täglich mindestens 500 Fahrzeuge durch", schränkte Stahl allerdings ein. Würden es unter 500 Fahrzeuge sein, käme die Regelung nicht zustande. Das habe mit dem Status der Anliegerstraße zu tun. Unter 500 Kraftfahrzeuge am Tag seien für eine Anliegerstraße normal.

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