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Jürgen Liebezeit 20.05.2017 09:54 Uhr
Red. Oranienburg, lokales@oranienburger-generalanzeiger.de

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Kritik an historischen Halunken von Borgsdorf

Borgsdorf (OGA) Genau 600 Jahre nach dem Tod des Raubritters Dietrich von Quitzow hat die Hohen Neuendorfer Stadtverwaltung vorgeschlagen, eine kurze Straße in Borgsdorf nach ihm zu benennen. Doch vielen Stadtverordneten missfällt die Idee. Jetzt wird im Fachausschuss über Alternativen nachgedacht.

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Halunken gab es auch früher schon in Borgsdorf.

© MZV

Die Bezeichnung "Am Quitzowsteig" beruhe auf historischen Quellen, nach denen sich der Raubritter Dietrich von Quitzow auf der Flucht vor Feinden in dieser Gegend aufgehalten habe, heißt es in der Beschlussbegründung des Bauamtes. Es soll auch schon einen Pfad in Borgsdorf gegeben haben, der "Quitzowsteig" genannt wurde. Allerdings gibt es weder ein Schild noch Aufzeichnungen dazu. "Wo genau der "Quitzowsteig' verlief, ist nicht überliefert", sagte Bauamtsleiter Michael Oleck am Donnerstagabend auf der Stadtverordnetenversammlung.

Doch einige Stadtverordneten hatten sich auf den Abend gut vorbereitet. "Ein Mensch, der plündernd und mordend durch die Gegend zog, sollte nicht mit einem Straßennamen gewürdigt werden", kritisierte Hans-Joachim Guretzki (Stadtverein) den Vorschlag. Er hatte im Internet recherchiert, was das überhaupt für eine Person sei (siehe Hintegrund). Der Borgsdorfer Stephan Hohl (SPD) konnte sich mit Quitzow ebenfalls nicht anfreunden. "Da gibt es geeignetere Vorschläge." Er schlug vor, die Namenssuche im Stadtentwicklungsausschuss zu beraten. Dem folgten die Stadtverordneten mehrheitlich. Die Anregung an die Verwaltung, neue Vorschläge zu machen, lehnte Oleck aber ab. "Das ist ein politisches Schlachtfeld", begründete er seine Zurückhaltung. Der Verwaltung gehe es lediglich darum, den Anliegern eine konkrete Anschrift zu geben, damit zum Beispiel im Notfall auch der Rettungswagen das richtige Haus anfahre. Derzeit ist die kurze Straße, die im Ortsteil Venedig von der Hauptstraße abzweigt, postalisch auch der Hauptstraße zugeordnet. Er sei bei der Benennung "komplett leidenschaftslos". Er erwarte jetzt kreative Vorschläge.

Da ließen sich die Stadtverordneten nicht lange bitten. Christian Erhardt-Maciejewski (FDP) schlug Hans-Dietrich-Genscher vor. Thomas von Gizycki (Bündnisgrüne) nahm die Anregung von Inka Gossmann-Reetz (SPD) auf, die Straße nach Anneliese Linde zu benennen. "Frau-Linde-Steig" wäre schön. Anneliese Linde hat sich lebenslang für ihr Borgsdorf - besonders für den Naturschutz - eingesetzt. Sie starb am 16. Februar 2016 im Alter von 92 Jahren.

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