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20.05.2017 15:48 Uhr

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Libyens Armee: Mehr als 140 Tote bei Angriff auf Luftwaffenbasis

Tripolis (DPA) Ein Treffen Anfang Mai zwischen den wichtigsten Kontrahenten im libyschen Bürgerkrieg hatte Hoffnung auf einen Frieden geweckt. Doch die Gewalt in dem nordafrikanischen Land geht immer weiter.

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Bei einem Angriff bewaffneter Milizen auf eine Luftwaffenbasis im Süden des Bürgerkriegslandes Libyen sollen Dutzende Menschen getötet worden sein. Ein Sprecher der Libyschen Nationalen Armee (LNA), Ahmed al-Mismari, sprach am Freitagabend von 141 Toten. Bei den Opfern handele es sich um Soldaten und Zivilisten. Einige seien mit Kopfschüssen getötet, meldeten lokale Quellen. Eine unabhängige Bestätigung für die Angaben gab es zunächst nicht.

Ein Sprecher der EU-Außenbeauftragten Federica Mogherini zeigte sich angesichts der Entwicklung besorgt und rief alle Seiten zur Zurückhaltung auf. Sie sollten eine weitere Eskalation vermeiden. Auch der UN-Libyenbeauftragte Martin Kobler hatte zuvor an die Konfliktparteien appelliert, sie sollten nicht die intensiven Bemühungen untergraben, einen Frieden für das Land zu finden.

Die genauen Hintergründe des Angriffs auf die Luftwaffenbasis Brak al-Schati am Donnerstag sind unklar. Bei den getöteten Soldaten handelte es sich um Truppen unter dem Kommando des einflussreichen Generals Chalifa Haftar. Er steht in einem Machtkampf mit der international anerkannten Regierung von Ministerpräsident Fajis al-Sarradsch, die in der Hauptstadt Tripolis sitzt.

Armeesprecher Al-Mismari machte Al-Sarradsch für den Angriff verantwortlich. Auch andere Haftar-treue Kräfte erklärten, hinter dem Angriff stünden Al-Sarradschs Einheitsregierung und mit ihr verbündete islamistische Milizen. Der Präsidentschaftsrat in Tripolis setzte eine Kommission ein, die den Vorfall untersuchen soll.

In dem nordafrikanischen Bürgerkriegsland herrscht seit dem Sturz von Langzeitherrscher Muammar al-Gaddafi im Jahr 2011 Chaos. Drei Regierungen und zahlreiche Milizen kämpfen um die Macht. Haftar und Al-Sarradsch gehören dabei zu den wichtigsten Konkurrenten. Ein Treffen der beiden Kontrahenten Anfang des Monats in Abu Dhabi hatte Hoffnungen auf einen Durchbruch auf dem Weg zu einem Frieden geweckt.

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