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20.05.2017 18:10 Uhr

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Hertha rutscht ab

Berlin (DPA) Hertha BSC und seine letzten Saison-Heimspiele sind um ein weiteres unerfreuliches Kapitel reicher. Durch das 2:6 gegen Bayer Leverkusen vor 55 617 Zuschauern im Berliner Olympiastadion rutschte die Mannschaft noch auf den 6. Tabellenplatz ab. Das Team von Trainer Pal Dardai muss nun hoffen, dass Borussia Dortmund den DFB-Pokal in einer Woche gegen Eintracht Frankfurt gewinnt, um sich direkt für die Europa League zu qualifizieren. Leverkusen gab dagegen dem Rivalen 1. FC Köln (2:0 gegen Mainz) Schützenhilfe, der an Hertha vorbei auf Rang 5 kletterte.

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Kai Havertz (l) trifft zum 3:0 gegen Hertha BSC.

© Soeren Stache/dpa

Im vergangenen Jahr verspielte Hertha BSC durch ein 1:2 gegen Darmstadtdie direkte Europa-League-Qualifikation, 2009 war es mal die Champions-League-Teilnahme durch ein 0:0 gegen Schalke 04. Nun also ein 2:6 gegenLeverkusen. Dabei ging es für Rheinländer mach den erreichte Klassenerhalt um nichts mehr – nur für Hertha. Das Teambrauchte gegen Bayer mindestens einen Punkt, um sich sicher für die Europa League zu qualifizieren.„Es ist wunderbar, dass wir alles in unserer Hand haben. Aber wir werden gegen Leverkusen einen richtig guten Tag brauchen", sagt Coach Pal Dardai. Der Ungar, der mit Mitchell Weiser und John Anthony Brooks für Niklas Stark und Genki Haraguchi zwei neue Spieler im Vergleich zum 2:0 in Darmstadt in die Startelf beorderte, sollte Recht behalten, denn wunderbar war am Sonnabend nichts aus Sicht der Hertha-Fans.

Die Leverkusener, die gegen Hertha in 41 Bundesliga-Spielen zuvor nur neunmal verloren hatten, erwischten den besseren Start. Die erste Chance ist gleich drin! Julian Brandt leitete den Ball zu Chicharito weiter. Der Mexikaner schüttelt Neu-Nationalspieler Marvin Plattenhardt und Brooks ab, trifft erst den rechten Pfosten und verwertet dann den Abpraller zum 1:0 (5.).

Immerhin zeigten sich die Berliner, bei denen Vedad Ibisevic und Salomon Kalou wie schon in Darmstadt eine Doppelspitze bildeten,kaum getroffen vom Rückstand.Allerdings vergab Weiser vier Minuten nach dem Gegentor die große Chance zum Ausgleich, als er aus elf Metern freistehend den Ball neben den rechten Pfosten des Leverkusener Tores setzte. Und der Mittelfeldspieler hatte auch die zweite große Gelegenheit für sein Team. Aber sein Kopfball nach Flanken von Plattenhardt ging knapp links am Tor vorbei (24.).

Gleichwohl ging die Führung für die Rheinländer zu diesem Zeitpunkt in Ordnung, denn das Team von Trainer Tayfun Korkmaz, der sein letztes Spiel auf der Bayer-Bank absolvierte, präsentierte die bessere Spielanlage. Auch 6.0-Ecken nach 30 Minuten waren ein Beleg für das individuell stärkere Angriffsspiel. Als größten Unterschied zwischen beiden Teams erwis sich aber die Effizienz vor dem Tor. Hertha vergab zwei klare Chance, Bayer machte auch die nächsten rein. Beide Male traf Kai Havertz. Erst legte Chicharito mit der Hacke auf und der gerade 18-Jährige schlenzte den Ball neben den linken Pfosten ins Tor (30.). Dann verwertete er nach einem schlimmen Fehler von Brooks und Zuspiel von Brandt aus elf Metern zum 0:3-Pausenstand. Pfiffe der sonst so treuen Hertha-Fans bleiben da nicht mehr aus.

Berlins Trainer Pal Dardai zog die Konsequenzen aus seinem fehlerhaften Coaching. Der taktisch und spielerisch völlig überforderte Allan wurde durch den eigentlich von Beginn an auf der Sechser-Position neben Vladimir Darida erwarteten Per Skjelbred ersetzt. Und Brooks kassierte die Höchststrafe für seinen völlig missratenen Tunnelversuch vor dem 0:3 und musste Sebastian Langkamp weichen.

Immerhin – die Hertha versuchte zu Beginn der Hälfte den Rückstand zu verkürzen. Nur die Chancenverwertung blieb schwach wie im ersten Abschnitt. Kalou köpfte knapp vorbei (47.) und Ibisevic, der nach einer Gelben Karte im ersten Abschnitt am Platzverweis wandelte, scheiterte allein vor Torwart Bernd Leno (54.). Dann aber war das Strohfeuer verpufft. Die leichtfüßigen Bayer-Profis düpierten die schwerfälligen Berliner Defensivkräfte mehrfach. Der überragende Havertz scheiterte noch an Rune Jarstein im Tor der Platzherren. Aber als Darida im eigenen Strafraum Aranguiz wegrückte pfiff Schiedsrichter Deniz Aytekin, Elfmeter. Kießling verwandelte zum 0:4 (64.). Dass Weiser in der 71. Minute doch noch ein Treffer gelang, als er den Ball im dritten Versuch ins Tor stocherte, machte das enttäuschte Resultat für die Hertha nicht erträglicher

In der Schlussphase setzte sich dann noch einmal Aytekin in Szene, der nächste Woche auch das Pokal-Endspiel leitet, und gab zwei Elfmeter. Erst verwandelte Aranguiz nach einem Foul von Torunarigha an Bailey auch den zweiten Elfmeter für die Gäste, dann durfte der eingewechselte Sami Allagui, der vor der Partie verabschiedet wurde, verkürzen ehe Bayer-Joker Joel Pohjanpalozum 2:6-Endstand traf.

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