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Der Beeskower Hobby-Sprayer Steffen Jäkel hat schon an mehreren Gebäuden seine Spuren hinterlassen

Kunst an der Wand

Lebt seine kreative Seite aus: Steffen Jäkel, hier vor seinem Bild auf der Spreeinsel, arbeitet in der Verwaltung.
Lebt seine kreative Seite aus: Steffen Jäkel, hier vor seinem Bild auf der Spreeinsel, arbeitet in der Verwaltung. © Foto: MOZ
Ruth Buder / 20.05.2017, 19:39 Uhr
Beeskow (MOZ) Alle sehen das große Wandbild an einem Wohnblock Am Graben, aber kaum jemand kennt den Künstler, der es geschaffen hat: Steffen Jäkel aus Beeskow.

Den Auftrag, die Wand zu bemalen, hat die Wohnungs-und Verwaltungswirtschaft b.w.v. erteilt. Steffen Jäkel hatte einige Entwürfe vorgelegt, geeinigt hatte man sich schließlich nach einer Mieterbefragung auf etwas Neutrales: Bäume. Keine realistischen Abbilder, sondern ab-strakte Darstellungen in kräftigen Farben. "Es ist unsere Antwort auf die vielen Graffiti-Schmierereien an unseren Hauswänden, sozusagen unsere freundliche Gegenmaßnahme", sagt b.w.v.-Geschäftsführerin Virgina Teichert. Weitere Malereien sind vorerst nicht geplant: "Wir wollen erst einmal testen, wie es angenommen wird.

Es ist nicht die erste Wand, auf der Steffen Jäkel seine Handschrift hinterlassen hat. An einer privaten Hauswand in Kohlsdorf wünschte sich ein Eisenbahner-Freak eine Dampflok vom Typ 18201, die Durchfahrende bewundern können. Auf der Spreeinsel in Beeskow, am Gebäude der Fitness-Insel, hat Betreiber André Rädel den Auftrag für ein Wandbild, man nennt es unter Fachleuten auch Mural, erteilt. Auch hier hatten vor einigen Monaten Graffiti-Schmierer nichts als Ärger hinterlassen.

Jäkels fünfgeteiltes Bild passt sich dem "Inhalt" an und zeigt mit witzigen Comics die Geschichte des Fitness, die ja schon in der Steinzeit begann und über die Trimm-Dich-Phase der 1970-er Jahre bis ins Heute reicht. "Wenn ich einen Auftrag bekomme, überlege ich lange, wie ich eine Idee umsetzen kann." Schon immer, so erzählt der 35-Jährige, habe er gern gemalt, sich für Schriften und Formen der Kommunikation interessiert. Anfangs habe er auch überlegt, beruflich als Künstler zu arbeiten, aber es sei dann anders gekommen. Jetzt ist er im Jobcenter in Berlin tätig, fährt jeden Tag in die Hauptstadt, denn er ist vor drei Jahren mit Frau und Töchtern Töchtern ins ruhigere Beeskow gezogen.

Skizzen für seine Auftraggeber macht Jäkel nur, wenn es gewünscht werde, ansonsten habe er seine Vorstellungen im Kopf und lege sofort auf dem Wandputz mit seinen Sprayflaschen los. Für die Bäume am b.w.v.-Block hat er etwa zwei Tage gebraucht, für das Wandbild auf der Spreeinsel vier Tage.

Der nächste Auftrag ist schon in Sicht: "Im Sommer werde ich im Auftrag der Stadt eine Fassade in der Kita Kiefernzwerge gestalten", berichtet Jäkel und freut sich, dass er seine Leidenschaft ausleben und noch etwas hinzu verdienen kann. Ob es jedem gefällt, war er auf die Wände projiziert? "Das ist bei Kunst so, dass es dem einen mehr, dem anderen weniger gefällt."

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