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Boxerclub richtet sich in Velten ein

Schon früh auf den Hund gekommen: Früher züchtete Charlotte Falk selbst Boxer. Inzwischen kümmert sie sich um ihre Frida.
Schon früh auf den Hund gekommen: Früher züchtete Charlotte Falk selbst Boxer. Inzwischen kümmert sie sich um ihre Frida. © Foto: MZV
Antje Jusepeitis / 27.05.2017, 08:00 Uhr
Velten (HGA) Der Boxerclub Berlin-Nord/Velten baut seit Ende April sein neues Vereinsheim an der Straße zwischen Velten und dem Kreisverkehr Bärenklau/Leegebruch. Die fünf Container sollen überdacht und verkleidet werden. Seit einer Woche umreißt der Zaun das rund 7 000 Quadratmeter große Grundstück.

"Das sieht räudig aus", beschweren sich Mitglieder der Facebookgruppe der Gemeinde Leegebruch. Sie stören sich am Anblick der blau-weißen und gelben Container, die seit einiger Zeit auf dem Feld an der Straße rechts vom Ortsausgang Velten in Richtung Leegebruch stehen. Einer von ihnen ist sogar verbeult, da er bei der Anlieferung vom Hänger rutschte und nun an eine Schrottsammlung erinnert.

Die Blechhütten sind jedoch keine illegale Ablagerung oder Teil einer Containersiedlung. Vielmehr dienen sie dem Boxerklub Berlin-Nord/Velten demnächst als Vereinsheim. "Wir haben im Herbst des vergangenen Jahres die Baugenehmigung dafür erhalten. Das Grundstück gehört uns schon seit ein paar Jahren. Mit dem Bauern, der Stadt und der Unteren Naturschutzbehörde ist alles abgesprochen", versichert Angela Weiß. Als Vorsitzende des gemeinnützigen Boxerklubs liegt ihr daran, die Vorurteile gegenüber dem entstehenden Vereinsheim zu entkräften: "Nichts ist illegal und wir haben schon einige Pflanzen für die geforderten Hecken gesetzt. Der Zaun wird von innen und außen mit Büschen umgeben sein, 1 440 Meter Hecke sind vorgeschrieben. Außerdem werden wir Bäume auf dem Areal pflanzen, Weiden, Buchen Ahorn beispielsweise". Sechs Flutlichtmasten entstehen außerdem und der zerbeulte Blechkasten werde ausgetauscht.

Fünf Container dürfen die Hundesportfreunde errichten, plus Sanitärtrakt und Unterstellhütte. "Sie werden überdacht, gestrichen und sollen umbaut werden. Aber wir leisten ja alles ehrenamtlich und müssen die Kosten für die ganze Sache aufbringen. Deshalb dauert es", erklärt Ausbildungswart Lothar Schilling.

Er verbrachte den vorvergangenen Freitag von 10 bis 22 Uhr und auch den ganzen Sonnabend auf dem Vereinsgelände, um einen Zaun zu ziehen. Seit einer Woche steht dieser - dank des Arbeitseinsatzes der Vereinsmitglieder. Unter ihnen Achim Weiß. Er wohnt mit seiner Frau Bärbel, der zweiten Vereinsvorsitzenden, und Tochter Christine gleich um die Ecke am Ortsausgang Velten. Gemeinsam verbringen sie viel Zeit mit ihren Boxerjungen Tyson und Enno, die sie liebevoll Knutschkugeln nennen. Enno fehlt noch ein wenig Erziehung. Deshalb nimmt Ausbilder Schilling ihn an die kurze Leine. "Boxer sind Gebrauchshunde. Wir bilden sie aus als Begleithunde für den sogenannten Hundeführerschein oder als Fährtenhunde. Deutsche Boxer stehen nicht auf der Kampfhundeliste", betont Lothar Schilling und erzählt, dass Boxer auch im Polizei oder Militärdienst eingesetzt werden.

Was einen guten Boxer auszeichnet, weiß Charlotte Falk. Die 83-Jährige aus Berlin Tegel züchtete viele Jahre Boxer. Ihre erste Hündin 1962 hieß Netti. Zusammen mit der Hündin und ihrem Lebensgefährten Gerd Werchau hilft sie ebenfalls beim Zaunbau, ist zudem regelmäßig auf dem Übungsplatz, der aktuell noch zwischen Berlin-Buch und Pankow liegt.

Dorthin, kommt ebenso wie nach Velten, auch Claudia Rohwald seit mehr als zehn Jahren. Dabei besitzt sie überhaupt keinen Boxer. Owen und Uno sind schwarze, sehr bewegungsfreudige Mittelschnauzer. "Unser Verein ist auch für Nichtmitglieder und Besitzer anderer Hunderassen offen. Boxer sind gesellig, gelten inzwischen als Familienhunde und sie bellen selten", sagt Bärbel Weiß. Sie lädt Skeptiker und Interessierte ein, mit ihr und ihren Vereinsmitgliedern in Kontakt zu treten, sich kennenzulernen, vielleicht zu helfen. Der neue Zaun muss gespannt werden. Die Boxerklub-Freunde setzen auf eine gute Nachbarschaft. Das haben die Schwalben schon erkannt und nisten an einem der Container.

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