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Zoff um den Regionalexpress 1

Regionalexpress trifft Andreaskreuz
Regionalexpress trifft Andreaskreuz © Foto: dpa
Ulrich Thiessen / 14.06.2017, 07:03 Uhr - Aktualisiert 14.06.2017, 07:38
Potsdam (MOZ) Das Verkehrsministerium in Potsdam will bis Ende 2017 einen Großteil des Regionalbahnnetzes ausschreiben. Von den angestrebten Verbesserungen sind zwei Städte ausgeschlossen: Frankfurt und Brandenburg.

Nach den Plänen von Verkehrsministerin Kathrin Schneider (SPD) soll auf der Strecke des RE1 künftig mehr Züge fahren. Allerdings nicht auf der gesamten Strecke zwischen Frankfurt (Oder) und Brandenburg an der Havel, sondern nur von Fürstenwalde (Oder-Spree) bis Werder (Potsdam-Mittelmark). Bislang sind dort zwei Züge pro Stunde unterwegs. Auf der "verkürzten Strecke" sollen es dann drei Bahnen sein. Nach Angaben des Ministeriums hätten die beiden kreisfreien Städte keine bessere Zuganbindung zu erwarten.

Die Ausschreibung für das Elbe-Spree-Netz soll Ende des Jahres starten. Der Zuschlag wird 2018 erteilt. Vier Jahre später tritt die Neubestellung der zusätzlichen Züge in Kraft. Christfried Tschepe, Fachbereichsleiter Stadtentwicklung in Fürstenwalde, begrüßt am Dienstag die Pläne des Landes. Seine Stadt verzeichne seit 2012 einen stetigen Bevölkerungszuwachs und werde zunehmend für Berliner interessant. Mit der Taktverdichtung werde sich der Trend verstärken. Innerhalb von zehn Jahre könne Fürstenwalde so von rund 33 000 auf mindestens 35 000 Einwohner wachsen.

Im Rathaus von Brandenburg ist dagegen die Empörung groß. Oberbürgermeisterin Dietlind Tiemann (CDU) werde es nicht hinnehmen, dass die beiden Oberzentren abgekoppelt werden, sagte ein Sprecher. Ein Brief an die Ministerin werde folgen. Zumal der Hochschulstandort täglich Tausende Pendler anziehe.

"Wenn wir die Wirkung Berlins für das gesamte Land nutzen möchten, dann muss die Verdichtung der Takte für die gesamte Länge des RE1 gelten", erklärte Frankfurts Oberbürgermeister Martin Wilke (parteilos) am Dienstag. Seine Stadt sei nicht nur Arbeitsort, sondern wird auch als Wohnort für Berliner attraktiver. Der Frankfurter Landtagsabgeordnete René Wilke (Linke) forderte Nachbesserungen ein. Es sei absurd, wenn die Verbesserungen ausgerechnet vor den großen Städten halt machen.

Der Fahrgastverband Pro Bahn verweist darauf, dass die Fahrgastzahlen um jährlich fünf Prozent steigen. Schon jetzt seien gerade im RE1 Pendler zum Stehen gezwungen. "Das Land Brandenburg bestellt seit Jahren zu wenig Verkehr auf den Linien und gibt das entsprechende Bundesgeld anderweitig aus", erklärte Vereinssprecher Hans Leister. Frankfurt und Brandenburg brauchen seiner Meinung nach zwei Expresslinien pro Stunde ohne Zwischenhalt nach Berlin und eine zusätzliche Regionalbahn. Das sieht auch das Verkehrskonzept vor, dass die CDU vorlegte. (Kommentar Seite 2)

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Matthias Zwerschke 16.06.2017 - 14:47:56

Wo sollen die neuen Züge fahren?

Egal ob die Züge von Frankfurt (Oder) bis Magdeburg fahren oder verkürzt frage ich mich wo diese zusätzljchen Züge fahren sollen. Auf der Strecke liegen nur zwei Gleise. Diese teilen sich der Regionalverkehr, der Fernverkehr und der Güterverkehr. Wird ein Gleis teilweise gesperrt mutiert der heutige Fahrplan schon zur Makulatur - wie gerade zwischen Köpenick und Erkner. 2022 sind die Bauarbeiten abgeschlossen, denkt die Politik. Eisenbahner wissen, wenn man in Köpenick fertig ist fängt man in Frankfurt (Oder) wieder an. Die Güterverkehre gen Osten werden steigen und die Fernverkehre wohl auch. Auf der Autobahn baut man nun eine dritte Spur - viel zu spät aber man baut! Von einer zusätzlichen Eisenbahntrasse habe ich noch nichts gehört. Die Kapazitätsgrenze auf der Schiene nach Frankfurt (Oder) ist jetzt schon fast erreicht. Auch ETCS wird keine dichtere Zugfolge ermöglichen. Die Unternehmen im Regionalverkehr haben jetzt schon Probleme genügend Züge auf die Schiene zu stellen. Störungen im Wagenpark und fehlende Lokführer führen heute schon immer öfter zu Ausfällen vor allem bei den Mitbewerbern der DB-AG. Aber alles wird besser und Zitronenfalter falten Zitronen!

Matthias Zwerschke 16.06.2017 - 14:47:32

Wo sollen die neuen Züge fahren?

Egal ob die Züge von Frankfurt (Oder) bis Magdeburg fahren oder verkürzt frage ich mich wo diese zusätzljchen Züge fahren sollen. Auf der Strecke liegen nur zwei Gleise. Diese teilen sich der Regionalverkehr, der Fernverkehr und der Güterverkehr. Wird ein Gleis teilweise gesperrt mutiert der heutige Fahrplan schon zur Makulatur - wie gerade zwischen Köpenick und Erkner. 2022 sind die Bauarbeiten abgeschlossen, denkt die Politik. Eisenbahner wissen, wenn man in Köpenick fertig ist fängt man in Frankfurt (Oder) wieder an. Die Güterverkehre gen Osten werden steigen und die Fernverkehre wohl auch. Auf der Autobahn baut man nun eine dritte Spur - viel zu spät aber man baut! Von einer zusätzlichen Eisenbahntrasse habe ich noch nichts gehört. Die Kapazitätsgrenze auf der Schiene nach Frankfurt (Oder) ist jetzt schon fast erreicht. Auch ETCS wird keine dichtere Zugfolge ermöglichen. Die Unternehmen im Regionalverkehr haben jetzt schon Probleme genügend Züge auf die Schiene zu stellen. Störungen im Wagenpark und fehlende Lokführer führen heute schon immer öfter zu Ausfällen vor allem bei den Mitbewerbern der DB-AG. Aber alles wird besser und Zitronenfalter falten Zitronen!

Friedrich Wilhelm 14.06.2017 - 09:14:45

Frankfurt hat doch nun 2 Anbindungen pro Stunde

Das reicht für die Anbindung dieser Stadt aus. Sich abgehängt zu fühlen, statt die Rahmenbedingungen zu erkennen und anzuerkennen ist einfach eine unrealistische Geisteshaltung sowohl hier als auch in Brandenburg an der Havel. Wer meint, dass die Welt um ihn zu kreisen habe, wird irgendwann feststellen, dass dem nicht so ist, so sehr er sich das auch wünschen mag. Das Land möge für die Kosten und die Erhaltung der Kultur in Brandenburg einstehen. Züge hat diese Stadt schon genug. Das was das Land an Kosten erspart, weil es keine Leerzüge von Frankfurt nach Fürstenwalde fahren lässt, möge es zusätlich den Frankfurter Kultureinrichtungen zur Verfügung stellen. Das Land kann sein Geld nicht zweimal ausgeben. Aber für Frankfurt muß auch einmal Geld da sein. Nicht für leere Züge, sondern für die Kultur.

Norbert Wesenberg 14.06.2017 - 08:37:58

Neues aus dem Potsdamer Tollhaus

Mit Verlaub, aber bei den neuesten Plänen zur Verbesserung der Verkehrsanbindungen, speziell des RE 1, fragt man sich, ob man im Potsdamer Verkehrsministerium noch alle Tassen im Schrank hat. Da werden einfach mir nichts dir nichts ganze Regionen östlich und westlich von Potsdam einfach in ihrer Entwicklung abgehängt. Das betrifft dann auch speziell die noch kreisfreien Städte Brandenburg an der Havel und Frankfurt (Oder). In letzt genannter Stadt sollte man dann auch nicht vergessen dem Staatsorchester und der Europa Uni Viadrina das Licht aus zu blasen. Vielleicht ist das Ganze ja auch nur als Retourkutsche für deren Widerstand gegen die Einkreisung zu betrachten.

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