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Daniela Windolff 20.06.2017 06:00 Uhr
Red. Uckermark, schwedt-red@moz.de

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Im Halbstundentakt nach Berlin

Angermünde (MOZ) Kürzere Taktzeiten, längere Züge und neue Strecken, so will die Brandenburger Landesregierung mit dem neuen Landesnahverkehrsplan die Mobilität in der Hauptstadtregion Berlin-Brandenburg verbessern. Angermünde als Knotenpunkt wird profitieren, der ländliche Raum weniger.

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Im Dialog: Infrastrukturministerin Kathrin Schneider diskutierte im Angermünder Rathaus mit Kommunalvertretern und Verbänden über neue Nahverkehrskonzepte auf der Schiene

© MOZ

Berlin rückt näher. Künftig sollen Züge des Regionalverkehrs im 30-Minutentakt Angermünde mit der Hauptstadt verbinden. Und umgekehrt. Die Planungsstrategen des Landes Brandenburg schnallen bereits den Speckgürtel um Berlin weiter und sprechen von der zweiten Reihe. Eberswalde ist bereits im Visier, Angermünde nicht mehr weit, um als Puffer Druck aus den prosperierenden Ballungszentren zu nehmen. Schon jetzt pendeln täglich Tausende Menschen zwischen Berlin, Eberswalde und Angermünde hin und her. Überwiegend im Stundentakt mit der Bahn. Auf der Linie RE 3 steigen die Fahrgastzahlen in den nächsten zehn Jahren von 5600 auf 6700 täglich. Überfüllte Züge zu den Hauptverkehrszeiten morgens und abends nerven Berufspendler und an den Wochenenden vor allem in der Sommersaison Touristen.

Entlastung ist in Sicht. Allerdings bisher noch in weiter Ferne. Der neue Landesnahverkehrsplan sieht vor, die RE 3-Strecke statt wie bisher im Stundentakt künftig alle 30 Minuten zu bedienen - ab dem Jahr 2026. Für Angermündes Bürgermeister Frederik Bewer ist das viel zu spät.

Im Angermünder Rathaus diskutierte Infrastrukturministerin Kathrin Schneider im Dialog mit Vertretern de Kommunen Uckermark und Barnim, Verbänden und Verkehrsbetrieben über Probleme, Anforderungen und Konzepte für eine bessere Verkehrsinfrastruktur vor allem im Schienenverkehr.

Es war die vierte und letzte Veranstaltung im Rahmen der Regionaldialoge 2017 zur heftig diskutierten Landesentwicklungsplanung der Hauptstadtregion Berlin-Brandenburg, zu der die Landesregierung einlud, um vor Ort in Werkstattatmosphäre über Probleme aus Sicht der betroffenen Kommunen zu diskutieren. Angermünde kommt dabei als Verkehrsknotenpunkt auf der Achse Berlin-Stralsund-Stettin besondere Bedeutung zu. Fazit der Analysen des Verkehrsverbundes VBB: Auf allen Strecken im berlinnahen Raum besteht dringender Handlungsbedarf, um die teilweise rasant steigenden Fahrgastzahlen zu bewältigen und den im Planungsdeutsch bezeichneten "Entwicklungsdruck" aus den Ballungszentren zu nehmen.

Das heißt: Um die überbordende Ausdehnung Berlins ins Umland steuern zu können, ist ein Ausbau des Nahverkehrsnetzes zwingend. Ministerin Kathrin Schneider betonte: Städte "in der zweiten Reihe" sollen vom Wachstumsdruck in Berlin profitieren. Siedlungsentwicklung werde dort gestärkt, wo Schiene ist! Das heißt im Umkehrschluss ebenso: Kommunen, die dazwischen liegen, haben nur eingeschränkt etwas davon, was den Amtsdirektor von Joachimsthal, Dirk Protzmann, entzürnte, der den ländlichen Raum abgehängt sieht. Dort kämpfen Kommune und Bürgerinitiativen für die Wiederbelebung der Heidekrautbahn (Berlin-Groß Schönebeck) und eine Direktverbindung Berlin-Templin. Angermünde wiederum könnte als schnell zu erreichender Wohnstandort für Berliner attraktiver werden.

Der Entwurf des Landesnahverkehrsplans 2018 bis 2022 sieht vor, die Taktzeiten im Regionalverkehr Berlin-Stralsund/Schwedt (RE3) unter Einbeziehung des Fernverkehrs auf 30 Minuten zu reduzieren. Zusätzlich werden neue Haltepunkte und Strecken geschaffen, um zum Beispiel den Flughafen BER einzubeziehen.

So wird es künftig eine Direktverbindung von Eberswalde zum BER geben. Ab 2019 verkehrt ein zusätzlicher IC zwischen Berlin und Stralsund. Die Elektrifizierung und der zweigleisige Ausbau der Achse Berlin-Stettin über Angermünde und Tantow soll vorangetrieben werden. Der 30-Minuten-Takt bis Schwedt, wie ihn unter anderem Unternehmerpräsident Siegmund Bäsler fordert, sei allerdings nicht vorgesehen. Hier müsse auch der regionale Busverkehr den Bahntaktzeiten besser angepasst werden.

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