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Jana Reimann-Grohs 20.06.2017 06:20 Uhr
Red. Strausberg, strausberg-red@moz.de

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Die Wortwahl als Generationsfrage

Neuenhagen (MOZ) Wer bitteschön weiß, dass mit "Trottoir" der Bürgersteig gemeint ist oder würde hinter dem einstigen Mode-Wort "Gesichtserker" auf Anhieb die Nase vermuten? Innerhalb der Seniorenwoche kamen Rentner ins Einstein-Gymnasium, um dort mit der jungen Generation der Frage "Geht unsere deutsche Sprache den Bach runter?" nachzugehen. Die deutsche Sprache hat sich gewandelt. Es kommen stetig neue Wortkreationen hinzu, zeigten Schüler eines 11. Klasse-Kurses des Gymnasiums in einem Programm. Bei der Wortwahl bleibe es eine Generationsfrage, wie man sich ausdrückt, stellte man fest. Klassische Literatur und altdeutsches Liedgut kennen alle, wie der Nachmittag mit Gedichten, Textauszügen neuerer Literatur sowie amüsant dargebotenen Anglizismen deutlich machte. Klavierbegleiteter Gesang und Percussions-Instrumente rundeten die Veranstaltung ab.

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Zeit für Gespräche: Astrid und Horst Budig im Gespräch mit den Schülerinnen Isabelle (l.) und Theresa

© Jana Reimann-Grohs

Obwohl ihm das "Hallo" oder "Hi" der jungen Leute viel zu beiläufig und belanglos erscheint, war Horst Volkmann (73) mit Neugierde dabei - es sei besser, "miteinander statt übereinander" zu reden. Vom vielen Englisch heutzutage nicht ganz so begeistert wie von der regen Kommunikation der Schüler, waren Astrid (77) und Horst Budig, (79). Als technikinteressierter Mensch steht der rüstige Senior dem Sprachwandel grundsätzlich sehr positiv gegenüber.

Der Spaß an einer solchen Begegnung war deutlich zu spüren. Bei Kaffee und Kuchen ergaben sich Diskussionen über unterschiedlich geprägte Lebenswelten. Der 17-jährigen Lisa Stach war es wichtig, Gemeinsamkeiten zu entdecken - mit fremden Älteren unterhalte sie sich anders als mit den eigenen Großeltern. "Ich fand es schön, dass wir darüber einig waren, unabhängig von der Generation bestimmte Werte zu teilen wie Höflichkeit, Freundlichkeit oder Respekt."

Das Interesse der Senioren, mit den jungen Leuten gemeinsam an Tischen zu sitzen und auf Augenhöhe in Kontakt zu treten, war dieses Jahr besonders groß. "Wir hatten doppelt so viele Anmeldungen als sonst", sagt Deutschlehrerin Heike Kuhn, die seit zehn Jahren die Zusammenkunft von Jung und Alt vorbereitet. Ihre Erfahrung sei durchweg positiv geprägt von lebhaften Erzählungen zwischen den Generationen und es gebe immer wieder Aspekte, mit denen die Jugendlichen anfangs nicht gerechnet hätten, resümiert die Pädagogin.

Ein im Unterricht erarbeiteter Fragebogen, der von der älteren Generation beantwortet wurde, wird nach der Auswertung im Schulhaus präsentiert. Dazu sind die Senioren dann eingeladen.

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