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Kerstin Unger 20.06.2017 06:24 Uhr
Red. Uckermark, schwedt-red@moz.de

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Nammo Buck entlässt 20 Leute

Pinnow (MOZ) Die Firma Nammo Buck GmbH in Pinnow entlässt 20 ihrer insgesamt noch 51 Mitarbeiter. Wie das Unternehmen mitteilt, liegt das an der schlechter werdenden Auftragslage und dem Umbruch in der Branche.

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Feierlicher Augenblick 2015: Mario Vogel und Michael Thamke (l.)bereiten die letzte MRS-Rakete aus Bundeswehrbeständen für die Zerlegung vor.

© MOZ/Kerstin Unger

Am Montag herrschte gerückte Stimmung in dem Unternehmen im Industrie- und Gewerbegebiet Pinnow. Es gab jede Menge Gesprächsbedarf, nachdem der Stellenabbau bekannt wurde. 20 Mitarbeiter müssen gehen, weil die Aufträge zur Vernichtung von Raketen und Granaten zurückgegangen sind.

Aufgrund der weltweiten Sicherheitslage wird im Unternehmen weniger Munition entsorgt. Nicht alle Staaten verzichten auf die durch das Osloer Abkommen geächtete Streumunition, die in den vergangenen Jahren hauptsächlich in der Pinnower Firma vernichtet wurde.

Die Belegschaft sei am Donnerstag im Rahmen einer Betriebsversammlung eingehend über die Situation informiert worden und darüber, dass ein Abbau stattfinden muss, teilte die Geschäftsführung mit. Dieser betrifft sowohl die Verwaltung als auch die Produktion. Mit den betroffenen Mitarbeitern sollen in den kommenden Tagen einzelne Gespräche geführt werden, heißt es aus der Unternehmensleitung. Der genaue Termin der Kündigung stehe noch nicht fest, es hieß "zum nächstmöglichen Zeitpunkt".

Die Geschäftsführung hat versichert, den Personalabbau "so sozialverträglich wie möglich" zu gestalten. "Wir verhandeln derzeit mit dem Betriebsrat einen Sozialplan samt Interessenausgleich. Zu Details können wir uns deshalb noch nicht äußern," teilte Christoph Rüssel am Montag mit.

Vor zwei Jahren wurde in dem uckermärkischen Betrieb, der vor drei Jahren sein 15-jähriges Bestehen feierte, im Beisein von Bundestagabgeordneten und Regierungsvertretern die letzte Rakete mit Streumunition aus Bundeswehrbeständen zerlegt. Damals erklärte Christoph Rüssel: "Unsere Arbeit ist für die nächsten Jahre gesichert." Man bemühe sich um Aufträge auch von Übersee. Dass man sich auf eine veränderte Lage einstellen musste, dem sei man sich bewusst gewesen. "Allerdings hatten wir mit einem Einbruch in der Entsorgungsbranche erst später gerechnet, etwa 2020. Bis dahin wollten wir dafür sorgen, ein anderes Standbein aufzubauen. Das ist in der jetzigen Situation ganz schwierig", meint der Geschäftsführer.

Die Mitarbeiterzahl betrug 2015, in dem erfolgreichsten Jahr in der Firmengeschichte mit zweistelligen Millionen-Umsätzen knapp 100. Ein Jahr später sank der Umsatz um 20 Prozent. Daraufhin wurden einige Leiharbeiter, mit denen Schwankungen ausgeglichen wurden, nicht mehr angefordert. Befristete Verträge wurden nicht verlängert und einigen Mitarbeiter entlassen. Deshalb besteht die Belegschaft der Nammo Buck GmbH derzeit nur noch aus 51 Mitarbeitern.

Nun zwinge die Situation zu weiterem Stellenabbau. Auf die Frage, ob durch die Entwicklung der Unternehmensstandort Pinnow generell gefährdet sei, antwortete Christoph Rüssel: "Die Geschäftsführung tut alles, um den Standort zu erhalten. In welcher Form das der Fall sein wird, können wir jetzt noch nicht sagen."

Die Stimmung, so bestätigt er, ist seit der Betriebsversammlung natürlich gedrückt. "Die Mitarbeiter sind hervorragend qualifiziert. Wir bedauern zutiefst, diese Anpassungsmaßnahmen vornehmen zu müssen. Sie sind aber unabwendbar, um den Standort am Leben zu erhalten."

Der Betriebsratsvorsitzende des Unternehmens wollte sich zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht öffentlich äußern, sondern erst die weiteren Verhandlungen abwarten.

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