Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Mit Gottes Segen und 170 PS unterwegs

Zeremonie: Dekan Bernhard Kohnke segnete den neuen Kleinbus und die Gokarts des Antigewaltprojektes Boxenstopp
Zeremonie: Dekan Bernhard Kohnke segnete den neuen Kleinbus und die Gokarts des Antigewaltprojektes Boxenstopp © Foto: MOZ/Thomas Burckhardt
Viola Petersson / 20.06.2017, 06:39 Uhr
Eberswalde (MOZ) Er hat 170 PS unter der Haube, amtlich registriert ist er unter B-CV 990. Und er ist fortan mit dem Segen Gottes unterwegs: der neue Kleinbus für "Boxenstopp". Der Ford Transit ist die jüngste Errungenschaft des Antigewalt-Projektes an der Grundschule "Schwärzesee" im Brandenburgischen Viertel. Diverse Förderungen, unter anderem durch die Glücksspirale, machten die Neuanschaffung für knapp 50 000 Euro möglich.

Bevor Pfarrer Bernhard Kohnke den Bus sowie die Gokarts auf dem Hof der Katholischen Kirche St. Theresia vom Kinde Jesu segnete und allzeit "Gute, unfallfreie Fahrt" wünschte, stellten Teilnehmer und Sozialarbeiter das Projekt vor, berichteten von Ergebnissen. Immerhin, so ließ Stefan Schanzenbächer vom Träger, dem Caritasverband für das Erzbistum Berlin, wissen, gibt es das Projekt seit bereits 16 Jahren in Brandenburg. In Eberswalde sei er - gemeinsam mit seinem Kollegen Frank Bestritzki von der Stiftung SPI - seit zehn Jahren "unterwegs". Und zwar vor allem eben an der "Schwärzesee-Schule" und damit in einem Wohnquartier, das als sozialer Brennpunkt in der Stadt gilt. Das Projekt beruhe im Wesentlichen auf zwei Säulen, auf den Klassen- und neuerdings dem Schülerclub sowie auf einem Instrumentarium gegen Unterrichtsstörung. Jamie (10) und Selina (13) - beide Mitglied im Schülerclub und Träger des roten Trikots - erzählten, wie das konkret funktioniert. Es geht um Erziehungs- und Ordnungsmaßnahmen, ein "fünfstufiges Verfahren" - vom Aufmerksammachen auf den Regelverstoß bis hin zum Verweis, dem "Support", gewissermaßen die rote Karte. Ziel sei, klare Regeln zu definieren und Störenfrieden Grenzen aufzuzeigen, erfuhren die Gäste. Die Uni Potsdam werte das Projekt wissenschaftlich derzeit aus, ergänzte Schanzenbächer. Aus seiner praktischen Erfahrung könne er aber bereits sagen, dass die Kinder und Jugendlichen einen Kompetenzzuwachs in puncto Konfliktmanagement erfahren und dass sie dadurch weniger gewaltbereit seien.

Nach 16 Jahre laufe vonseiten des Landes Brandenburg die bisherige Förderung aus, erklärte Schanzenbächer weiter. Gleichwohl gebe es positive Signale aus Potsdam, dass eine andere, eine neue Quelle "angezapft" werden könne. Und auch die Zeichen der Stadt Eberswalde würden ihn zuversichtlich stimmen, dass "Boxenstopp" gewissermaßen in die nächste Runde gehen kann. Inzwischen sei das Projekt u. a. auch auf die Goethe-Schule ausgedehnt worden. Weshalb der neue Kleinbus gerade recht komme. Er werde für Ausflüge, für Schulungen, Weiterbildungen und Erfahrungsaustausche eingesetzt. Das alte Fahrzeug werde aber keineswegs ausrangiert. Das werde vor allem in der Flüchtlingsarbeit eingesetzt, so Schanzenbächer.

Um für die Neuanschaffung weitere Spenden und Spender zu gewinnen, hatten die Schüler im Sommer 2016 im Brandenburgischen Viertel eine Umweltaktion gestartet. Dabei haben sie das Umfeld auf Vordermann gebracht und einige Plätze im Quartier.

Kommentare

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2017 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG