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Katrin Hartmann 20.06.2017 06:40 Uhr
Red. Bad Freienwalde, freienwalde-red@moz.de

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Weiterhin Geduld gefragt

Eichwerder (MOZ) Es ist eine lange Geduldsprobe, auf die die Anwohner und umliegenden Gemeinden von Eichwerder gestellt werden. Das wissen Archäologen, Ortsvorsteher und Bauarbeiter nur zu gut.

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Noch gehört die Grube den Archäologen: Unter der alten Ortsdurchfahrt Eichwerder liegen noch einige Funde.

© MOZ/Katrin Hartmann

Um den Aufwand und die zeitliche Schiene der nun rund ein Jahr andauernden Grabungsarbeiten an der Ortsdurchfahrt Eichwerder besser zu verstehen, haben Grabungsleiterin Blandine Wittkopp und Martin Petzel, Leiter der Bodendenkmalpflege für die Landkreise Märkisch-Oderland, Oder-Spree, Uckermark sowie Frankfurt (Oder), am vergangenen Freitagabend einen Vortrag im Vereinshaus Eichwerder gehalten.

"Was hier in Eichwerder gefunden wurde, ist landesweit bislang einmalig", erläuterte Blandine Wittkopp und verwies auf Funde aus der Steinzeit (2800 bis 2200 Jahre vor Christus) und der späten Bronzezeit (1000 bis 600 Jahre vor Christus). Insbesondere das Grab eines 18-jährigen Kriegers lässt neue Schlüsse über die Geschichtsschreibung zu. In keinem anderen Teil Brandenburgs wurde bislang eine Grabstätte mit Knochenresten und Grabbeilagen gefunden, die in einem größeren Grabbau beziehungsweise Gebäude, welches bei den Funden nachgewiesen werden konnte, lag. "Damit ist Eichwerder etwas einzigartiges", so Blandine Wittkopp.

Weil sich die Dichte der Funde während der Grabungsarbeiten unter dem alten Kopfsteinpflaster erhöht hat - zur Dorfmitte hin nahm sie vor allem zu - benötigten die Archäologen doch erheblich mehr Zeit als vorher angenommen. "Die Funde weisen auf eine wichtige Stellung Eichwerders hin. Es war nicht nur ein Handelszentrum, sondern bediente mit Palisaden auch eine Schutzfunktion", sagte Blandine Wittkopp.

Überreste der Palisaden erwarten die Wissenschaftler nun noch am Ortseingang beziehungsweise -ausgang Richtung Wriezen. "Dafür werden wir noch einige Zeit brauchen", so Blandine Wittkopp.

Martin Petzel brachte vorsichtig ein voraussichtliches Datum der Fertigstellung ein. "Ich gehe davon aus, dass die Straße spätestens Ende 2018 fertig sein wird", sagte er. Von weiteren Spekulationen riet Ortsvorsteherin Jutta Werbelow ab, da der zuständige Bauträger, der Landesbetrieb für Straßenwesen, an diesem Abend nicht anwesend war. "Wir haben die Archäologen zu Gast, um ein Verständnis zu schaffen, warum die Grabungen so lange dauern und welche Bedeutung sie eigentlich für Eichwerder haben", so Jutta Werbelow. Einige Ideen für ein Schulprojekt beziehungsweise Erinnerungen vor Ort gebe es schon, so die Ortsvorsteherin.

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