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Erzählen mit Pinsel und Buntstift

Vorleser: Anna-Lena Warnecke, Angelina Fischer, Ayse Öztürk (v. l.) und Dennis Viert mit Gertrud Zucker
Vorleser: Anna-Lena Warnecke, Angelina Fischer, Ayse Öztürk (v. l.) und Dennis Viert mit Gertrud Zucker © Foto: MOZ/Annemarie Diehr
Annemarie Diehr / 20.06.2017, 06:40 Uhr
Fürstenwalde (MOZ) Kinder kann Gertrud Zucker besonders gut. Kinder beim Spielen, Kinder im Garten, Kinder mit ihren Eltern. "Beim Kinderbuchverlag war ich für den Bereich Familie verantwortlich", sagt die mehrfach ausgezeichnete Illustratorin. Einige der über 120 Geschichten, die sie mit ihren Zeichnungen zum Leben erweckt hat, zeigte die 81-Jährige am Montagnachmittag in der Kulturfabrik.

Heiß war es im obersten Stockwerk; das Dachetagengespräch verlegte die Landtagsabgeordnete Elisabeth Alter deswegen kurzerhand in das Atelier der Stadtbibliothek. Mit Gertrud Zucker sprach sie nicht nur über deren Schaffen, vier Schüler der Rahn-Oberschule lasen aus Kinderbüchern vor, die die Bad Saarowerin illustriert hat.

Das Titelbild habe sie angesprochen, begründet die 13-jährige Anna-Lena Warnecke ihren Griff zum Buch "Der Dackel Oskar". Ein Hund, der durch Halle-Neustadt irrt, sich in der großen Stadt nicht zurecht findet - der Geschichte von Edith Bergner fügt Gertrud Zucker endlose Straßen hinzu, in denen sich ein Hochhaus an das nächste reiht. "Ich habe mich bemüht, die Monotonie von Neubauten darzustellen, auch die Aussichtslosigkeit", sagt die in Berlin-Weißensee aufgewachsene Illustratorin. "Die Zeichnungen sollen den Text ja verständlich machen."

Gertrud Zucker tauchte früh in die Welt der Bücher, auch der Zeichnungen ab. "Ich war eines von drei Kindern, wir hatten nicht viel Platz. Ich saß oft am Fensterbrett und habe gezeichnet, vor allem Profile." Mit 18 Jahren begann sie bei dem bekannten Buchgestalter und Illustrator Werner Klemke zu studieren. "Als ich fertig war, bin ich mit meiner Arbeitsmappe von Verlag zu Verlag gezogen", erinnert sich die 81-Jährige.

Erste Zeichnungen fertigte Gertrud Zucker für die Kinderzeitschriften "Bummi" und "ABC-Zeitung", auch Plakate für Kinderfilme illustrierte sie, bevor sie regelmäßig Aufträge des Kinderbuchverlags entgegennahm. Den Zuhörern in der Kulturfabrik - wohl aufgrund der Hitze nur eine Handvoll Senioren - waren die Zeichnungen der Bad Saarowerin wohl bekannt. "Meinen Kindern habe ich aus ihren Büchern vorgelesen", sagte eine Fürstenwalderin. An die Zeichnungen erinnere sie sich gut.

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