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Betriebsstättenleiter der Falkenberger Gärtnerei geht in Ruhestand / Reiner Labitzke übernimmt Nachfolge

Hugo Kaul gibt Staffelstab weiter

Steffen Göttmann / 20.06.2017, 06:40 Uhr
Falkenberg (MOZ) Hugo Kaul, langjähriger Betriebsstättenleiter der Gärtnerei der Stephanus-Werkstätten in Falkenberg, ist jetzt feierlich in den Ruhestand verabschiedet worden. Er gab den Staffelstab an seinen Nachfolger, Reiner Labitzke aus Bliesdorf, weiter.

Christine Marx, Geschäftsführerin der Stephanus-Werkstätten, betonte in ihrer Festansprache die Vielseitigkeit ihres langjährigen Mitarbeiters, der seit 2010 die Geschicke der Falkenberger Gärtnerei steuert und sie fachlich, personell, organisatorisch und finanziell auf gesunde Füße gestellt habe. "Er hat die derzeitige Situation aktiv mitgeprägt", lobte die Geschäftsführerin Hugo Kaul, der am 3. Juni seinen 65-jährigen Geburtstag gefeiert hat, bleibt der Gärtnerei noch 14 Tage erhalten, in denen er seinen Nachfolger Reiner Labitzke einarbeiten wird.

Christine Marx überreichte dem scheidenden Betriebsstättenleiter, der als erster bei den Stephanus-Werkstätten diese Position inne hatte, einen Staffelstab, auf den die Mitarbeiter 40 Aufgaben geschrieben hatten, die er zu erledigen hat. "Ich finde es toll, dass sich damit mal jemand auseinandergesetzt hat," lobte Kaul. "Ich war als erster Betriebsstättenleiter das Versuchskaninchen", sagte er lachend Und fügte hinzu: "Es war eine schwierige Herausforderung, aber es machte auch Spaß." Das Wichtigste seien ihm stets die Menschen gewesen, die behinderten Beschäftigten an erster Stelle. Die Aufmerksamkeit, die sie ihm stets entgegen gebracht hätten, werde ihm am meisten fehlen, blickte er voraus. Dann folgten natürlich die Mitarbeiter, denen die Werkstatt das Qualitätssiegel und damit letztlich die Kundenzufriedenheit zu verdanken habe.

Natürlich gebe es auch Beschwerden, sagte Kaul. Gleichzeitig werden Fehler gemacht. Es komme eben darauf an, wie man damit umgeht. "Es muss immer um die Sache gehen", betonte Kaul in seiner Rede.

28 Jahre lang arbeitete Hugo Kaul bei den Stephanus-Werkstätten. Geboren wurde er in Ortwig im Oderbruch und lernte wie viele Männer seiner Familie Schmied. Später arbeitete er als Schlosser beim Gleisbau. Die Arbeit mit Behinderten fand zunächst in der Wohnstätte "Waldhaus" statt, wo er einen alten Pferdestall ausbaute und darin eine Anlernwerkstatt gründete. "Mit einer Musiktherapeutin und einer Keramikerin bildete ich ein Team", erzählte Kaul. Er sei für die handwerkliche Förderung der behinderten Menschen zu ständig gewesen.

Der erste Erfolg für ihn war, als er mit einem jungen Mann aus einem Haufen Schrott ein Fahrrad zusammenbaute, auf dem dieser dann Radfahren gelernt habe. Damals packte Hugo Kaul die Leidenschaft, mit Behinderten zusammenzuarbeiten. Nach 1989 war er Arbeitsvorbereiter in der Werkstatt, die zunächst auf dem späteren Spielbau-Gelände an der Sonnenburger Straße angesiedelt war. Als die Werkstatt in Altranft eröffnet worden war, mussten sie Arbeiten suchen, die eine sinnvolle Beschäftigung für die Behinderten darstellten und der Werkstatt zu Einnahmen verhalfen. Diese benötige sie genauso wie die staatliche Unterstützung."Wir haben auf dem Dienstleistungssektor nach Nischen gesucht und fanden ihn zum Beispiel beim Digitaldruck", berichtete Kaul.

Die Gärtnerei habe sich 1993 erstmals an einer Ausschreibung in Eberswalde beteiligt und ein Los bekommen. Innerhalb kürzester Zeit habe sich der Betrieb eingearbeitet, so dass ihr die Stadt ein zweites Los anbot, weil sie mit der Arbeit einer Firma nicht zufrieden gewesen sei. Inzwischen erledigen die 71 Beschäftigten und zwölf Mitarbeiter in Falkenberg die kommunale Grünflächenpflege in Eberswalde, Bad Freienwalde und im Amt Britz-Chorin Oderberg.

Katrin Heidenfelder, Leiterin des städtischen Bauhofes in Eberswalde, dankte Kaul und seinen Mitarbeitern, die seit Mitte der neunziger Jahre in der Stadt unterwegs seien. Gäste bescheinigten der Stadt, dass alles gut gepflegt sei. Wolfgang von Allmen, in Bad Freienwalde für Grünflächen verantwortlich, hob das gute Niveau der Anlagen hervor, das er mit Kaul und seinen Mitarbeitern entwickeln konnte.

Hugo Kaul, der mit seiner Familie ein Grundstück in Altgaul gemietet hat, widmet sich künftig mehr seinen fünf Kindern und vier Enkelkindern.

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