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Zu viele tote Altarme in der Spree

Ruth Buder / 20.06.2017, 06:45 Uhr
Beeskow (MOZ) Die Spree verursacht viel Arbeit, um schiffbar zu bleiben. Oft fehlt es am Geld, Maßnahmen scheitern an hürdenreicher Planung. Über Probleme berieten Experten am Montag während der Gewässerschau der unteren Wasserbehörde des Landkreises.

Konkret ging es um die beiden Flussabschnitte zwischen Werder (Krumme Spree) bis nach Drahendorf (Drahendorfer Spree). Für die Bewirtschaftung dieser 67 Kilometer ist der Wasser- und Bodenverband "Mittlere Spree" zuständig. "Zur Zeit haben wir Niedrigwasser, besser gesagt etwas weniger Wasser, was aber ganz normal ist zu dieser Jahreszeit", stellte Geschäftsführer Lothar Kirmes klar.

Eine Aufgabe des Wasser-und Bodenverbandes sei es, die Schifffahrtszeichen und die Kilometersteine sichtfrei zu halten - auch im Falle von Havarien, sagte Kirmes.

Gekrautet werde wieder ab August: Nur einmal im Jahr, punktuell und schwerpunktmäßig im südlichen Bereich der Spree ab Beeskow. Weil es Massen seien, die herausgeholt werden müssten, um die Schiffbarkeit zu gewährleisten, sei man vor zwei Jahren dazu übergegangen, Krautlagerplätze einzurichten. Das Kraut werde dort abgelegt und später auf der Deponie entsorgt. "Wir würden uns freuen, wenn Biogasbetreiber Abnehmer werden könnten", bot Kirmes an. Über Nacht ärgere hin und wieder "Familie Biber" die Wasserwirtschaftler, die dann auch mal einen die Spree querenden Baum entsorgen müssten. Alle Arbeiten - der Wasser und Bodenverband hat 20 Beschäftigte - würden über das Land Brandenburg finanziert.

Während der Sitzung kontrollierte Annerose Trippens, Leiterin des Kreis-Umweltamtes, wie das Protokoll von der Beratung im letzten Jahr "abgearbeitet" worden ist. Ein Punkt ist die Schleuse Kossenblatt, wo es zu Sand-Ablagerungen kommt und die Gefahr der Einschränkung für die Schifffahrt besteht. Buhnen aus Holz und Stein sollen Fließgeschwindigkeit erhöhen, damit Ablagerungen verhindert werden. "Die Sache ist in Planung", erklärte Wolfgang Haas, Bereichingenieur des Landesamtes für Umwelt in Lübben.

Einig sind sich alle daran, dass an den Altarmen, von denen wegen langer Vernachlässigung die meisten tot seien, etwas getan werden müsse. "Das wäre gut, wir hätten einfach mehr Wasser in der Landschaft", sagte Lothar Kirmes. Dass nicht mehr Altarme entschlammt würden, scheitere am Geld und Hürden bei der Planung, da viele ökologische Fragen berücksichtigt werden müssten, hieß es. Aufgrund eines Bürgerhinweises hatten sich die Wasserexperten am Montag vor Ort an der Schafsbrücke in Briescht einen Altarm angesehen. Bei der Besichtigung zeigte sich jedoch, dass dieser an der Unterseite offen sei. Er müsse nicht bewegt werden, der sei in Ordnung, hieß es. Außerdem fließe auf ihm die seltene und schützenswerte Wassernuss.

Das größte Bauwerk, das der Wasser- und Bodenverband im Auftrag hat, ist das Wehr in Neubrück, in dessen Umfeld wegen der erhöhten Fließgeschwindigkeit durch die Wasserstauung Paddeln derzeit nicht gestattet ist. Die Wassersportler müssen aussteigen und dürfen ihre Tour über den Wergensee fortsetzen.

Stefan Horstmann, Bauamtsleiter in Rietz-Neuendorf, hat bemerkt, dass seit den Bauarbeiten die Spree bei Neubrück stark verkrautet sei. Zugleich gab er den Wunsch des Betreibers des Landhauses "Alwine" in Raßmannsdorf nach einer Anlegestelle für Paddler weiter. "Das müsste doch unkompliziert was möglich sein", fand er.

Amtsleiterin Annerose Trippens geht davon aus, dass die mittlere Spree im Rahmen der Möglichkeiten ordentlich unterhalten wird. "Wir befinden uns in einem Schutzgebiet, und deshalb sind alle Arbeiten immer ein Spagat zwischen naturnaher Erhaltung der Uferbereiche und der Gewährleistungen der Schifffahrt." Aus der Tatsache, dass kaum Vertreter der Anrainergemeinden bei der Sitzung zugegen waren, schließt sie, dass alle im Großen und Ganzen zufrieden seien.

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