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Unglücksraben im Doppelpack

Anja Linckus / 20.06.2017, 08:51 Uhr
Brandenburg (MZV) (tsv/awa) Dass das Schicksal manchmal wirklich ein "mieser Verräter" sein kann, dafür stehen im Tierheim in der Caasmannstraße des Tierschutzvereins Brandenburg an der Havel e.V. derzeit zwei Namen ganz besonders: Harriet und Twix:

Harriet wurde im August 2016 geboren und stellte gemeinsam mit ihren vier Geschwistern eines Morgens den traurigen Inhalt eines Pappkartons in der Tierheimschleuse dar. Ohne Mama, völlig verängstigt und gesundheitlich angeschlagen, galt es zunächst, die Zwerge tierärztlich zu behandeln und gesund zu pflegen. Nicht alle von Harriets Geschwistern haben den schwierigen Start ins Leben geschafft, gleich zweimal mussten die Pfleger Abschied nehmen. Umso größer war die Freude, als für Harriet das passende Zuhause gefunden schien. Aber ihre neuen Menschen wollten oder konnten Harriet, von ihrer Vorgeschichte geprägt Neuem gegenüber zunächst einmal schüchtern, nicht die Chance geben, sich in ihr neues Leben einzuleben. Harriet kam zurück ins Tierheim, die Suche nach einem passenden Zuhause begann erneut. Bis ihre Pflegerin eines Morgens feststellte, das Harriet das rechte Hinterbein nicht mehr aufsetzen konnte. Die Suche nach der Ursache begann...

Was Chihuahuasenior Twix in seinem Leben vor dem Tierheim widerfahren ist, lässt sich nur mutmaßen. Als er von Tierheimleiterin Madleen Gieseler gefunden wurde, war er in einem erbärmlichen Zustand: Auf einem Auge blind, abgemagert, die Krallen viel zu lang und in seinem Bewegungsapparat merkwürdig eingeschränkt, kam das wahrscheinlich ehemalige Modehündchen in der Cassmannstraße an, wo erst einmal Krallenschneiden, ordentlich Futter, viel Liebe und ein Tierarztbesuch auf dem Programm stand. Die herbeigerufene Tierärztin schlug in Anbetracht von Twix Gangbild, so wurde der kleine Rüde von den Tierheimmitarbeitern getauft, die Hände über dem Kopf zusammen. Das gemachte Röntgenbild ließ Böses ahnen: Die Kniescheiben sind definitiv nicht in Ordnung, da muss der Fachmann ran. Der Rat der Tierärztin außerdem: Auch Harriet sollte dort vorgestellt werden, denn auch ihre Röntgenaufnahmen lassen nichts Gutes ahnen.

Die niederschmetternde Diagnose des Spezialisten in Kleinmachnow nun am Montag: Beide leiden an einer hochgradigen Patellaluxation, also einer Kniegelenksverletzung, bei der die Kniescheibe (Patella) aus ihrer Führung springt (Luxation). Während bei Katzenmädchen Harriet das rechte Hinterbein betroffen ist, hat es den armen Twix noch schlimmer erwischt: In beiden Hinterbeinen springen die Kniescheiben immer wieder aus den Gelenken, verbleiben in ihrer Verrenkstellung und verursachen dem Hundesenior dadurch beim Laufen schlimme Schmerzen. Für Twix und Harriet heißt das: Den anderen Fellnasen beim Spielen und Toben zusehen oder unter Schmerzen und starken Medikamenten zu stehen. Abhilfe kann laut Spezialist beiden Vierbeinern nur eine Operation bringen. Allerdings muss dabei nicht wie in einfachen Fällen nur an den Bändern gearbeitet werden, sondern sogar am Knochen, um die Kniescheiben zu richten, fachgerecht zu befestigen und so ein Leben ohne weiteres Leiden zu ermöglichen. Bereits bei einfacheren Fällen hätten die reinen Operationskosten pro Beinchen zwischen 600 und 800 Euro betragen. Die Vorstellung und eingehende Untersuchung am Montag hat nun zu Tage gebracht: Harriets Operation schlägt mit mindestens 1200 Euro zu Buche, für Twix werden pro operiertem Knie mindestens 2200 Euro fällig. Dazu kommen dann noch die Nachsorge- und Rehakosten im Anschluss. Alles in allem werden für die vollständige Genesung um die 6500 Euro notwendig sein. "Bei allem Schreck und Schock über die Kosten sind wir doch entschlossen, unseren beiden Schützlingen ein schönes Leben und einen möglichst unbeschwerten Lebensabend zu ermöglichen", so Tierheimleiterin Madleen Gieseler entschlossen. Allein bei aller Entschlossenheit fehlt dem Tierschutzverein das Geld, um für Harriet und Twix das Leben möglich zu machen, das sich die Pfleger im Tierheim und die Tierschutzvereinsmitglieder für ihre beiden "Sorgenfellchen" wünschen. "Deshalb wenden wir uns an alle tierlieben Menschen und hoffen, dass sie uns dabei unterstützen. Im Namen von Twix und Harriet sagen wir allen tierlieben Menschen schon einmal von ganzem Herzen Dankeschön für ihre Unterstützung," so Claudia Vogel, erste Vorsitzende des Tierschutzvereins abschließend.

Wer Harriet und Twix helfen möchte, hier alle

notwendigen Daten:

Mittelbrandenburgische

Sparkasse

IBAN: DE 2516 0500 0036

0100 0848

BIC: WELADED1PMB

Verwendungszweck:

Harriet & Twix

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