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Eltern sauer: Jahn statt Bürgel

Die Bürgel-Gesamtschule ist bei Kindern und Eltern beliebt. In diesem Jahr wurden erstmals 28 Kinder ans Gymnasium verwiesen.
Die Bürgel-Gesamtschule ist bei Kindern und Eltern beliebt. In diesem Jahr wurden erstmals 28 Kinder ans Gymnasium verwiesen. © Foto: Euent
Sandra Euent / 20.06.2017, 12:27 Uhr
Rathenow (MOZ) Es brodelt seit einigen Wochen in der Rathenower Bildungslandschaft. Der Grund: der Übergang der Kinder von der Grundschule auf die weiterführenden Schulen. In diesem Jahr ist erstmals eine größere Gruppe Kinder davon betroffen, nicht in ihre Erstwunschschule gehen zu können. Am Montag wurde die Problematik mit der für den Übergang in die siebten Klassen zuständigen Schulrätin Kornelia Schießke im Bildungsausschuss besprochen.

Der konkrete Anlass sind 28 Kinder, die von ihrer Grundschule eine Empfehlung für einen Bildungsweg mit Ziel der Allgemeinen Hochschulreife, also Abitur, bekamen und sich daraufhin an der Bürgel-Gesamtschule beworben haben. Dort gab es aber so viele Bewerbungen - insgesamt 70 mehr als Kapazitäten da sind, dass nicht alle berücksichtigt werden konnten und diese 28 Kinder nun auf das Jahn-Gymnasium gehen sollen, um dort ihr Abitur zu machen.

Am Gymnasium wird das Abitur allerdings bereits in der 12. Klasse gemacht, an einer Gesamtschule erst nach 13 Jahren. Viele Eltern fühlen sich nicht wohl dabei, ihre Kinder auf den schnelleren Weg zu schicken. Zumal, wie einige der anwesenden Eltern im Ausschuss bemerkten, wohl Kinder ans Gymnasium delegiert wurden, die in ihrer Notensumme der drei Hauptfächer Deutsch, Mathematik und Englisch eher an der Grenze zur Gymnasialempfehlung liegen, während "bessere" Schüler auf der Gesamtschule angenommen wurden. Die Eltern befürchten eine Überforderung ihrer Kinder auf dem Gymnasium.

Warum hat man nun aber keine weitere Klasse an der Bürgel-Schule eingerichtet? Das läge an der Gesetzeslage für eine Gesamtschule, so Schießke. Denn diese müsse in jeder 7. Klasse zu zwei Dritteln aus Kindern bestehen, die die Fachoberschulreife oder einen anderen Bildungabschluss anstreben und darf nur zu einem Drittel Schüler mit dem Ziel Abitur enthalten, wie die Schulrätin erklärte. Da führe auch kein Weg vorbei, so seien nun mal die Gesetze zur Zeit.

Diese Drittelungsregel hätte bedeutet, dass bei Einrichtung einer weiteren Klasse an der Bürgelschule nur 9 der 28 zur Diskussion stehenden Kinder einen Platz dort bekommen hätten. Diese Drittelung sei nicht mehr zeitgemäß, merkte Ausschussmitglied René Hill (CDU)an. Schließlich gehe es nicht nur um die Schulform, sondern auch um das spezielle Profil der Schule, das für viele ausschlaggebend bei ihrem Schulwunsch war.

Die Bildungsausschussmitglieder verständigten sich zwar darauf, schriftlich auf das Problem beim Bildungsministerium aufmerksam zu machen und wollten auch Landtagsabgeordnete und Minister informieren, aber direkt etwas ändern, können sie nicht - für die momentan betroffenen Eltern ein wenig befriedigendes Ergebnis. Viele von ihnen haben Widerspruch gegen die Zuteilung eingelegt. Die Frist dazu läuft noch bis 25. Juni. Die Schulrätin aus Neuruppin machte den Eltern jedoch wenig Hoffnung. Das Schulamt hätte das Verfahren an der Bürgelschule begleitet, und da sei alles ordnungsgemäß abgelaufen.

Übrigens, über Schülerzuwachs kann sich die Oberschule in Premnitz freuen. Aufgrund der hohen Anmeldezahlen insgesamt, werden dort statt der geplanten zwei sogar drei siebte Klassen eingeschult. Die Duncker-Oberschule in Rathenow bleibt derweil zweizügig.

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