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Steinmeier: Bundeswehr hat Vertrauen verdient

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (l) und der Befehlshaber des Einsatzführungskommandos der Bundeswehr, Generalleutnant Erich Pfeffer
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (l) und der Befehlshaber des Einsatzführungskommandos der Bundeswehr, Generalleutnant Erich Pfeffer © Foto: dpa
dpa / 20.06.2017, 15:11 Uhr
Geltow (dpa) Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat sich bei seinem Antrittsbesuch bei der Bundeswehr klar hinter die Soldaten gestellt. Beim Einsatzführungskommando in Geltow bei Potsdam betonte der frühere Außenminister am Dienstag, die Bundeswehr brauche die Unterstützung und das Vertrauen der Gesellschaft. "Ich habe dieses Vertrauen, und die Bundeswehr hat es verdient", sagte Steinmeier. Zuletzt hatte unter anderem der Fall eines rechtsextremen, terrorverdächtigen Offiziers für Wirbel gesorgt.

Steinmeier war zur Ankunft bei seinem offiziellen ersten Besuch der Bundeswehr mit militärischen Ehren empfangen worden. Er habe die Einsatzzentrale für den Antrittsbesuch ausgewählt, weil hier zum einen alle Teilstreitkräfte der Bundeswehr vertreten seien, sagte Steinmeier. Zum anderen zeige das Führungskommando für alle Auslandseinsätze das breite Spektrum der Bundeswehraufgaben. "Hier wird uns besonders deutlich, was wir jungen Menschen abverlangen, die im Einsatz für unser Land Risiken auf sich nehmen."

Steinmeier ließ sich auch die Operationszentrale zeigen, in der derzeit unter anderem die Einsätze in Afghanistan, im Irak oder auch in Mali gesteuert werden. In dem mit modernster, abgeschirmter Computertechnik ausgestatteten Raum sind rund um die Uhr und an allen Tagen im Jahr acht Soldaten im Einsatz, um auf aktuelle Ereignisse reagieren und die derzeit rund 4000 Soldaten im Ausland unterstützen zu können. Die Zentrale liegt in der Henning-von-Tresckow-Kaserne in Geltow, einem Ortsteil der Gemeinde Schwielowsee bei Potsdam.

In einem auf dem Kasernengelände angelegten Wald der Erinnerung legte Steinmeier im Anschluss einen Kranz nieder. In dem Wald wird an die im Einsatz ums Leben gekommenen Soldaten gedacht. Zahlreiche Namen sind an mehreren Stelen und in sogenannten Ehrenhainen angebracht. Die im Jahr 2014 eingeweihte Gedenkstätte ist nach Anmeldung auch für die Öffentlichkeit zugänglich.

Steinmeier ist seit März als Nachfolger von Joachim Gauck das Staatsoberhaupt der Bundesrepublik. An diesem Mittwoch ist sein Antrittsbesuch beim Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe geplant. Am Donnerstag stellt sich Steinmeier, der einst in Brandenburg an der Havel seinen Bundestagswahlkreis hatte, offiziell dem Land Brandenburg vor.

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Hasso Isenhagen 21.06.2017 - 08:56:54

die Bundeswehr ist wie fast alle Armeen

eine Truppe zur Interessenverteidigung ihres Dienstherrn. Und das ist das Parlament. Wer und welche Lobbyinteressen dieses Parlament vertritt ist ja bekannt. Arbeiter sind 0,3% vertreten obwohl ja über 20% der erwerbstätigen Bevölkerung Arbeiter sind. Also im Grunde gibt es keine Arbeiter im Parlament. Es gibt auch keinen typischen Querschnitt des Volkes sondern eine Überrepräsentation der Staatsdiener. Insofern dreht sich alles im Kreis mit der von Staatsdienern gewünschten Intensität. Vertrauen in eine Bundeswehr ist also genauso unsinnig wie Vertrauen ins Parlament. Die Bundesweh ist bisher noch in jeden Krieg gezogen den das Parlament gewünscht hat und das Parlament hat bisher noch jeden Krieg beschlossen den die Lobby wollte.

Isa Schroth 21.06.2017 - 07:51:09

Warum sollte man der Bundeswehr vertrauen? Bitte um Gründe!

Ich finde die Bundeswehr hat keineswegs Vertrauen verdient. Wodurch denn? Aus eigener Erfahrung als SaZ weiß ich, dass das, was da zur Zeit ans Licht kommt, nur die Spitze des Eisberges ist. Insofern sollte die Bw von jedem einzelnen Bürger und durch öffentliche Kontrollgremien streng überwacht werden. Die Wiedereinführung der Wehrpflicht wäre ein erstes geeignetes Mittel. "Hier wird uns besonders deutlich, was wir jungen Menschen abverlangen, die im Einsatz für unser Land Risiken auf sich nehmen." Für unser Land? Wie kommt der auf das schmale Brett? Für US-Interessen und europäische Großkonzerne! So wird ein Schuh daraus. Und hier versagt die Bw erneut. Sie hätte sagen müssen: Nein! Wir gehen nicht nach Afghanistan, Djibouti, Mali, Türkei/Syrien. Wir sind dem Grundgesetz verpflichtet! --> Haben sie aber nicht! Also wieder kein Grund für Vertrauen!

Paul Müller 20.06.2017 - 22:19:52

Bundeswehr, nein Danke ...

... "Die im Jahr 2014 eingeweihte Gedenkstätte ist nach Anmeldung auch für die Öffentlichkeit zugänglich." Warum versteckt die Gurkentruppe eigentlich die Gedenkstätte ihrer Toten ?! Da könnte die MOZ doch mal nachhaken ;)

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