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Imageschaden: Verärgerung über Steggebühren

Über die Gebührenhöhe am Stadtsteg gibt es Ärger.
Über die Gebührenhöhe am Stadtsteg gibt es Ärger. © Foto: Wolfgang Balzer
Wolfgang Balzer / 20.06.2017, 16:21 Uhr
Ketzin/Havel (MOZ) Seit gerade mal zwei Monaten sind die neuen und höheren Anlegegebühren am Ketziner Stadtsteg gültig (Brawo berichtete), da gibt es schon richtig Ärger, wie die Kommentare in den elektronischen Medien beweisen.

Darauf machte Renate Donat (LINKE) während der Stadtverordnetenversammlung aufmerksam. Sie sprach von Beschimpfungen der Mitarbeiter der Stadt, die am Steg die Gebühren kassieren, und von negativen Kommentaren der Wassertouristen über die Gebührenhöhe, die den angebotenen Leistungen nicht entsprechen würde. Auch wegen des Imageschadens für die Stadt bat sie, das Thema erneut auf die Tagesordnung zu setzen. Eine Rückblende: Wegen der nunmehr zu zahlenden Mehrwertsteuer auf die Anlegegebühren rutschten die Einnahmen (rund 26.000 Euro) im vergangenen Jahr mit rund 10.000 Euro ins Defizit. Den von der Stadt vorgeschlagenen moderaten Erhöhungen stimmte der Wirtschaftsausschuss zu, der Finanzausschuss hielt sie für zu niedrig, weil nicht kostendeckend.

Der Hauptausschuss empfahl den Stadtverordneten die moderatere Variante. Überraschend votierte eine deutliche Mehrheit der Stadtverordneten letztendlich für die teurere Variante, weil nicht sein könne, dass hier die Stadt zuzahlen müsse. Und das nach mehrfachen Warnungen der Mitarbeiter am Stadtsteg, die Sabine Pönisch, stellvertretende Bürgermeisterin, den Stadtverordneten vorher übermittelt hatte. Renate Donat, selbst Wassersportlerin, hatte gleichfalls gewarnt, dass Ketzin dann der teuerste Hafen zwischen Potsdam und Brandenburg wäre. Bürgermeister Bernd Lück (FDP) kennt die Situation, ist aber an das Votum der Kommunalpolitiker gebunden. Er habe gerade erst eine Mail eines Wasserwanderers bekommen, der die gleichen Worte benutzt habe und sicher keine Werbung für Ketzin/Havel machen werde, sagte er.

Lück empfahl, nicht erst das Saisonende für eine finanzielle Zwischenbilanz abzuwarten. Gegen den Vorschlag, schnellstens zu handeln, gab es keine Einwände. In aller Kürze wird sich eine Sonder-Stadtverordnetenversammlung mit den Auswirkungen der Gebührenerhöhung und dem schon jetzt eingetretenen Imageschaden beschäftigen. Die Wassertouristen wird es freuen, ist doch eine Senkung der Anlegegebühren sehr wahrscheinlich.

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