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Ära Heuberger beginnt mit drei Niederlagen

 Deutschlands Bundestrainer Martin Heuberger verfolgt den Spielverlauf.
Deutschlands Bundestrainer Martin Heuberger verfolgt den Spielverlauf. © Foto: dpa
06.11.2011, 17:19 Uhr
Halle/Westfalen (dapd) Drittes Spiel, dritte Pleite: Die deutschen Handballer haben zum Auftakt der Ära Martin Heuberger ausschließlich Lehrgeld bezahlt. Die Mannschaft des Deutschen Handball-Bundes (DHB) verlor auch das dritte und letzte Spiel beim hochkarätig besetzten Supercup gegen Turniersieger Spanien in Halle/Westfalen 23:27 (9:11). Damit wartet auf den neuen Bundestrainer Heuberger, der die Nachfolge von "Mr. Handball" Heiner Brand angetreten hatte, noch viel Arbeit bis zur Europameisterschaft Anfang des kommenden Jahres (15. bis 29. Januar) in Serbien.

Dass der Weg zurück in die Weltspitze noch sehr weit ist, zeigten die drei Partien gegen Vize-Weltmeister Dänemark (26:29), dem WM-Vierten Schweden (22:25) und eben Spanien. Unter den Augen von Ex-Bundestrainer Brand, der in Halle für seine 14-jährige Tätigkeit vor der Partie mit dem Joachim-Deckarm-Preis ausgezeichnet worden war, präsentierte sich die deutsche Mannschaft im Duell mit den Großen des Kontinents nur bedingt konkurrenzfähig.

Das zeigte sich auch im Spiel gegen die Spanier, die bereits nach den Erfolgen über Schweden (25:23) und Dänemark (29:26) als Turniersieg festgestanden hatten. Einmal mehr ließ die Chancenverwertung stark zu wünschen übrig. Teilweise wurden die Angriffe viel zu hektisch abgeschlossen, mit unnötigen Abspielfehlern machte sich die DHB-Auswahl das Leben selbst schwer. So war es Schlussmann Silvio Heinevetter zu verdanken, dass die Partie nicht frühzeitig entschieden war.

Dabei erwischte die Heuberger-Mannschaft einen Start nach Maß. Bereits nach 35 Sekunden hatte Michael Müller den Weltmeister von 2007 in Führung gebracht. Doch schnell zeigte sich die Klasse des WM-Dritten von der iberischen Halbinsel. Bis zum 2:2 waren die Deutschen im Spiel, danach zogen die Spanier davon. Beim Stand von 4:9 war bereits große Ernüchterung unter den 7100 Zuschauern eingekehrt.

Doch bis zur Pause kämpfte sich die deutsche Mannschaft auch dank Heinevetter zurück ins Spiel und konnte den Rückstand mit 9:11 im Rahmen halten. Diesem Zwei-Tore-Vorsprung lief die deutsche Mannschaft auch lange im zweiten Durchgang hinterher, ehe sie Moral bewies und in der 51. Minute sogar mit 21:20 in Führung ging. Doch die Spanier antworteten sogleich mit drei Toren und gewannen am Ende souverän.

Zwtl.: Bewegende Ehrung für Ex-Bundestrainer Brand

Einen bewegenden Moment hatten die Zuschauer vor der Partie erlebt, als Heiner Brand für seine langjährigen Verdienste ausgerechnet von seinem Freund Joachim Deckarm ausgezeichnet worden war. "Das ist ein sehr emotionaler Augenblick für mich, hier mit Joachim zu stehen. Ich darf mich sehr für diese Auszeichnung bedanken", sagte der deutsche Mr. Handball.

Die Verleihung des Joachim-Deckarm-Pokals war zugleich der endgültige Schlussstrich unter die Ära Brand, die mit dem Gewinn des WM-Titels 2007 ihren Höhepunkt erreicht hatte. So wurde der Mann mit dem Schnauzbart, der nach dem schwachen Abschneiden bei der WM 2010 zurückgetreten war, ein letztes Mal von den gut 5000 Zuschauern mit Standing Ovations gefeiert. "Danke Heiner", stand auf einer großen Bande geschrieben.

Doch dass ausgerechnet Deckarm ihm den Preis verlieh, machte die Sache für Brand erst so emotional. Brand hatte mit ansehen müssen, wie sein früherer Teamkollege im März 1979 bei einem Europacupspiel des VfL Gummersbach im ungarischen Tatabanya schwerste Kopfverletzungen erlitten hatte und seitdem an den Rollstuhl gebunden ist. Der Joachim-Deckarm-Preis symbolisiert die aus Bronze gegossene Wurfhand des einstmaligen Starspielers Deckarm.

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