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Regina Hilber setzt sich gegen 24 Mitbewerber als Burgschreiberin 2017/18 durch / Die Autorin freut sich auf das Stipendium

Eine Wienerin zieht auf die Beeskower Burg

Qual der Wahl: Monika Kunth, Carmen Winter, Florentine Nadolni und Klaus Berndl (v.l.) entscheiden sich für Regina Hilber. Jurymitglied Peter Liebers fehlt auf dem Bild.
Qual der Wahl: Monika Kunth, Carmen Winter, Florentine Nadolni und Klaus Berndl (v.l.) entscheiden sich für Regina Hilber. Jurymitglied Peter Liebers fehlt auf dem Bild. © Foto: MOZ/Jörg Kühl
Tatjana Littig und Jörg Kühl / 11.07.2017, 06:54 Uhr
Beeskow (lit/jök) Regina Hilber ist die 25. Burgschreiberin auf Burg Beeskow. Eine fünfköpfige Jury wählte die Wienerin am Montag aus 25 Bewerbungen aus. "Ich habe mich sehr gefreut, als vor etwa einer Stunde der Anruf aus Beeskow kam", erklärt Regina Hilber. "Sie treffen mich gerade beim Bergsteigen in Tirol", fügt sie lachend an. 1970 in Hausleiten in Niederösterreich geboren, lebte sie mehr als 30 Jahre in Tirol - und reist dorthin noch immer regelmäßig. Seit 2006 ist die Schriftstellerin in Wien zu Hause. Sowohl Lyrik als auch Essays und Prosa umfassen ihr Schaffen. Wie sie dazu kam, sich in Beeskow um das Amt der Burgschreiberin zu bewerben? "Ich habe auf einem Literaturportal von der Ausschreibung erfahren und fand die Idee ganz toll, auf einer Burg zu leben", antwortet sie.

"25 Bewerber zum 25. Amtsantritt, wenn das mal kein Zufall ist", freut sich Monika Kunth, Kulturamtsleiterin im Landkreis Oder-Spree am Montag bei der Jurysitzung, über die Kuriosität. Die fünfköpfige Jury macht es sich nicht leicht, sich zu entscheiden, doch am Ende kommt man zu einer einvernehmlichen Entscheidung. "Ihre Sprache ist von herausragender Qualität und hat uns überzeugt", fasst Klaus Berndl zusammen. Traditionell ist der ehemalige Burgschreiber Mitglied der Jury. Die Autorin Carmen Winter, die auf der Burg ganzjährig die Offene Schreibwerkstatt leitet, überzeugt, dass Regina Hilber zu den Orten, die sie beschreibt, einen innigen Bezug herzustellen weiß. Kulturamtsleiterin Monika Kunth lobt, dass die Lyrik der Wienerin geeignet sei, im Kopf Bilder entstehen zu lassen. Burgchefin Florentine Nadolni betont, sie sei gespannt, was die Wiener Autorin mit dem Begriff "literarische Landvermessung" meint. Denn das ist das erklärte Ziel von Regina Hilber. In ihrer Bewerbung gibt sie an, ein Beeskower Burgprotokoll entwerfen zu wollen. "Ein Gedichtzyklus mit sehr poetischer Sprache", erklärt sie dazu.

Während sie zuvor noch nicht in Beeskow war, wird der Aufenthalt in Brandenburg nicht der erste für sie sein. 2013 verbrachte Regina Hilber drei Monate auf Schloss Wiepersdorf im Landkreis Teltow-Fläming. Weitere Residenzprogramme führten sie nach Slowenien, Italien, Armenien und in die Slowakei. "Ich lasse mich gern auf neue Landschaften und auf neue historische Bezüge ein, die ich dann mit meinen Gedanken und Ideen verknüpfe", sagt die Autorin.

Dass die Antrittsvorlesung der Burgschreiberin nicht wie sonst im Juni, sondern erst am 9. September erfolgt, liegt daran, dass das Vorsteherhaus, neue Unterkunft der Amtsträger, über den Sommer von Baustellenlärm gezeichnet ist, erläutert Susann Müller vom Burgteam. Landkreis und Stadt finanzieren das Stipendium. Ein halbes Jahr wird die Wienerin in Beeskow bleiben - so lange war sie noch nie weg. "Meine Bücher werden mir am meisten fehlen und mein persönlicher Kram", sagt sie.

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