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Nahverkehrsplan listet mehrere Änderungen auf / Straßenbahnlinie 5 steht vor dem Aus

Linientausch im Stadtverkehr

Neues Ziel: Ab dem Fahrplanwechsel im Dezember fahren die Straßenbahnen der Linie 4 zur Lebuser Vorstadt.
Neues Ziel: Ab dem Fahrplanwechsel im Dezember fahren die Straßenbahnen der Linie 4 zur Lebuser Vorstadt. © Foto: MOZ/Frank Groneberg
Frank Groneberg / 14.07.2017, 07:30 Uhr
Frankfurt (Oder) (MOZ) Mit dem Fahrplanwechsel im Dezember wird es mehrere Änderungen im Frankfurter Nahverkehr geben. Festgelegt sind diese Änderungen im Nahverkehrsplan für die Jahre 2017 bis 2021, der jetzt den Stadtverordneten in erster Lesung vorgestellt wurde.

Der Nahverkehrsplan für die Jahre 2017 bis 2021 wird ab Herbst die Stadtverordnetenversammlung (SVV) beschäftigen. In ersten Lesungen ist das Papier bereits in zwei Ausschüssen der SVV vorgestellt worden. Für die Fahrgäste sind vor allem die Änderungen im Liniennetz interessant, deren wichtigste die MOZ bereits Anfang April vorgestellt hatte. So werden ab dem Fahrplanwechsel zum Jahresende die Strecken der Straßenbahnlinien 1 und 4 teilweise getauscht: Die Linie 1 verkehrt künftig zwischen Neuberesinchen und Stadion, die Linie 4 zwischen Markendorf und Lebuser Vorstadt.

Das Angebot auf der Straßenbahnlinie 5 wird zugunsten jenes der Linie 2 erheblich zurückgefahren. Die Bahnen der Linie 5 werden künftig montags bis freitags nur noch zwischen 6 und 8 Uhr sowie zwischen 16 und 18 Uhr, also nur noch zu den Hauptverkehrszeiten fahren. Die Bahnen der Linie 2 verkehren in der Woche dafür öfter - und zwar zwischen 8 und 16 Uhr alle zehn statt momentan alle 20 Minuten, womit der gestiegenen Nachfrage entsprochen wird. Für Neuberesinchen heißt das: Hier fährt in dieser Zeit nur noch die Linie 1, es kommt also nur noch alle 20 statt momentan alle zehn Minuten eine Straßenbahn.

Im aktuellen Entwurf des Nahverkehrsplans wird allerdings angeregt, einzelne Bahnen auf der Linie 5 noch bis 9.30 Uhr fahren zu lassen und so den Studenten, die das Sprachenzentrum der Viadrina in der August-Bebel-Straße besuchen, entgegenzukommen. Umgekehrt wird vorgeschlagen, die Linie 5 am Nachmittag erst ab 16.15 Uhr einzusetzen, damit die Linie 2 noch bis 16.45 Uhr alle zehn Minuten aus der Innenstadt zum Messegelände fahren kann.

Mittelfristig steht die Straßenbahnlinie 5 in ihrer jetzigen Form aber vor dem Aus. "Im Jahr 2017 soll eine Abstimmung zur grundsätzlichen Neubetrachtung der Linienführung der Linie 5 erfolgen", heißt es im Nahverkehrsplan wörtlich. Das Ergebnis soll dann zum Fahrplanwechsel 2018/2019 umgesetzt werden.

Änderungen gibt es auch auf den Buslinien. Die Linie 985 zwischen Bahnhof und Messering wird komplett gestrichen, die Leistungen werden teilweise in die Linie 980 integriert. Eine Direktverbindung zwischen Rosengarten und Markendorf (982) wird es künftig nicht mehr geben - "aus wirtschaftlichen Gründen", wie Dezernent Markus Derling jetzt im Hauptausschuss der SVV begründete. Die Nachtbuslinie N2, auf der es ohnehin nur eine Fahrt gibt, wird komplett gestrichen, die Linie N1 aufgeteilt in N1a und N1b.

Verbesserungen sind im Schülerverkehr geplant. Sowohl das OSZ als auch die beiden Gymnasien sollen besser angebunden werden. Dafür sollen - so der Vorschlag - die Streckenführungen der Regionalbuslinien aus Oder-Spree und Märkisch-Oderland verändert werden. Die Busse der Linie 442 aus Müllrose sollen künftig über die Haltestelle Potsdamer Straße (OSZ) geleitet und einzelne Fahrten bis zum Karl-Liebknecht- und zum Gaußgymnasium verlängert werden. Mit einer Veränderung der Linienführung der Regionalbusse aus MOL (Linien 968, 969, 970) sollen die Sportschule, das OSZ und das Karl-Liebknecht-Gymnasium direkt angebunden werden.

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Ernst Haft 14.07.2017 - 19:23:16

Vorschlag

Der SVF könnte mehr Schichtarbeiter zum Umstieg auf den ÖPNV bewegen, wenn er den Angestellten in den Gewerbegebieten in Richtung Markendorf bis 24 Uhr eine direkte Verbindung zum Zentrum bieten würden. Diese Kollegen würden sich eine Dauerkarte kaufen, wenn sie in Früh- und Spätschicht direkt nach Hause kämen. Weil diese Möglichkeit jedoch nicht gegeben ist, verzichten diese komplett darauf, den SVF zu nutzen.

Hendrik Haucke 14.07.2017 - 14:24:38

Ein Problem abschaffen und ein anderes Schaffen

Also wenn man ließt das die Linie 5 um die Linie 2 zu Verstärken fast abgeschafft werden soll der kann sich eigentlich nur am Kopft fassen. Denn es handelt sich nur um eine Haltestelle die die Linie 5 nicht anfahren kann und diese ist die Haltestelle Zentrum, um mehr handelt es sich nicht. Würde es wenigsten eine Einsparung ergeben dann ergebe es noch Sinn. Sich gedanken zu machen wie man dies besser hingriegen könnte, ohne gleich ein ganzen Stadtteil abzuhängen wurde aber nicht gemacht. Man könnte genauso die Linie 5 von Neuberesinschen über die Haltestelle Zentrum, zur Uni und von dort aus nach dem Messegelände fahren lassen.(in der Gegenrichtung genauso) Dies wäre ein Kompromiss für ein zehn Minuten Takt aus und nach Westkreutz und Neuberesinschen ohne größe höhere Kosten zu verursachen. Denn wenn es so kommt wie es der Nahverkehrsplan vorsieht ist zwar die Platzkapazität in der Linie 2 gestiegen, aber doch beim Wegfall der Linie 5 kommt es zu so einer Platzknappheit das so mancher Fahrgast nicht mehr mitkommt. Dies ist aber ein verschulden der SVF, denn sie hat auch gar keine Fahrzeuge um zum Beispiel in der Haupzverkehrszeit in Doppeltraktion mit den Tatrabahnen zu fahren. Nun muß der Fahrgast die Suppe wieder auslöffeln.

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