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Ingo Mikat 18.07.2017 06:30 Uhr
Red. Seelow, seelow-red@moz.de

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Sicht auf die Welt gespiegelt

Friedersdorf (MOZ) Seit dem Wochenende stellen die Teilnehmer eines auf den Oderbergen bei Lebus durchgeführten internationalen Künstlersymposiums im Kunstspeicher Ergebnisse ihrer Arbeit vor.

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„Stalker-Interpretation“ von Lili Lazarska.

© Cornelia Mikat

Zwei Wochen lang hatten sich Künstler und Künstlerinnen aus Deutschland, Polen, den Niederlanden, Russland, den USA, der Ukraine, Weißrussland und der Slowakei unter dem Motto "Die Macht der Bilder" intensiv mit dem Wirken des russischen Regisseurs Andrej Tarkowski beschäftigt und seine künstlerische Sichtweise der Welt in eigenen Arbeiten widergespiegelt.

Zur Eröffnung der Ausstellung erinnerte der polnische Professor der Universität der Künste Poznans, Jacek Strzelecki, an die Internationalität der Erfahrung mit Tarkowskis Kunstwerken: "Wir sind eine Generation, die mit den Filmen aufgewachsen ist. Ihre Fragen begleiteten uns durch das Leben, ihre Sprache und ihre Themen verbinden uns unabhängig von unserer Nationalität. Das Symposium bot Gelegenheit zu internationaler Begegnung und zur Entwicklung künstlerischer Ideen. Ich bin froh, dass wir uns hier treffen konnten und so viele interessante Werke entstanden."

In seiner Einführung zur Ausstellung berichtete Jens Lawrenz über die Symposiumsarbeit: "Wir haben uns noch einmal alle seine Filme angesehen. Sie zeigen innere Werte und große Gefühle in großartigen, oft realen Bildern, an denen wir teilhaben können, ja geradezu teilhaben müssen. Es ist eine Welt, in der es um Dinge wie das Gewissen, Glaube, Hoffnung, Liebe und um Opfer geht, die man bringen muss, damit die Menschheit überleben kann."

Anschließend verdeutlichte er an Hand des Films "Solaris" von 1972, wie der Mensch als Rezipient aus einem Kunstwerk eine andere geistige Welt extrahieren kann, die gleichzeitig neben und in der Realität existiert.

In einem Grußwort brachte der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Märkisch Oderland, Uwe Schumacher, seine Freude zum Ausdruck, mit Mitteln der Sparkassenstiftung das Kunstprojekt unterstützen zu können: "Es ist uns wichtig, für unsere Gesellschaft hier zu helfen. Leider wird ja im Gegensatz zu Sonntagsreden bei knapper Kassenlage häufig schnell zuerst bei der Kunst gespart."

Nach der Eröffnung der Präsentation standen die ausstellenden Künstler zu Gesprächen bereit. Das Publikum zeigte sich begeistert, mit wie vielen unterschiedlichen Ideen und mit welcher Formensprachenvielfalt die Methode Tarkowskis, Erkundungen der Gegenwart im Vergangenen zu inszenieren, in Bilder umgesetzt wurde. Auch seine künstlerische Methode der Auflösung bekannter Zeiterfahrungen und des Einsatzes traumhafter Sequenzen sowie der Montage unterschiedlicher Handlungsstränge zu einem Gewebe überdimensionaler historischer Erfahrungen mittels individueller Erlebnisse, finden sich in vielen Bildern der neuen Ausstellung wieder.

Immer geht es in den gezeigten Werken wie in Tarkowskis Filmen zugleich um "Das Ich in der Welt und die Welt im Ich" und zwar nicht als freudianische Nabelschau, sondern in humanistischer Verantwortung für die gesamte Schöpfung. Eine großartige internationale Ausstellung, die das Nachdenken über die Welt und unseren Platz in ihr beflügelt und zu Diskussionen anregt.

Die Ausstellung "Die Macht der Bilder - der Einfluss Andrej Tarkowskis auf Künstler der Gegenwart" ist dienstags bis sonntags von 11 bis 18 Uhr geöffnet

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