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Baurecht für Hospiz beschlossen

Joachim Eggers / 18.07.2017, 06:35 Uhr
Woltersdorf (MOZ) Das seit Jahren vorbereitete Hospiz auf dem Gelände des Woltersdorfer Krankenhauses kann gebaut werden. Die Gemeindevertretung hat dem Projekt mit klarer Mehrheit grünes Licht gegeben. Erneut wurden massive Widerstände sichtbar.

Angelika Behm, die Geschäftsführerin der Trägergesellschaft, die schon am Berliner Wannsee ein stationäres Haus für sterbende Menschen betreibt, verfolgte die Sitzung still im Zuschauerraum. Sie will jetzt möglichst bald mit dem Flachbau beginnen, der an der Schleusenstraße, hinter dem Krankenhaus, entstehen soll. Sie freue sich, dass es jetzt losgehen könne, gab sie am Montag zu Protokoll. Wann die Einrichtung eröffnen kann - dazu wollte sie sich nicht festlegen. Zwar ist der Bauantrag schon gestellt, aber man wisse ja nicht, wie schnell er bearbeitet werde. Die reine Bauzeit wird auf ein Jahr geschätzt, die Kosten auf rund drei Millionen Euro.

Es war der Landkreis, der verlangt hatte, für das Vorhaben einen eigenen Bebauungsplan zu entwickeln. Wäre das Hospiz nach einfachem Baurecht genehmigt worden, hätte die Gefahr bestanden, dass andere Bauherren daraus Ansprüche ableiten - ein Gedanke, der zumindest einigen in Woltersdorf durchaus einleuchtete. Denn der Baukörper soll außergewöhnlich werden: 29 mal 29 Meter groß und weitgehend ebenerdig - nur ein kleiner Teil des Hauses soll ein Obergeschoss für Verwaltungsbereiche bekommen. Das Gebäude soll so ausgerichtet werden, dass alle 14 Zimmer optimal Lichtung erhalten.

Im vorigen Dezember stand das Projekt kurz vor dem Scheitern, nachdem ein Patt im Bauausschuss die weitere Arbeit an dem B-Plan gestoppt hatte. In der nachfolgenden Gemeindevertretersitzung gab es dann doch eine klare Mehrheit für das Projekt. Die Bedenken, die im Dezember eine Rolle spielten, wurden in der letzten Abwägungsrunde in der Gemeindevertretung erneut aufgeworfen. Dabei ging es zum Beispiel um die Farbgebung, den genauen Standort der Mülltonnen, wegen der von ihnen ausgehenden Gerüche, und in erheblichem Maß um den Betriebssitz der Betreibergesellschaft. Dass der nicht in Woltersdorf ist, war einigen Bürgern und Gemeindevertretern schon länger ein Dorn im Auge, auch wenn das mit Baurecht nichts zu tun hat. Monika Kilian (SPD) fehlte das Verständnis für diese Forderungen: "Wir als Arbeiterwohlfahrt haben den Firmensitz auch nicht in Woltersdorf und betreiben zwei Kitas", sagte sie. Am Ende stimmten drei Gemeindevertreter - Karl-Heinz Ponsel, Dirk Hemmerling (beide von Unser Woltersdorf) und Jens Mehlitz (Woltersdorfer Bürgerforum) gegen den Plan, Henry Henschel (Unser Woltersdorf) enthielt sich, 15 Gemeindevertreter stimmten zu.

Der Durchführungsvertrag, hatte Bauamtsleiterin Kerstin Marsand eingangs mitgeteilt, ist schon unterschrieben. Er regelt, dass der Bauherr die Erschließung bezahlen muss. Er enthält auch die Verpflichtung des Bauherren, das Hospiz binnen 36 Monaten zu errichten. Die neue Einrichtung soll das erste stationäre Hospiz in den Landkreisen Oder-Spree und Märkisch Oderland werden.

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