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Bei der Podiumsdiskussion im Haus der Naturpflege ging es auch um Hochwasserschutz

Kulturlandschaft aufgeben oder nicht?

Diskutierten wichtiges Thema: Stephen Ruebsam, Hans-Georg von der Marwitz, Kerstin Kühn und Jan Sommer (v. l.) im Haus der Naturpflege in Bad Freienwalde
Diskutierten wichtiges Thema: Stephen Ruebsam, Hans-Georg von der Marwitz, Kerstin Kühn und Jan Sommer (v. l.) im Haus der Naturpflege in Bad Freienwalde © Foto: MOZ/Heike Jänicke
Heike Jänicke / 18.07.2017, 06:45 Uhr
Bad Freienwalde (MOZ) Das Thema der Podiumsdiskussion am Freitag im Haus der Naturpflege hätte nicht regionaler sein können. Mit dem Titel "Wir müssen den Flüssen ihren Raum lassen. Sie holen ihn sich sonst - mit schlimmen Folgen für die betroffenen Menschen - zurück" ging die von Sascha Meyer vom BUND-Landesvorstand moderierte Veranstaltung einem mit Blick auf die Ereignisse an der Oder vor 70 und 20 Jahren interessantem Thema nach. Zur Diskussion eingeladen waren die Bundestagskandidaten für den Wahlkreis Märkisch-Oderland und Barnim II, Hans-Georg von der Marwitz (CDU), Stephen Ruebsam (SPD), Kerstin Kühn (Linke ) und Jan Sommer (Bündnis 90/Die Grünen).

Was hat sich seit der gefährlichen Situation 1997 an der Oder im Hochwasserschutz getan, als nur mit knapper Not der Deich bei Hohenwutzen verteidigt werden konnte? Was muss noch erreicht werden? Und wie sieht die Vision der Kandidaten für ein Leben an der Oder aus? Diesen Fragen gingen die Teilnehmer in gut zwei Stunden nach.

Von den rund 10 000 Hektar, die 1997 angedacht gewesen seien, sei nur ein Prozent an Deichrückverlegung passiert, informierte Sascha Meyer. Ein Fakt, der immer wieder für Diskussionen sorgt. Gerade flussnahe Räume seien dicht besiedelt. Und das mache die Situation so schwierig, selbst im Oderbruch, sagte der Bundestagsabgeordnete, der dort Landwirtschaft betreibt. "Für uns ist der Deich und der Hochwasserschutz lebensnotwendig", so von der Marwitz aus Friedersdorf. Allerdings handele es sich dabei um eine Kulturlandschaft. Es stehe die Frage, ob man diese aufgeben und Flächen für Polder aufkaufen wolle. Und je länger Katastrophen zurückliegen würden, desto schwieriger werde es, die Diskussion darüber in einer breiten Öffentlichkeit zu führen.

Relativ weit in puncto Ausweisung von Polderflächen sei man dagegen in der Neuzeller Niederung, so Stephen Ruebsam aus Rüdersdorf. "Wir sind bereits bei der Entwurfsplanung. In der Ziltendorfer Niederung ist allerdings noch Zank", so Ruebsam. Da stehe die Frage der Entschädigung und die Frage, wie man vermitteln und den Leuten erklären könne, dass Hochwasserschutz wichtig sei.

Was die Binnenschifffahrt auf der Oder betrifft, da stimmte Kerstin Kühn aus Bernau aus ökologischer Sicht dafür, den Güterverkehr wieder auf die Schiene zu verlegen. Das nötige Geld sollte ihrer Meinung nach aus solchen Töpfen wie Abrüstung oder Vermögenssteuer kommen. Schließlich handele es sich um öffentliche Daseinsvorsorge.

Jan Sommer aus Müncheberg legte im vorbeugenden Hochwasserschutz den Schwerpunkt auf die Bewirtschaftung der Böden. Es sei wichtig, diese so zu bewirtschaften, dass die in ihrer Funktion nicht gestört werden, so dass sie Wasser speichern und in die Tiefe abgeben können. Dann würden Starkregenereignisse, wie sie jetzt aufgetreten waren, nicht zu so großen Schäden führen.

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