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Neue Ausstellung im Oderbruch-Museum Altranft / System der Exposition weist in die Zukunft

Wasserschau zieht Gäste in Bann

Anett Zimmermann / 18.07.2017, 07:30 Uhr
Altranft (MOZ) Die Ausstellung zum aktuellen Jahresthema "Wasser und Oderbruch" ist am Sonntag im Schloss Altranft eröffnet worden. Diese "Wasserschau" habe bereits am Vortag zahlreiche Besucher in ihren Bann gezogen, berichteten Mitarbeiter des Museums.

Erstmals seit dem Neubeginn sei nun auch ein richtiger Rundgang im Hauptgebäude, also dem Schloss Altranft, möglich, freute sich Kenneth Anders, Leiter des Programmbüros. Dabei fallen den Besuchern bereits im Schlosspark große Objekte des Gewässer- und Deichverbands Oderbruch (GEDO) auf, darunter Krautbagger, Steuerhäuschen und Schubleichter.

Im Entree können sie sich zudem einen Überblick darüber verschaffen, was sie im Oderbruch-Museum Altranft erwartet. In einem eigens für den Raum geschaffenen halbrunden Metall-Gestell sind auswechselbare Fotos aus Ausstellungen und von Veranstaltungen zu sehen und haben auch Faltblätter zum Mitnehmen Platz. Von dort sind es nur wenige Schritte zum Museumsladen und dem nun ebenfalls zugänglichen Studiolo, einem zwar noch nicht ganz fertigen Gelehrten- oder Studierzimmer, das aber schon jetzt mit zahlreichen Objekten dazu einlädt, sich mit den vielschichtigen Aspekten der Landschaft zu beschäftigen.

Die Jahresausstellung sei, so Kenneth Anders, auf Basis umfangreicher Recherchen und Gesprächen mit mehr als 20 Menschen erarbeitet worden, die sich mit dem Wasser im Oderbruch und seiner Steuerung auseinandersetzen. "Es gibt ja nur wenig bis keine kleinen Exponate, die vom Wasser erzählen." Bei der Melioration sei man ohnehin schnell bei der industriellen Steuerung des Wassers, erklärte Kenneth Anders und verwies auf eine über hundert Jahre alte Pumpe, die zufällig im Schlamm gefunden worden sei. "Wer weiß, was da noch alles im Boden schlummert", sagte er und kehrte gedanklich zum Schloss und dessen Reichtum zurück. "Ohne die Trockenlegung des Oderbruchs wäre der Wohlstand nicht möglich gewesen."

Auf farblich voneinander abgesetzte Zitate aus den Gesprächen stößt der Besucher im hinteren Foyer und den nächsten Räumen. Jeder Satz steht und wirkt dort für sich. Eine Idee von Kuratorin Antje Scholz, auf deren weitere Umsetzung man nur gespannt sein darf, denn an den Wänden ist zum Teil noch viel Platz. In der Jahrespublikation werden diese Zitate dann ausführlicher und um Porträts der Menschen ergänzt nachzulesen sein, so Kenneth Anders. Technische Medien, heute als Teil moderner Museumsarbeit meist generell gefordert, dürfen in der neuen Jahresausstellung ebenfalls nicht fehlen. Es gibt Hörstationen, Filmdokumentationen aus den DEFA-Wochenschauen "Der Augenzeuge" über das Oder-Hochwasser 1947, Imma Harms' Amateurfilmrolle zum Hochwasser 1997 sowie ein Fließschema des GEDO, das per Mausklick Zusammenhänge der "Landschaftsmaschine Oderbruch" deutlich macht.

Auch den eindrucksvollen Schwarz-Weiß-Fotografien von Ulrich Seifert-Stühr von wasserwirtschaftlichen Anlagen und von Stefan Schick von Menschen, die heute zum Erhalt und der Stabilisierung des Wassersystems im Oderbruch beitragen, kann sich der Betrachter kaum entziehen. Wer im Oderbruch lebt, wird viele der Gesichter und so manchen Ort in dieser Installation von Nadja Hirsch, zugleich Produktionsleiterin des Museums, kennen.

Wer wissen möchte, wer oder was genau zu sehen ist, greift zu den am Fenster bereitliegenden Erläuterungen. Schon im nächsten Jahr könnten einige der Aufnahmen gegen andere und zum neuen Jahresthema "Landwirtschaft" passende Fotografien getauscht werden. "Wir sind jetzt an einer Scheidemarke", erklärte Kenneth Anders und fügte hinzu: "Wir haben ein System gefunden, mit dem wir weiter arbeiten wollen." Durch das Auswechseln könne sich in vier, fünf Jahren ein Panorama entwickeln, das das Oderbruch in all seinen Facetten zeigt und erlebbar macht.

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