Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Stadtbote startet Telefonbefragung zu den Themen Nahverkehr, Einzelhandel und Doppelstadt

Mit der Straßenbahn nach Slubice?

Areal mit Potenzial: Slubice und die Slubicer Straße sind ein Schwerpunkt der MOZ-Telefonbefragung.
Areal mit Potenzial: Slubice und die Slubicer Straße sind ein Schwerpunkt der MOZ-Telefonbefragung. © Foto: MOZ/Thomas Gutke
Thomas Gutke / 18.07.2017, 07:30 Uhr - Aktualisiert 18.07.2017, 08:38
Frankfurt (Oder) (MOZ) Seit 2012 verbindet eine Buslinie Frankfurt und Slubice, über die derzeit noch neu verhandelt wird. Doch wie steht es eigentlich um das Fernziel - eine gemeinsame Straßenbahnlinie? Wäre das überhaupt erwünscht? Zu diesen und anderen Fragen startet die MOZ ab diese Woche eine Telefonbefragung.

Es war ein klare Absage, auch wenn die Beteiligung an der Abstimmung (28 Prozent) gering war: 83 Prozent der Frankfurter sprachen sich 2006 in einer Bürgerbefragung gegen eine Anbindung von Slubice an das Straßenbahnnetz aus. Doch seitdem hat sich zwischen Frankfurt und Slubice viel verändert und bewegt. Im Dezember 2007 fielen an der Stadtbrücke die Grenzkontrollen weg. Es gibt deutsch-polnische Kitas, eine grenzübergreifende Fernwärmeleitung, gemeinsame Projekte, Veranstaltungen und Feste - wie beispielsweise der Bunte Hering. Seit Ende 2012 verkehrt zwischen Hauptbahnhof und Platz der Helden zudem die stark nachgefragte Buslinie 983. Der Vertrag dazu zwischen den Nachbarstädten läuft Ende September aus. Noch ist die Weiterfinanzierung durch die polnische Seite nicht abschließend geregelt. Die Partnerstädte wollen jedoch unbedingt an der Verbindung festhalten. Das eigentliche Fernziel aber bleibt eine Straßenbahn, die von der Magistrale aus in die Slubicer Straße abbiegt, die Oder überquert und durch Slubice fährt. An dieser verkehrspolitischen Zielstellung wird auch in der aktuell diskutierten Fortschreibung des Nahverkehrsplanes festgehalten:

Doch: würden es die Frankfurter überhaupt wollen, dass Politik und Verwaltungen beiderseits der Oder einen neuen Anlauf für eine Straßenbahn nach Slubice nehmen? Das will die Redaktion des Stadtboten ab diese Woche in Erfahrung bringen. Die MOZ hat dazu eine Telefonbefragung im Raum Frankfurt gestartet. Die Meinungsumfrage wird durch ein Bremer Unternehmen im Namen unseres Medienhauses durchgeführt. Neben der deutsch-polnischen Straßenbahn befragen wir die Frankfurter dabei auch zu einer Reihe weiterer Themen. So interessiert uns, wie häufig und warum die Frankfurter nach Slubice fahren, wie es städtebaulich mit den brachliegenden Flächen an der Slubicer Straße weitergehen soll und ob es - wie kürzlich von der CDU vorgeschlagen - Expresszüge von Frankfurt nach Berlin geben sollte (zu allen Themen und Fragen siehe auch den Infokasten).

Die Befragung läuft von Mitte Juli bis Ende August. Die anschließende Auswertung der Umfrageergebnisse sowie eine ausführliche Berichterstattung mit Hintergründen und Meinungen zu den genannten Themen ist für September geplant.

Gleichzeitig sind alle Stadtboten-Leser dazu aufgerufen, sich in den nächsten Wochen an den Debatten zu beteiligen. Schreiben Sie uns ihre Meinung und schicken Sie dieses an Frankfurter Stadtbote, Paul-Feldner-Straße 13 oder per Mail an frankfurt-red@moz.de.

Themen und Fragen der MOZ-Umfrage:


■ Stadtverkehr/Anbindung Frankfurt-Slubice: Sollte es einen neuen Anlauf für eine Straßenbahn nach Slubice geben? Wie häufig nutzen sie die Buslinie 983? Würden Sie häufiger nach Slubice fahren, wenn es einen Straßenbahnlinie gäbe?
■ Doppelstadt Frankfurt-Slubice: Finden Sie es gut, dass es an der Stadtbrücke keine Grenzkontrollen mehr gibt und die Grenze offen ist? Wie häufig sind Sie in Slubice? Aus welchen Gründen fahren Sie nach Slubice?
■ Regionalverkehr: Würden Sie die Einführung von Expresszügen nach Berlin befürworten? Sollten zwischen Frankfurt und Berlin künftig stündlich drei statt zwei Züge verkehren? Wie häufig fahren Sie mit dem RE1?
■ Slubicer Straße/Einkaufszentrum: Halten Sie eine Neubebauung der Slubicer Straße mit einem Einkaufszentrum, Büros und Wohnungen für sinnvoll? Glauben Sie an eine schnelle Realisierung des Bauprojektes Slubicer Straße mit dem Schweizer Investor?

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.
Dieter Bachmann 19.07.2017 - 13:13:49

Wozu

Alte Diskussionen auffrischen ist Schwachsinn! Was bringt eine Straßenbahn, wenn noch nicht einmal die Finanzierung des Busses geklärt ist, weil es von Warschau abhängt? Auch wenn wie immer evtl. Fördergelder fließen, wer will sich hier ein Denkmal setzen? Zumal alle Bauvorhaben in Deutschland mittlerweile ein Vielfaches an Kosten verschlingt. Außerdem sollte man einmal die laufenden Kosten für die Unterhaltung und den dazu notwendigen Gleisbau, Oberleitung etc. betrachten. Eine Streckenführung zwischen den Häusern in Slubice trägt bestimmt nicht dazu bei, Befürworter zu finden. Eine Busverbindung mit umweltfreundlichem Antrieb machts auch.

Roland Totzauer 19.07.2017 - 09:01:32

MOZ-Artikel vom 22.03.2012 für alle!

Hier stelle ich allen Interessenten, die den MOZ-Artikel vom 22.03.2012 nicht mehr im Archiv haben, diesen Link zur Verfügung, der den Artikel öffnet: https://drive.google.com/file/d/0B81iDhdOSCfKZUZKOVRQWjRnRXM/view

Samoht Dloztep 18.07.2017 - 22:06:41

Sommerloch?

mit dem Neubau der Kreuzung Slubicer Str./Magistrale wurden doch bereits Tatsachen gegen eine Straßenbahnlinienführung geschaffen. Wozu also diese Diskussion?

Karl Napp 18.07.2017 - 21:12:16

Straßenbahn nach Słubice - Nein, danke!

Der Bus hat sich m.E. bewährt, ist in der Linienführung flexibel und wird von der Bevölkerung angenommen. Warum also jetzt wieder das Thema "Straßenbahn nach Słubice"? Naht etwa das Sommerloch?

Roland Totzauer 18.07.2017 - 18:53:21

Gegen eine grenzüberschreitende Straßenbahn!

Ich habe im Januar 2006 gegen eine Straßenbahn nach Slubice gestimmt und ich stimme auch heute dagegen. Übrigens stehe ich mit meiner Meinung gegen die Tram an der Seite der Mehrheit der Slubicer Bevölkerung und der Slubicer Stadtpolitiker. Der Slubicer Vize-Bürgermeister Piotr Luczynski hat sich ganz eindeutig zu diesem Thema geäußert. Er sagte: "Das Vorhaben sei für Slubice nicht finanzierbar. Man wolle stattdessen einen Bus." Die MOZ hat diese Tram-Absage in ihrer Ausgabe vom 22.03.2012 veröffentlicht. In Slubice hat sich seither an der Überschuldung der Stadt nichts geändert. Ich bitte die deutschen Journalisten, endlich die Aussagen der polnischen Seite zur Kenntnis zu nehmen. Weitere überflüssige Diskussionen in der deutschen Öffentlichkeit führen lediglich dazu, politisches Porzellan zu zerschlagen. Es wird gegen den Widerstand der Mehrheit der Frankfurter und der Slubicer Einwohner keine grenzüberschreitende Straßenbahn geben. Der flexible Bus erfüllt seine Funktion und ist durch Slubice gerade noch finanziell tragbar!

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2017 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG