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Boris Kruse 18.07.2017 07:32 Uhr

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Mut und Veränderung

Berlin/Groß Dölln (MOZ) "Veränderung" - ein Wort, das oft in einem Atemzug mit "Mut" genannt wird. Beim Bebersee Festival in der Schorfheide steht beides hoch im Kurs. Ganz besonders im 15. Jahr der Reihe. "Veränderung" lautet das Motto der sieben Konzertabende, die vom 26. August bis zum 3. September auf dem ehemaligen sowjetischen Militärflughafen Groß Dölln stattfinden. Und Mut ist reichlich gefragt, um ein solches Festival im Nirgendwo zwischen Prenzlau, Templin und Eberswalde durchzuziehen: Stars der klassischen Musik, die in der New Yorker Carnegie Hall oder im Amsterdamer Concertgebouw Erfolge feiern, kommen an diesem entlegenen Ort im Wald zusammen, der mit einem zur Auto-Teststrecke umfunktionierten Rollfeld und alten Hangars einen morbiden Charme atmet.

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Schönste Blüten der Kammermusik: Das Artemis Quartett mit Anthea Kreston (l. o., im Uhrzeigersinn), Vineta Sareika, Eckart Runge und Gregor Sigl kommt trotz einer selbstverordneten Arbeitspause auch in diesem Jahr wieder nach Groß Dölln.

© promo

Der 1970 geborene Markus Groh hat diesen Mut. Dem Pianisten und Professor der Berliner Universität der Künste gelingt es alljährlich, neben renommierten Musikern auch ein beachtliches Publikum in die Schorfheide zu locken. Knapp 200 Besucher finden in dem alten Hangar Platz, der zur Konzerthalle umfunktioniert worden ist. Oft sind alle Plätze besetzt.

In diesem Jahr hat Markus Groh für das Programm gemeinsam mit der Violinistin Franziska Hölscher einige der großen Variationswerke der Musikgeschichte ausgewählt. Johann Sebastian Bachs "Goldberg-Variationen" zum Beispiel, um das wohl populärste Werk dieser Art zu nennen. Markus Groh spielt es selbst.

Unter dem Titel "Metamorphosen" erklingen am 31. August Werke für kammermusikalische Streichensembles in ungewöhnlichen Bearbeitungen. So etwa das Oktett Es-Dur op. 20 von Felix Mendelssohn Bartholdy, das in einer Besetzung für ein Streichquartett und zwei Klaviere erklingt, wobei das zweite Streichquartett "quasi komplett ins Klavier wandert", wie Markus Groh erklärt. Der dafür wieder selbst in die Tasten greift, neben dem Chilenen Jacques Ammon. Mit dem Artemis Quartett steht zudem eines der erfolgreichsten Streichquartette auf der Bühne.

Eigentlich steckt das Ensemble gerade mitten in einem halbjährigen Sabbatical. Für Groß Dölln, wo es schon 2016 spielte, macht es aber eine Ausnahme. Und lehnt sich mit ungewöhnlichen Einstudierungen mutig weit aus dem Fenster. Unter anderem spielt es noch eine von Markus Groh neu arrangierte Schubert-Sonate. "Festivals wie Bebersee sind eine Möglichkeit, auch mal ungewöhnliche Sachen auszuprobieren", sagt der Festivalleiter.

Um den Wandel von Verkaufs- und Rezeptionsformen in der Klassik geht es am 1. September. Der Jurist und Präsident der Deutschen Grammophon, Clemens Trautmann, spricht im Hangar über den Musikmarkt. Aber natürlich wird auch musiziert. Trautmann ist nebenbei ein erfolgreicher Klarinettist. Er spielt mit anderen Solisten und wiederum dem Artemis Quartett Werke von Franz Schubert, Robert Schumann und Antonín Dvorák.

Mit dem Familienkonzert am 29. August erfüllt Franziska Hölscher posthum einem Freund einen Wunsch. Gemeint ist der Autor und Moderator Roger Willemsen (1955-2016). Als die Violinistin ihm vom Bebersee Festival erzählte, wollte er gerne einmal etwas dazu beitragen. Der frühe Krebstod setzte dem ein Ende. Jetzt hat Hölscher Texte von Roger Willemsen zu Camille Saint-Saëns' "Karneval der Tiere" ausgewählt; der Schauspieler Ulrich Matthes wird sie im Hangar vortragen. Mitglieder des Artemis Quartetts, Jason Duckles (Cello), Alexander Edelmann (Kontrabasss), Yoonji Kim und Markus Groh (Klavier) sowie Franziska Hölscher (Violine) spielen dazu die 1886 komponierte Suite von Saint-Saëns.

26. August bis 3. September, ehemaliger Militärflughafen Groß Dölln, Kartentel. 03984 833974, www.bebersee.de

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