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Hunderte Gäste unternehmen musikalischen Spaziergang durch Brodowiner Künstlergärten

Klänge im Vorhof des Paradieses

Das Rufus-Temple-Orchestra spielt mitreißende Melodien aus den 1920er-Jahren.
Das Rufus-Temple-Orchestra spielt mitreißende Melodien aus den 1920er-Jahren. © Foto: Matthias Wagner
Matthias Wagner / 18.07.2017, 07:50 Uhr
Brodowin (MOZ) Vier im Ort lebende Musiker haben am Sonnabendnachmittag die Pforten zu ihren Gärten geöffnet und den Sommer zum Klingen gebracht. Musikliebhaber strömten nach Brodowin, das sich angesichts der gebotenen Mischung wieder als Adresse für besonderen Kunstgenuss erwies.

Ein verträumtes Tagpfauenauge auf dem Reetdach, wattige Kumuluswolken am stahlblauen Himmel, ein Blütenmeer duftender Sommerblumen und eine angenehme Sommerfrische umrahmten die zweite "Brodowiner Gartenmusik". Die Besucher hatten wie schon im vergangenen Jahr die Gelegenheit, einen Streifzug durch musikalische Genres zu unternehmen, der vielfältiger kaum sein konnte. Was Zuhörer und Künstler jedoch gleichermaßen vereinte, war die Freude an der Musik. "Brodowin ist ein bisschen, wie der Vorhof zum Paradies", schwärmte Pfarrer Andreas Lorenz.

Zum Auftakt gab es Barockes aus Italien von Kathrein Blöss (Violine), Thomas Arndt (Cello) und Andrea Häufele (Cembalo). Die federnd leichten Klänge unter freiem Himmel schufen schnell eine beschwingte Atmosphäre und stimmten auf Kommendes ein. Liedermacher Jens Jensen setzte mit Gitarre und Gesang den Reigen fort. Ganz dem Tango hatten sich dann Josef Huber (Bandoneon), Susanne Reuter (Violine) und Helles Weber am Klavier verschrieben.

Josef Huber hat, wie er sagt, über den bekannten argentinischen Komponisten Astor Piazzolla (1921-1992) zum Bandoneon gefunden. Dieses Instrument lasse die Seele des Tangos wie kein zweites aufleben. Man könne den Balg gleich einem Violinenbogen führen, was den Ton faszinierend beweglich mache, so Huber. Die Violine unter den Händen von Susanne Reuter schmachtete noch ein wenig herzergreifender.

Insgesamt ergänzten sich die Musiker vortrefflich, was auch beim Publikum ankam, wie der anhaltende Beifall bewies. Voll des Lobes war zum Beispiel auch Jörg Mertinkat aus Eberswalde, der mit Freunden mit dem Fahrrad gekommen war. "Ganz wunderbar", stellte er fest.

Das Rufus-Temple-Orchestra mit Katharina von Fintel, Nikolai Scharnofske, Fidelis Hentzke, Johannes Böhmer und Bastian Duncker ließ es dann mit dem Charme der 1920er-Jahre so richtig krachen. Da durfte eine Zugabe nicht fehlen. Christa Scharnofske, Mutter des Sousaphonisten Nikolai Scharnofske, war begeistert. Und auch die Brodowiner Umgebung hat es ihr angetan. "Man kommt viel rum", so die aus dem niedersächsischen Springe in der Nähe von Hannover angereiste Musikliebhaberin.

Den Abschluss machte Michael Metzler mit einer außergewöhnlichen und temperamentvollen Perkussionsdarbietung. Zum Finale gab er mit seinem Schüler Bjö eine Duo-Vorstellung. "Einfach toll", befand Hartmut Ginnow-Merkert aus Finowfurt, der mit seiner Frau gekommen war.

Nach dem vierstündigen Konzertreigen trafen sich die Künstler am Abend zu einem Tutti in der Stüler-Kirche, deren angenehm geschlossene Akustik den Tag im harmonischen Miteinander ausklingen ließ. Besonders, als alle gemeinsam den Choral "Wer nur den lieben Gott lässt walten" (Georg Neumark, 1641) in einem Arrangement von Helles Weber sangen, wollte das Klatschen im Anschluss kaum mehr verstummen.

Die Veranstaltung fand im Rahmen des Brodowiner Kirchensommers mit Unterstützung des Vereins Ökodorf Brodowin statt."Die Gartenmusik ist eine absolute Bereicherung für unser Dorf", freute sich Brodowins Bürgermeister Wolfgang Winkelmann. Hunderte Besucher bestätigten dies eindrucksvoll.

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