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Wenn Schichtarbeiter ihr Haustier nicht allein lassen wollen, geben sie ihren Liebling in der Pension ab

Tages-Kita für Bello und Miezi

Während Herrchen und Frauchen zum 20. Geburtstag der Tierpension von Familie Wittkopf am Berkholzer Forsthaus quasseln müssen, lässt sich der Sonnentag am besten auf den kühlen Steinen ertragen.
Während Herrchen und Frauchen zum 20. Geburtstag der Tierpension von Familie Wittkopf am Berkholzer Forsthaus quasseln müssen, lässt sich der Sonnentag am besten auf den kühlen Steinen ertragen. © Foto: MOZ/Oliver Voigt
Oliver Schwers / 18.07.2017, 07:50 Uhr - Aktualisiert 18.07.2017, 09:39
Schwedt (MOZ) Hund, Katze oder Vogel - alle sind traurig, wenn Herrchen oder Frauchen zur Arbeit müssen. Doch bevor das Hausgetier daheim Unfug anstellt, darf es in die Tagesbetreuung. Immer mehr Menschen nutzen solche Einrichtungen wie die Tierpension von Familie Wittkopf.

Seit 20 Jahren besteht die Tierpension in einem früheren Eisenbahnerhaus an der Försterei Berkholz. Erst sollten es nur Hunde sein, dann kamen die Katzen-Besitzer und fragten auch nach einem Gästezimmer, später Kaninchen und Meerschweinchen. Und dann kamen alle. Sogar munter umherquasselnde Papageien und eine Hausratte finden inzwischen den Weg in das abseits gelegene Domizil der Wittkopfs.
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Lang ausgestreckt räkelt sich der Irish Setter auf dem warmen Rasenboden. Es geht ihm offensichtlich wohlig gut. Im Schatten des alten Stalls gleich daneben herrscht dagegen emsige Umtriebigkeit. Drei rabenschwarze junge Katzenkinder entdecken dort ihren Spieltrieb und erklimmen ein aufgerolltes Seil an der Wand. Da bammeln sie herum, verdutzt von der Stärke der eigenen Krallen.

Vögel, Katzen, Hunde und sogar Esel - eigentlich fehlt nichts an der Vollständigkeit der berühmten Bremer Stadtmusikanten. Doch die zwei- und vierbeinigen Pensionsgäste von Grit und Olaf Wittkopf müssen kein schauriges Räuberhaus stürmen, um Futter zu finden. Die Herbergseltern bringen es freiwillig heraus. Und einen warmen Platz gibt es obendrein.

Seit 20 Jahren besteht die Tierpension in einem früheren Eisenbahnerhaus an der Försterei Berkholz. Erst sollten es nur Hunde sein, dann kamen die Katzen-Besitzer und fragten auch nach einem Gästezimmer, später Kaninchen und Meerschweinchen. Und dann kamen alle. Sogar munter umherquasselnde Papageien und eine Hausratte finden inzwischen den Weg in das abseits gelegene Domizil der Wittkopfs.

Doch nicht nur zu Urlaubs- und Ferienzeiten, bei Krankheit oder sonstiger dringlicher Abwesenheit von Herrchen und Frauchen finden Wuffi, Bello, Mausi oder Jacko hier Aufnahme. Der Trend geht immer mehr zur Tagesbetreuung. Bevor der Mensch seinen Freund allein zuhause lässt, weil er zur Arbeit muss, gibt er ihn in bewährte Hände. Krankenschwestern nutzen den Service für ihre Haustiere ebenso wie Schichtarbeiter. "Wir sind immer da", sagt Grit Wittkopf. Nur einmal im Jahr gönnt sich die Familie eine Urlaubszeit. Ansonsten klingelt es täglich.

Viele Tierbesitzer schauen sich das Haus mit seinen Bedingungen zuerst an. Sie vertrauen darauf, dass die Betreuer sich auf den Spieltrieb der Vierbeiner einstellen können, Gassi gehen, mit Marotten und Gewohnheiten fertig werden. Einzige Ausnahme: Äußerst bissige und aggressive Hunde haben keine Chance. Das Risiko ist zu groß. Olaf Wittkopf musste schon schlechte Erfahrungen mit scharfen Zähnen machen.

Rund 200 Stammkunden zählt die Besucherkartei. Viele Hunde und Katzen kommen immer wieder. Und sie werden älter. Trauer herrscht dann, wenn plötzlich der so vertraute Golden Retriever nicht mehr erscheint. Doch auf für dem letzten Weg begleiten die Wittkopfs ihre zwei- und vierbeinigen Freunde. Sie betreiben den einzigen Tierfriedhof im Umfeld von Schwedt.

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