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Postkarten an die Lieben offenbar noch Pflicht für Urlauber in der Nationalpark-Region

Viele Grüße aus Schwedt

Susann Pätzold verweist auf zwei Dutzend Schwedt-Postkarten.
Susann Pätzold verweist auf zwei Dutzend Schwedt-Postkarten. © Foto: MOZ/Dietmar Rietz
Dietmar Rietz / 18.07.2017, 07:55 Uhr
Schwedt (MOZ) Es scheint noch immer Pflichtprogramm auch für Sommerurlauber in Schwedt und der Nationalpark-Region: Postkarten an die Daheimgebliebenen schicken. "Viele Grüße aus Schwedt. Das Wetter ist schön." Postkarten sind selten Meisterwerke der Weltliteratur, vergleichsweise lange unterwegs und kosten Geld. Über soziale Netzwerke oder Kurzmitteilungsdienste lassen sich Urlaubsgrüße in Echtzeit, kostenlos und mit oder ohne Kitsch verschicken.

"Die gute alte Ansichtskarte bleibt gefragt", sagt Susanne Pätzold dieser Tage kurz vor ihrem Abschied als Geschäftsführerin des Tourismusvereins Unteres Odertal. "Die Käufer sind Junge und Ältere, oft auch Kinder, die nur noch wenig mit Papier am Hut haben. Sie sind erpicht darauf, Freunden, Eltern, Lehrern Urlaubsgrüße auf einer Postkarte zu schicken." Warum überlebt die Ansichtskarte? "Das, was man schreibt, ist oft nachgeordnet", erklärte Veit Didczuneit vom Museum für Kommunikation Berlin einst in Schwedt. Mit einer Postkarte zeige man zwei Dinge: Schau mal, ich war hier und ich habe an dich gedacht." Es gibt noch einen Unterschied zu elektronischen Postings oder Nachrichten: Die Karte bleibt etwas Besonderes, sie ist den Weg physisch gegangen. Man muss sie auswählen, kaufen, schreiben und im Briefkasten einwerfen. Die Empfänger heben Postkarten länger auf. Wer heftet sich schon eine SMS oder ein Facebook-Posting an das Küchenmerkbrett?

Ungefähr 200 bis 300 Ansichtskarten verkauft die Tourismus-Information in der Vierradener Straße pro Sommermonat. Vor 15 Jahren ist die Schwedter und die Nationalpark-Postkarten-Welt winziger und trister gewesen. Unterdessen gibt es etwa zwei Dutzend Motive von Schwedt, Ortsteilen und dem Nationalpark. Sie kosten in der Tourist-Information im Schnitt zwischen 60 Cent und 1,50 Euro. Dorfvereine und Kirchen liefern eigene Motive für die Postkartenwelt. Abgebildet sind die Sehenswürdigkeiten wie Berlischky-Pavillon, Alte Mühle, Wasserturm, Gericht, Kirchen, Theater oder Ansichten von Criewen, Stendell, Vierraden. Den Nationalpark gibt es als romantisches Luftbildpanorama ebenso wie im Detail mit Adonisröschen, Adler, Biber und Schwan. Der Oder-Neiße-Radweg schlängelt sich über eine Karte, eine andere ziert das Schwedter Schlossgitter.

Immer noch gefragt, aber selten geworden sind Karten mit alten Schwedter Ansichten. Die Restbestände von Karten mit sehr alten Motiven sind vergriffen. Eine solche Kartensammlung gibt es nur noch für die Gesamtuckermark.

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