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Papierfirma gibt Millionen aus

Leipa bereitet Umbau vor

Leipa-Geschäftsführer Peter Probst zeigt Bürgermeister Jürgen Polzehl und Stellvertreterin Annekathrin Hoppe (v.l.) am Montag die Baustelle für den Umbau der Papiermaschine.
Leipa-Geschäftsführer Peter Probst zeigt Bürgermeister Jürgen Polzehl und Stellvertreterin Annekathrin Hoppe (v.l.) am Montag die Baustelle für den Umbau der Papiermaschine. © Foto: MOZ/Michael Dietrich
Michael Dietrich / 18.07.2017, 08:00 Uhr
Schwedt (MOZ) Die Papierfabrik Leipa hat sich bei laufender Produktion zur Großbaustelle entwickelt. Neben der Papiermaschine, die ab Oktober umgerüstet wird, entstehen neue Fundamente, Anlagen und Behälter. Schwedts Bürgermeister Polzehl besichtigte am Montag die Baustelle.

Die Rollen der Papiermaschine PM 11, die Leipa 2016 von UPM kaufte, drehen sich wie gewohnt. Bis 28. September produzieren die 240 Mitarbeiter, die Leipa damals komplett übernommen hatte, weiter Zeitungsdruckpapier. Doch das passiert derzeit alles andere als in gewohnter Weise. Einen Meter hinter der PM 11 steht ein Bauzaun vor einer großen Baugrube. An deren Boden entstehen schon die Fundamente für den Umbau.

Überall im Werk Leipa Nord wird gebaut und vorbereitet, was im Oktober in die heiße Phase starten soll: der 240 Millionen Euro teure Umbau der PM 11 zur PM 5 für Verpackungspapier. Dafür werden in der Produktionshalle der PM 5 Decken abgerissen und neu gebaut. Fünfzig bis 100 Bauleute, Monteure, Elektriker, Dachdecker oder Ausrüster sind schon heute täglich zusätzlich im Werk. Derzeit werden riesige Betonfertigteile angeliefert. Eine zusätzliche Zeltkantine versorgt die Bauleute.

Auf freien Baufeldern entsteht eine neue Altpapier-Aufbereitung. Lagerplätze werden vorbereitet und zuvor geschützte Eidechsen und Waldameisen umgesiedelt. Die Kläranlage erhält eine neue Klärstufe, neue Kessel und Behälter werden vormontiert. Diese Bauarbeiten besuchte Bürgermeister Jürgen Polzehl am Montag zum Start seiner Sommerbesuche in Schwedter Firmen. "Ich bin neugierig, hier passiert derzeit eine gewaltige Strukturveränderung, auf die Schwedt stolz sein kann", erklärte Jürgen Polzehl.

"Ich vergleiche die Umrüstung der Papiermaschine mit einer Operation am offenen Herzen. Bis zur Abstellung der PM 5 erledigen wir mit Genehmigungen zum vorzeitigen Baubeginn alles das, was bei laufender Produktion schon möglich ist", sagte Geschäftsführer Peter Probst. Bis September hatte Leipa der UPM die weitere Produktion des Druckpapiers zugesagt. Danach will Leipa so schnell wie möglich auf das von Internet-Versandhäusern gut nachgefragte Verpackungspapier umstellen. Je schneller das gelingt, um so schneller kann Leipa damit auch Geld verdienen und seinen zeitlichen Vorteil gegenüber Mitbewerbern, die jetzt erst ihre Planungen für den Einstieg in die Verpackungspapierproduktion starten, ausnutzen. Deshalb hat Leipa das ehrgeizige Ziel, noch vor Weihnachten 2017 den ersten Test-Liner, so heißt das neue Produkt, auf der PM 5 zu produzieren. Exakt elf Wochen Zeit ist also für die eigentliche Umrüstung. "Wir liegen im Zeitplan und sind guter Hoffnung, diesen zu halten", erklärt Peter Probst.

Die millionenschwere Investition von Leipa bedeutet auch Aufträge für viele Schwedter Betriebe. Die eigentliche Ausrüstung der neuen Maschine kommt vom Hersteller Voith aus Baden-Württemberg, für den Hauptauftrag im Baugewerk beauftragte Leipa die Firma Glass, nachdem die größte Baufirma RBS aus Schwedt signalisierte, dass ihr der Auftrag zu groß sei. Beteiligt am Projekt sind RBS aber, genauso wie Dachdecker Moschek, Metallbau Matthias, Cegelec Contracting, Deutschland Elektroservice und Sanität und Heizungsbau Kolb.

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