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Kerstin Bechly 24.07.2017 18:55 Uhr - Aktualisiert 24.07.2017 20:01 Uhr
Red. Frankfurt (Oder), frankfurt-red@moz.de

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Ball rollt über Millimeter kurzes Green

Frankfurt (Oder) (MOZ) Mit einem Golferlebnistag hat der Golfclub an der Oder für den Sport auf Fairway und Green geworben. Etwa 26 Neugierige aus der Region, darunter mehrere Familien, ließen sich auf der 9-Loch-Anlage in Slubice erste Tipps geben, mancher will wiederkommen.

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Die Haltung der Hand ist wichtig, sonst zieht es den Ball nach rechts: Golflehrer Robert Wozniak erklärt Bettina Meyer, wie sie beim Abschlag den Schläger am besten hält.

© Michael Benk

Der starke Regen am Sonntagvormittag hatte dem Grün auf dem Golfplatz in Slubice nicht viel ausgemacht. "Der Platz ist super gepflegt. Die Qualität hat sich gewaltig verbessert", warb Andreas van Bandemer, seines Zeichens Präsident des gastgebenden Golfclubs an der Oder. Dank einer speziellen Form der Vertikutierung - eine Maschine verfüllt alle zehn Zentimeter Löcher mit Erde, Sand und Grassamen - sowie regelmäßigem Mähen fanden die Interessenten beim Erlebnistag beste Bedingungen vor. Neben dem Üben des Abschlags und langer Schläge ging es zum Putten auf das Green, wo der Ball über die Spitzen des maximal vier Millimeter langen Grases ins Loch rollt - wenn es denn klappt.

Geduldig versuchte Bettina Meyer immer wieder, ihre Haltung zu kontrollieren, damit der Ball mit wenigen Versuchen im Ziel landet. Die 32-jährige Frankfurterin hatte während ihrer beruflichen Jahre in England ersten Kontakt zum Golfsport gefunden. "Ich habe bisher keine andere Sportart für mich gefunden. Ich finde Golf generell interessant und habe schon gemerkt, dass es viel für die Körperhaltung bringt. Ich will das vielleicht regelmäßig machen", wirkt sie überzeugt.

"Das weite Schlagen gelingt schnell, aber den Ball mit wenigen Schlägen aus 80, 50 Meter Entfernung ins Ziel zu bringen, wird dann schwierig. Das muss man wirklich üben", weiß Torsten Weißler, der am Nachmittag mehrere Interessenten begleitete. Was Anfängern technisch schwer fällt, kann er gar nicht im Detail erklären. "Es ist der gesamte Bewegungsablauf". Aber es würden sich schnell Erfolgserlebnisse einstellen, schiebt er nach.

Was Golf ausmacht, beschreibt Sportwart Nils Walther so: "Man bewegt sich viel, dennoch ist das Ausüben des Sports mit viel Ruhe verbunden. Man ist an der frischen Luft und kann ihn bis ins hohe Alter ausüben.". Walther hat gerade noch an einem Turnier des Landrats der Wojewodschaft Lubuskie teilgenommen, das parallel zum Erlebnistag stattfand.

Das mit dem Alter findet auch Harald Glaß gut. Der Falkenhagener ist zwar schon lange Golf-Fan, bisher allerdings als Zuschauer vor dem Fernseher. "Schade, dass Bad Saarow vor zwei Jahren den Zuschlag für den Ryder Cup nicht bekommen hat", zeigt Glaß in Bezug auf das berühmteste Golfturnier der Welt Sachkenntnis. Nun, mit 73 Jahren, hält er erstmals einen Schläger in der Hand. "Man kann sich jeder Herausforderung mal stellen. Ich wollte das schon eine Weile ausprobieren. Das könnte vielleicht was werden", lässt er eine endgültige Entscheidung noch offen, während sich seine Frau an dem schönen gepflegten Gelände erfreut.

Auf dieses ist auch Andreas van Bandemer stolz. In diesem Jahr hat sich auf dem Platz hinter dem großen Basar schon viel getan, seit Robert Wozniak für den Golfclub an der Oder und Slubice Golf Club als Manager und Golflehrer arbeitet. Der 36-Jährige verfügt über einen Abschluss als PGA Professional of Poland (Professional Golfers Association) und verbürgt sich für Qualität bei der Ausbildung und auf dem Grün. Das lässt den Clubvorstand hoffnungsvoll in die Zukunft blicken: "Wir würden in einigen Jahren gern die Fläche weiter gestalten für eine 18-Loch-Anlage, die Grundlagen sind da", so van Bandemer. Doch mit einem Jahresetat von 35 000 Euro sind derzeit noch Grenzen gesetzt. Die könnten sich auch mit neuen Mitgliedern erweitern und da hat der Golfclub bei Weitem keine mit dickem Portemonnaie im Sinne. Deshalb auch der Golferlebnistag. "Wir wollen Golf einfach bekannter machen und den Eindruck wegbekommen, dass der Sport nur etwas für Reiche und Schöne sei. Es wäre schön, wenn wir neue Mitglieder gewinnen." Auch mit der Präsenz wie zuletzt beim Stadtfest oder dem Schnuppergolf jeden ersten und dritten Freitag im Monat geht es in diese Richtung. Beim Schnuppergolf kommen Neugierige und Mitglieder zusammen. "Bei einem der letzten Male waren es 30 Leute", sagt Torsten Weißler und ergänzt: "Ich war schon Mitglied in einigen Golfclubs, aber so herzlich und familiär wie hier habe ich es noch nie erlebt."

mehr Infos: www.gcanderoder.de

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