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Matthias Wagner 26.07.2017 06:40 Uhr
Red. Eberswalde, eberswalde-red@moz.de

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Studienperspektiven am Finowkanal

Eberswalde (MOZ) Manche Wege sind beschwerlich. Zumal, wenn sie nicht auf gleicher Höhe verlaufen, wie einige Wasserstraßen der Region und insbesondere der Finowkanal. Um den Höhenunterschied auszugleichen muss geschleust werden. Wie zum Beispiel an der Eberswalder Stadtschleuse, wo ein Höhenunterschied von 3,60 Meter zu überwinden und dafür noch reine Muskelkraft vonnöten ist.

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Schleusen ganz praktisch: Hier versucht sich Alec (18) unter fachkundiger Anleitung von Schleusenbetriebsleiter Waldemar Kostiuczuk.

© Matthias Wagner

Um sich in die Besonderheiten der alten Wasserstraße einweisen zu lassen und sich einmal selbst im Schleusen zu probieren, hatten sich jetzt rund 30 Schüler aus Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern im Rahmen eines Future Lab-Projektes an der Stadtschleuse eingefunden. Als Projektleiter waren Steffen Lange und Alexander Conrad von der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde (HNEE) sowie einige Betreuer mit von der Partie. Von Christoff Gäbler, Geschäftsstellenleiter der Kommunalen Arbeitsgemeinschaft Region Finowkanal (KAG) in Eberswalde erfuhren die Schüler Wissenswertes zum Kanal und zu den Schleusen.

Er ging auf die Geschichte, den Zustand und die möglichen Perspektiven der historischen Wasserstraße ein. Zum Erhalt bedürfe es nach seiner Meinung des Einsatzes und des Engagements vieler, so Gäbler, der von 2007 bis 2010 in Eberswalde Finanzmanagement studiert hat und nun auf gute Erinnerungen aus seiner Studienzeit zurückgreifen kann, wie er vor den Schülern für den Standort warb.

Die praktische Seite des Nachmittags, das Schleusen, übernahmen Schleusenbetriebsleiter Waldemar Kostiuczuk und Schleusenwärter Stefan Diebetz vom Europäischen Regionalen Förderverein mit Sitz in Pinnow, der eng mit der KAG zusammenarbeitet, da diese keine eigenständige Rechtsform darstellt.

Glücklicherweise näherte sich kurz nach Beginn der Veranstaltung ein großes Hausboot und so konnte lebensnah geschleust werden. Jannis (16) aus Glienicke und Alec (18) aus Eberswalde hatten sichtlich Freude am Betätigen des Schleusentores. Es kostete allerdings auch ein bisschen Kraft und Mühe. Rund eineinhalb Millionen Liter Wasser fasst das Schleusenbecken, und bis die in Richtung Oder abgeflossen sind, vergeht geraume Zeit. Die beiden Schüler zeigten sich sehr interessiert und schlossen eine spätere Studienaufnahme in Eberswalde nicht aus. Im Verlauf des viertägigen Projektes nehmen sie unter anderem an verschiedenen Vorlesungen teil und lernen den Hochschulalltag kennen.

Maria Feske (20) gehörte zu den Betreuern der Gruppe und durfte ebenfalls beim Schleusen Hand anlegen. Die junge Frau aus dem uckermärkischen Casekow studiert bereits an der Nachhaltigkeitshochschule Regionalmanagement und fühlt sich sehr wohl in der Region. "Es macht Spaß hier zu lernen", so die Studentin.

Future Lab ist ein gemeinsames Bildungsvorhaben der Handwerkskammer Frankfurt (Oder), der HNE und des Angermünder Bildungswerks als Träger des Projektes. Es dient in erster Linie der Berufs- und Studienorientierung junger Menschen.

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