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Wehrmachtsausstellung: Bundeswehr wirbt um beteiligte Wissenschaftler

28.07.2017, 20:17 Uhr
Berlin (dpa) Die Bundeswehr will in die Überarbeitung ihres Traditionsverständnisses auch Wissenschaftler einbeziehen, die an der umstrittenen Wehrmachtsausstellung beteiligt waren. Man werde sich bemühen, einige der Forscher "für die historische Bildung in der Bundeswehr zu gewinnen, insbesondere für den gerade initiierten Prozess der Überarbeitung des Traditionserlasses", heißt es in einem Schreiben des Staatssekretärs Ralf Brauksiepe an den Linken-Abgeordneten Jan Korte, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Die beiden Ausstellungen hätten deutlich gemacht, "warum die Bundeswehr keine Tradition der Wehrmacht pflegt und die Wehrmacht als Institution nicht traditionswürdig für eine Armee in der Demokratie sein darf".

Der Fall des rechtsextremen, terrorverdächtigen Soldaten Franco A. hatte eine Debatte über das Traditionsverständnis der Bundeswehr ausgelöst. Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) stellt es auf den Prüfstand. Korte lobte die Einbeziehung der Forscher als "richtigen Schritt". "Bislang hat die Ministerin in puncto Kehrtwende bei der Traditionspflege ja einiges angekündigt und noch wenig umgesetzt", sagte er.

Als Wehrmachtsausstellung werden zwei Wanderausstellungen des Hamburger Instituts für Sozialforschung bezeichnet, die von 1995 bis 1999 und von 2001 bis 2004 zu sehen waren. Die erste trug den Namen "Vernichtungskrieg. Verbrechen der Wehrmacht 1941 bis 1944". Viele sahen durch sie die Legende der "sauberen Wehrmacht" ausgeräumt. Die Ausstellung geriet wegen sachlicher Fehler in die Kritik.

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