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Margrit Meier 05.08.2017 07:00 Uhr
Red. Strausberg, strausberg-red@moz.de

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"Wir bleiben eine Rennbahn"

Hoppegarten (MOZ) Seit Tagen brodelt die Gerüchteküche in Hoppegarten. Vom Niedergang des Pferdesports zugunsten einer Event-Arena ist u. a. die Rede. Bürger befürchten, dass sie alle paar Wochen im Lärm ersticken und Naturschutzbelange mit den Füßen getreten werden, weil Großveranstaltungen durchgeführt werden.

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© MOZ/Gerd Markert

"Wir sind und bleiben eine Rennbahn. Da ist unsere Tradition, Identität und Zukunft", betont Rennbahn-Manager Peter Hoeck Domig. Doch keine Rennbahn auf der Welt käme ohne zusätzliche Veranstaltungen aus. "Dort wollen wir das Geld generieren, das wir brauchen, um weiter in die historische Anlage zu investieren. Geld, das wir haben möchten, um Pferde und Trainer hier dauerhaft anzusiedeln. Wir wollen die Chancen des Wachstums rund um Berlin nutzen und wieder die Nummer 1 unter den deutschen Rennbahnen werden", sagt Hoeck Domig. Zwar konnten die Besucherzahlen verdoppelt werden - auch dank statt acht jetzt zwölf Renntage. Doch das seien nicht automatisch doppelte Wetteinnahmen. Immer mehr Menschen nutzen das Internet, wohin Wettumsätze abflössen.

"Wir haben ein riesengroßes Areal hier zu verwalten, das allein pro Jahr an Fixkosten rund 500 000 Euro verschlingt. Da ist noch kein einziges Rennen gelaufen. Jedem muss klar sein, dass dieses Geld nicht allein durch Renntage reinzuholen ist", betont Heiko von Glahn, der u. a. fürs Marketing zuständig ist. Deshalb ist die Rennbahnleitung dabei, das, was es schon immer gab, zu erweitern: Veranstaltungen mit 5000 bis 15 000 Besuchern. Erinnert wird an Elefanten- und Kamelrennen. Ziel sei und bleibe bei allem, dass die Rennbahn Hoppegarten mittelfristig wirtschaftlich selbsttragend wird. "Wir sind dabei, uns überall Ideen zu holen, welche Veranstaltungen zu uns passen. Das Poloturnier soll es wieder geben. Angedacht sind Haus- und Produktmessen und Gartenausstellungen. Denkbar ist, dass wir Klassik-Open-Airs reaktivieren. Aber auch Markttreiben rund um Weihnachten ist eine Idee. Was es definitiv nicht geben wird, sind Heavy Metal-Konzerte oder Ähnliches. So etwas passt nicht hierher", betont Heiko von Glahn.

Geplant ist, dass es künftig 15 Renntage geben soll sowie drei Großveranstaltungen. Dazu gehören der Schlagerhammer (bis zu 25 000 Besucher) und das Mittelalterspektakel (20 000 Gäste) sowie das Musikfestival Lollapalooza mit rund 160 000 Besuchern. "Ich war auf dem Festival im Treptower Park und schwer beeindruckt von der Professionalität der Vorbereitung und Durchführung sowie der friedlichen, familiären Atmosphäre. Und deshalb war es ein Glücksfall für uns, dass Lollapalooza auf uns zukam, sonst hätten wir den Kontakt gesucht", sagt Hoeck Domig. Nach dem Festival am 9./10. September werde entschieden, ob aus dem Vertrag ein mehrjähriger wird. Der Manager zeigt sich davon bereits jetzt überzeugt, auch wenn er weiß, dass es bei vielen Besuchern nicht konfliktfrei abgehen wird: "Das wird wie in Treptow. Im Vorfeld gab es viel Unruhe und im Nachgang viele Komplimente."

Neben Kritikern des Lollapalooza-Festivals gebe es, so Hoeck Domig, viele Befürworter, die erkannt hätten, dass das Festival Chancen biete. Sie vermieten ihre Gärten an junge Leute, die während des Festivals zelten wollen, oder ihre Gästezimmer. Auch Einzelhändler im Ort profitierten von so vielen Besuchern. "Durch Radio- und TV-Werbung wird bis zur Eröffnung des Festivals eine Milliarde Mal der Name Hoppegarten bzw. Galopprennbahn Hoppegarten genannt. Das ist ein Wahnsinns-Marketing", freut sich von Glahn. "Andere haben uns erzählt, dass sie froh sind, nicht nach Berlin zu müssen, um so ein Großereignis zu erleben, sondern das hier haben", fügt Peter Hoeck Domig an.

Doch was ist dran, dass Pferde von der Rennbahn während des Festivals entfernt werden müssen? "Es stimmt, dass weniger als zehn Tiere in die Ferien geschickt werden. Vorrangig nicht wegen der Musik, sondern wegen der vielen Menschen, auf die sie reagieren. Der Betrieb auf der Trainierbahn geht übrigens während des Festivals weiter", berichtet Hoeck Domig. In den nächsten Wochen will die Rennbahnleitung intensiv das Gespräch mit den Gemeindevertretern suchen. "Da ist im Vorfeld, als es um die Aufstellung des vorhabenbezogenen Bebauungsplans ging, offenbar nicht so gut gearbeitet worden. Aber mit sachlichen Argumenten kommen wir sicher gemeinsam voran", ist Hoeck Domig überzeugt.

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