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Barlach-Ausstellung in trockenen Tüchern

Der "Singende Mann": Diese und andere Skulpturen von Ernst Barlach werden in Zehdenick zu sehen sein.
Der "Singende Mann": Diese und andere Skulpturen von Ernst Barlach werden in Zehdenick zu sehen sein. © Foto: dpa
Martin Risken / 06.08.2017, 07:11 Uhr
Zehdenick (GZ) Die eigentlich schon für Mai geplante, dann aber wegen der schwebenden Finanzierung verschobene Ausstellung mit Werken von Ernst Barlach und Jorge Rando wird nun am 23. September in der Klostergalerie eröffnet. Spaniens Botschafterin in Berlin, Maria Victoria Morera Villuendas, und Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) haben bereits ihr Kommen zugesagt.

Mehr als ein Jahr Vorbereitung liegt hinter Galerist Jörg Zieprig. Wie so oft hing alles am Geld, um die einzigartige Ausstellung nach Zehdenick zu holen. Ein fünfstelliger Betrag war notwendig, um das Vorhaben zu realisieren. Der Verein Kulturlandschaft Brandenburg-Nord, Träger der Klosterscheune, wäre dazu allein nicht in der Lage gewesen. Also mussten starke Partner her, alle mit einem ausgeprägten Sinn für Kunst. Doch die Geduld von Jörg Zieprig sollte sich am Ende mal wieder auszahlen. Die Schau "Mystiker der Moderne" dürfte ein großes Publikumsinteresse wecken, dessen ist sich Zieprig sicher. Schließlich sei es die erste Ausstellung mit Werken des bedeutenden Expressionisten Barlach seit Jahrzehnten in der Region Berlin-Brandenburg.

Neben dem finanziellen Aspekt spielte ganz sicherlich auch das Renommee der Klostergalerie eine Rolle, warum ausgerechnet sie von der Ernst-Barlach-Gesellschaft Hamburg ausgewählt wurde, um die Arbeiten Barlachs zum Jubiläum "500 Jahre Reformation" in der Hauptstadtregion zu präsentieren. Die Bedeutung der Kunstschau wird zudem dadurch unterstrichen, dass Heike Stockhaus von der Barlach-Gesellschaft als Kuratorin der Ausstellung fungiert.

"Die Ausstellung Ernst Barlach/Jorge Rando spannt den historischen Bogen vom Beginn des 20. Jahrhunderts bis heute. Sie impliziert die unterschiedlichen historischen und kulturellen Weichenstellungen in Europa. Beide Künstler sind in ihrer Bildsprache universell und unmissverständlich deutlich. Ihre Werke verbinden sich zu einem tiefen Dialog über die existenziellen Fragen der Menschen", heißt es im Begleittext zur Ausstellung. Die beiden Künstler verbindet eine tiefe Gläubigkeit, die sie in ihren Werken zum Ausdruck brachten beziehungsweise zum Ausdruck bringen. Denn Jorge Rando ist ein Künstler der Gegenwart, während Ernst Barlach 1938 in Rostock im Alter von 68 Jahren verstarb.

Rando ist ein Bildhauer aus Malaga, der der neoexpressionistischen Bewegung zugerechnet wird. Einen bedeutenden Raum in seinem Werk nimmt die sakrale Malerei ein, bei der er wesentliche Themen der abendländischen Kunst aufgreift. In einer der Leidensgeschichte Christi gewidmeten Reihe benutzt der 75-Jährige vorwiegend die Farben Magentarot, Grün und Schwarz, aber auch Nuancen von Gelb, Rot und Blau. Christus erscheint in Gemälden des spanischen Künstlers gedemütigt, als ein leidendes Wesen, das die gesamte Menschheit repräsentiert.

Zieprig ist sich sicher, dass sich die Werke der beiden Künstler in dieser Ausstellung hervorragend ergänzen werden: "Die Werke des Bildhauers Ernst Barlach und des spanischen Malers Jorge Rando gehen einen verblüffenden Dialog ein, obwohl beide Künstler mehr als sieben Jahrzehnte trennen."

Wegen des großen Aufwandes wird die Ausstellung besonders lange in der Klostergalerie zu sehen sein. Bis zum 14. Januar werden Besucher erwartet, die vielleicht auch mal einen längeren Anfahrtsweg in Kauf nehmen werden, um sich die Schau anzusehen und den Ausstellungsbesuch mit einem verlängerten Wochenende in der Region verbinden. Zieprig rechnet jedenfalls mit einem regen Zulauf von Kunstinteressierten, die vielleicht auch zu einer Belebung der märkischen Kleinstadt außerhalb der Saison beitragen könnten.

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