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Margrit Meier 09.08.2017 07:00 Uhr
Red. Strausberg, strausberg-red@moz.de

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Zwölf Kilometer Zaun

Hoppegarten (MOZ) Am 9./10. September soll auf der Galopprennbahn Hoppegarten die dritte Auflage von Lollapalooza rund 160 000 Menschen anziehen. Die MOZ sprach mit den Verantwortlichen der Festivalleitung über die Planungen und die Bedenken der Anwohner.

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Das Festivalgelände: Vier Eingänge wird es geben und neben den Bühnen auch einen extra Bereich für Kinder.

© Goodlive

Hoppegartener machen sich Sorgen über die vielen Autos, die den Verkehr lahm legen werden. Um die Sicherheit an den Festivaltagen. Über Festivalgäste, die in die Natur urinieren und sich entmüllen. Um ihr Landschafts- und Naturschutzgebiet, das massiv gestört und zerstört wird. Um Lärm, der ihnen den Schlaf rauben wird.

Am 16. August, 19 Uhr, wird es direkt auf der Rennbahn eine Anwohnerversammlung geben, auf der alle Fragen beantwortet werden, garantiert Festivalleiterin Fruzsina Szép. Sie versteht die Sorgen. Sie hat Antworten. Mit ihrem Team, zu dem Alexandra von Samson, die im engen Kontakt mit allen zwölf Behörden Abstimmungen trifft ebenso gehört wie Bodo Schwieger, der das Verkehrskonzept entwickelt hat.

Warum wurden die Anwohner nicht schon vor Wochen informiert, wie ein Aktionsbündnis kritisiert, erklärt Pressesprecher Tommy Nick.

Wir arbeiten rund ein Jahr an den Vorbereitungen für dieses Festival, das sich nach und nach in Phasen aufbaut, die einander bedingen. Ist das Festivalgelände klar und die Standorte für die Bühnen, geht es um die Besucherströme, die Verkehrsanbindung, die Akustikabstimmungen, es müssen landschaftsschützerische Aspekte bedacht werden. Wir sind dagegen, häppchenweise zu informieren. Deshalb haben wir den späten Termin der Versammlung gewählt.

Warum ist Lollapalooza, das zum dritten Mal stattfindet, nicht in Tempelhof bzw. im Treptower Park geblieben?

In Tempelhof fand Lollapalooza (45 000 Besucher) auf dem Vorfeld statt, also vor den Gebäuden. 2016 wurden die Häuser für Flüchtlinge genutzt. Das Festival schloss sich damit aus. Heute wäre das Areal zu klein. Das Tempelhofer Feld wäre zwar groß genug, darf aber weder bebaut noch für Großveranstaltungen genutzt werden. Beim Treptower Park im Vorjahr sei von vornherein klar gewesen, dass es dort nur einmal stattfinden soll und wird.

Wie will die Festivalleitung das Landschafts- und Naturschutzgebiet schützen?

Um die schützenswerten Landschaften wird ein Zaun gezogen. Auch dort entlang, wo die Besucher geführt werden. Insgesamt werden rund zwölf Kilometer Zäune aufgestellt. Die Wege zum Beispiel vom Parkplatz südlich der B 1, wo bis zu 8000 Fahrzeuge parken sollen, werden beleuchtet. Berittene Polizei wird vor Ort sein und die Schutzgebiete zudem kontrollieren.

Wie wird eine Vermüllung verhindert?

Zum Beispiel mit Hilfe von 600 Mülltonnen zwischen 240 und 1100 Litern sowie vier Müllpressen vor Ort. Zudem wird Holzbesteck genutzt. Auf den Hartplaste-Bechern liegt Pfand, so dass jeder ein eigenes Interesse hat, sie zurückzubringen. Zudem werden Müllsammler unterwegs sein.

Wie sollen die Besucherströme gelenkt werden?

Vom Parkplatz kommend, indem sie über eine Metallbrücke, die eigens aufgestellt wird, über die B 1 geführt werden. Von dort aus gibt es einen abgesperrten Zugang zur Rennbahn. Die Brücke wird sich zwischen Pflanzen-Kölle und ehemaligem Staatszirkus-Gelände befinden. Und nach dem Festival wieder abgebaut.

Wie werden Geläuf und sensible Rasenstellen geschützt?

Durch Alu-Paneele für den Schwerlastverkehr. Für den Schutz des Geläufs - es gibt vier Übergänge über die Sandbahn zum 24 Hektar großen Innenoval - wurden Bodenschutzsysteme getestet. Verbaut wird Supatrac.

Wie werden die denkmalgeschützten Tribünen geschützt?

Es werden nur die Haupttribühne für VIP- und Platingäste genutzt sowie die daneben befindliche Bühne für Besucher und das Pressebüro. Alle anderen Tribünen werden abgesperrt.

Wie sollen die Menschen zum Festivalgelände kommen?

Am besten mit S-Bahnen - sie fahren im Zehn-Minuten-Takt -, mit der U-Bahn (da gibt es noch Verhandlungen über einen erhöhten Takt, zudem fahren Shuttle-Busse von der Station Elsterwerdaer Platz zum Festivalgelände), mit Fahrrad und zu Fuß. Wer mit dem Auto kommt, muss im Internet ein extra Ticket kaufen. Wer ohne extra Parkschein kommt, hat Pech und muss abfahren.

Weitere Fragen werden in den kommenden Tagen beantwortet.

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