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Rund um die Welt gefunkt

Alexandra Gebhardt / 10.08.2017, 15:22 Uhr
Brandenburg (MZV) (age) Kommunikation ist heute mehr denn je fester Bestandteil des Alltags - verläuft jedoch vornehmlich über moderne Medien und Smartphones. Eine von vielen vergessene, aber für die moderne Verständigung grundlegende Art des Informationsaustauschs, ist das Funken.

"Viele glauben, die Funkerei ist ein längst ausgestorbenes Hobby, dem nur noch wenige frönen. Dabei ist es alles andere als das. Es ist experimentell, Wissenschaft und Astronomie zugleich", erklärt Lutz Bär vom hiesigen Ortsverband des Deutschen Amateur Radio Club (DARC). Insbesondere der Fakt, dass ein Stückchen Draht und das richtige Know-How genügen, um mit Menschen auf der ganzen Welt - und darüber hinaus - zu kommunizieren, fasziniert den ambitionierten Amateurfunker. Stolz zeigt er ein Buch voller sogenannter QSL-Karten. "Wenn alle Bedingungen stimmen und eine seltene oder weit entlegene Station erreicht werden konnte, wird diese mit der Karte von beiden Stationen gegenseitig bestätigt. Es ist also eine Art Trophäe, aber auch für das Erwerben von Erfolgsdiplomen notwendig", so Bär weiter. Ein besonderes Erfolgserlebnis auf das der Ortsverband zurückblickt, ist das erfolgreiche Anfunken der Internationalen Raumstation ISS. "Das war schon etwas ganz besonderes. Aber es ist immer toll, wenn mit der nach dem Gesetz der Physik erbauten und aktivierten Antenne auf der Kurzwelle mit Neuseeland, Südafrika, Amerika aber auch innerhalb von Europa eine Verbindung aufgebaut werden konnte. Auch bei Katastrophen unterstützen nicht selten Funkamateure so Operationen, um die Kommunikation während totaler Blackouts aufrecht zu erhalten", freut sich Rene Theis, der ebenfalls im Ortsverband aktiv ist. Dreimal konnte sich der Verband mit solchen Ergebnissen schon den 1. Platz im Land Brandenburg bei Wettbewerben sichern.

"Hat man erst einmal die Idee, sich diesem Hobby anzunähern, lässt es einen nicht mehr los", sind sich die Amateurfunker einig. Um selbst Antennen bauen und nutzen zu dürfen, ist jedoch eine Prüfung in den Teilbereichen Technik, Betriebstechnik und rechtliche Vorschriften bei der Bundesnetzagentur abzulegen. Ein Mindestalter gibt es nicht. Neue Mitglieder bzw. Interessierte begleitet der Ortsverband Brandenburg des DARC dabei gerne. "Wir begleiten den Amateurfunkanwärter bis zur Prüfung. Unser Verband verfügt über ein eigenes Ausbildungsrufzeichen mit dem man ausbildungsbegleitend Praxiserfahrungen sammeln kann", so Theis. 22 Mitglieder zählt der Ortsverband Brandenburg aktuell, rund 68.000 sind im DARC insgesamt registriert. Ist die Prüfung dann erst einmal abgelegt, erhält der Amateurfunker ein zugeteiltes einzigartiges Rufzeichen, das nicht verwechselt werden kann. Wer nur einmal auf den Frequenzen lauschen möchte, kann hingegen auch ein einfaches Hörrufzeichen beantragen, wofür keine große Prüfung erforderlich ist.

"Wir begrüßen alle Interessierten jederzeit recht herzlich in unserem Ortsverband", so die Mitglieder. Allerdings fehlt es hierfür momentan an den passenden Räumlichkeiten, um einen öffentlichen Anlaufpunkt zu bieten. Dabei ist der Verband gerne bereit, sich Räumlichkeiten mit einem anderen Verein o.ä. zu teilen. Benötigt würden etwa 20-30 qm mit der Bedingung, Antennen aufbauen zu können und jederzeit Zugang zur Örtlichkeit zu haben. Auch der Mietzins sollte für den kleinen Verband nicht allzu hoch ausfallen. Das gemeinsame Fachsimpeln, Bauen neuer Technik und Funken ist für die Amateurfunker dann nicht nur bei ihren zahlreichen Outdooraktivitäten möglich.

Bei wem nun die Begeisterung geweckt wurde oder wer dem Verband bezüglich einer Örtlichkeit helfen kann, ist bei den Amateurfunkern jederzeit willkommen. Kontakt:Tino Grenz, dm3ms@darc.de.

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