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Mit deutschsprachigen Texten endet Sonnabend der 14. Altenhofer Liedersommer

Musik, Charme und Witz

Der dritte musikalische Beitrag am Sonnabend kam von der thüringischen Formation "Fuchstal-Chaoten", die sich vollends den kritischen Songs Gerhard Gundermanns verschrieben haben. Zuhörer wurden spätestens da zu Tänzern.
Der dritte musikalische Beitrag am Sonnabend kam von der thüringischen Formation "Fuchstal-Chaoten", die sich vollends den kritischen Songs Gerhard Gundermanns verschrieben haben. Zuhörer wurden spätestens da zu Tänzern. © Foto: MOZ/Thomas Burckhardt
Julia Lehmann / 21.08.2017, 07:50 Uhr - Aktualisiert 21.08.2017, 21:53
Schorfheide (MOZ) Auf die Freilichtbühne musste beim 14. Altenhofer Liedersommer verzichtet werden. Dafür kamen Musiker und Gäste sicher im Bootshaus an der EJB unter. Sonnabend wurde zu Masha Potempa sowie "Unbekannt Verzogen" und den "Fuchstal-Chaoten" in die Nacht getanzt.

Mit ihrer Geburt 1989 habe sie die Mauer regelrecht pulverisiert, sagt Ahne. Er meint die 28-jährige Liedermacherin Masha Potempa und hat damit die Lacher auf seiner Seite. Es ist gar nicht klar, wem das Publikum lieber zuhören möchte. Dem Moderator des Abends Ahne alias Schriftsteller und Lesebühnenautor Arne Seidel, der durch seine "Zwiegespräche mit Gott", die lange bei Radioeins zu hören waren, regelrecht Kultstatus hat - seine selbst geschriebenen Texte trägt er stets in feinstem Berliner Dialekt vor, den er übrigens auch außerhalb der Bühne pflegt - oder der zarten Erscheinung Masha Potempa und ihren klugen, gitarrenbegleiteten Liedern.

Drei Altenhof-Neulinge holte sich der 14.Altenhofer Liedersommer am Sonnabend auf seine Bühne. Masha Potempa, Die Fuchstal-Chaoten und Unbekannt verzogen spielten im Bootshaus an der EJB bis kurz vor Mitternacht. Etwa 150 Gäste hatten an der neuen Spielstätte trotz kühler Temperaturen ihren Spaß.
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14.Altenhofer Liedersommer

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Das Programm des 14. Altenhofer Liedersommers, der am Sonnabend mit drei deutschsprachigen Beiträgen im Bootshaus an der EJB endete, nahm dem Publikum die Entscheidung ab. Veranstalter Günter Landmann war sich nicht sicher, ob er das Bootshaus überhaupt voll bekommen würde. "Ich war sehr aufgeregt", sagt der Bootsverleiher. Er hatte die Konzerte am Freitag und Sonnabend kurzfristig von der Freilichtbühne am Bootshaus "Am Breten" an die EJB verlegt - des Wetters wegen. Das blieb am Sonnabend aber freundlich, wenn auch kühl.

Die am Niederrhein aufgewachsene Masha Potempa hatte Stücke aus ihrem aktuellen Album "Rauchschwalben am Horizont (Heimweh, Fernweh und all die bunten Zwischentöne)" mitgebracht. Allein der Albumtitel lassen auf ihre feine Art des Textens schließen: bildhaft, detailreich, einfühlsam. So singt sie von der Prise Salz, die manchmal fehlt (in Brot und Suppe genauso wie im Leben), und von ihren WG-Erfahrungen in ihrer Wahlheimat Berlin. Die Geschichten in ihren Liedern beruhen meist auf wahren Begebenheiten, wie sie erzählt. "Manchmal ist es ein einzelner Satz, der zu einer Liedidee führt", sagt sie. Mit Witz und ihrem zurückhaltenden Charme kriegt sie das Publikum.

Abgelöst wird Masha von der Berliner Deutsch-Pop-Rock-Band "Unbekannt Verzogen". "Ihre Stimme soll Steine erweichen können", kündigt Ahne Frontfrau Patricia Heidrich an. Für einen Hingucker sorgt sie in jedem Fall. An ihren Stiefeln hat sie grüne, rote und gelbe Schnürsenkel befestigt. Zusammen mit den kurzen, roten Haare ist Patricia Heidrich eine taffe Erscheinung mit einer lieblich-starken Stimme. Zur Besetzung gehören auch Hannes Funke (Gitarre), Gerald Zaczyk (Schlagzeug) und Karsten Schützler (Bass). Die Band präsentiert unter anderem den Song, der der neuen Platte, die im September erscheinen wird, den Namen gegeben hat: "Probeleben". Mit eingeschworenen Fans im Schlepptau füllen "Unbekannt Verzogen" erstmalig am Abend die Tanzfläche.

Das ändert sich nicht, als die "Fuchstal-Chaoten" aus dem thüringischen Endschütz auftreten. Die "Mehrgenerationenband" widmet sich durchweg dem Liedermacher Gerhard Gundermann, von dem auch das diesjährige Motto stammt: "Ist hier verdammt noch mal kein anderes Pferd im Stall?" ist eine Textzeile aus seinem Song "Morgen, Morgen". Drei Tage Liedersommer, angefangen mit einem Galeriegespräch am Donnerstag, enden in ausgelassener Tanzlaune.

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