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Etwa zehn Springer beim "Big Jump" in den Finowkanal, darunter Grünen-Bundestagsabgeordnete

Kleiner Sprung statt große Welle

Zum "Big Jump" in den Finowkanal fanden sich immerhin etwa zehn Freiwillige.
Zum "Big Jump" in den Finowkanal fanden sich immerhin etwa zehn Freiwillige. © Foto: MOZ/Thomas Burckhardt
Julia Lehmann / 21.08.2017, 07:55 Uhr
Eberswalde (MOZ) Der siebte Flussbadetag: Noch tropfend steht Annalena Baerbock am Sonntagnachmittag am Ufer des Finowkanals auf Höhe der Messingwerksiedlung. Im silber-grauen Badeanzug ist die Bundestagsabgeordnete von Bündnis 90/Die Grünen in den Kanal gesprungen. Der Sonnenschein trügt. Das Wasser sei doch ziemlich kalt, sagt die 36-Jährige.

Der Kreisverband von Bündnis90/Die Grünen hatte zum "Big Jump" aufgerufen. Dieser gemeinsame Sprung in den Finowkanal knüpft an den europaweiten Aktionstag an. In diesem Zusammenhang wird seit 2005 alljährlich mit einem Flussbadetag für saubere Flüsse geworben und für die Umsetzung der Europäischen Wasserrahmenrichtlinien gekämpft. Dieses Ziel verfolgt man auch für den Finowkanal, auch wenn es sich streng genommen nicht mehr um einen Fluss handelt.

Zum eigentlichen Sprung fanden sich nur zwei Hände voll Mutige. Kinder bis hin zu Vertretern älterer Generation waren dabei. "Diesmal sind weit mehr Leute da. Allerdings sind weniger reingesprungen", schätzt Andreas Fennert, ehemaliger Stadtverordneter der Grünen.

Karen Oehler, Fraktionsvorsitzende der Eberswalder Grünen hatte vorab "Für einen lebendigen Finowkanal" als diesjähriges Motto bekannt gegeben. Demnach hatten sich auch Unterstützer des Vereins "Unser Finowkanal" und die Kommunale Arbeitsgemeinschaft Finowkanal (KAG) mit Informationsständen an der Aktion beteiligt und sich noch einmal für die Belebung der Wasserstraße durch Tourismus ausgesprochen. Dazu gehöre auch die Verbesserung der Wasserqualität. Gerade auf Höhe der Messingwerke und der Papierfabrik, die jahrelang Abwasser in den Kanal leiteten, ist der Kanalgrund noch immer stark mit Schwermetallen belastet. Den Kanal durch Schiffsverkehr zu nutzen und sauberes Wasser seien dabei kein Widerspruch, findet Hartmut Ginnow-Merkert vom Verein "Unser Finowkanal". Der Verein wolle sich auf Solarenergie betriebene Boote konzentrieren. Und: "Ohne Tourismus keine Gelder, überhaupt etwas für die Wasserqualität zu tun", erläutert Ginnow-Merkert den Zusammenhang.

Annalena Baerbock ist gerade auf Flusstour in Brandenburg unterwegs und machte deshalb Stopp in Finow. Sie setze sich für die Ziele der Initiative zur Kanal-Belebung ein. Es sei eine "tolle Chance für die Stadt". Sie teile genauso die Ansicht, dass der Bund bei der Entsorgung der Altlasten unterstützen müsse.

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