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Menzer Angler im Glück

Still ruht der Kahn: Bis zu 80 Boote dürfen den Roofensee befahren. Wobei die Angler genau hingucken wollen, wer sich im Naturschutzgebiet wie verhält - auch beim Angeln.
Still ruht der Kahn: Bis zu 80 Boote dürfen den Roofensee befahren. Wobei die Angler genau hingucken wollen, wer sich im Naturschutzgebiet wie verhält - auch beim Angeln. © Foto: MZV
Thomas Pilz / 29.08.2017, 21:20 Uhr
Menz (GZ) Blauer Himmel und Sonnenschein - vor allem Urlauber sehnen sich danach, zum Beispiel am Roofensee in Menz.

Jene, die dort gerne angeln, finden nicht nur gute meteorologische Bedingungen vor. Derzeit zumindest, wenn es dämmert. Sie können sich seit wenigen Wochen darüber freuen, auf dem idyllischen Gewässer die Angel überhaupt wieder auswerfen zu können. Das war in den Wochen und Monaten zuvor nämlich nicht möglich.

Ende Juli hatte das Land dem Amt Gransee und der Gemeinde Stechlin mitgeteilt, das Gewässer neu verpachtet zu haben. Der Landesanglerverband (LAV) hat den Roofensee, der im Naturpark liegt und ein Naturschutzgebiet (NSG) darstellt, nun unter seinen Fittichen. Dies nachdem der Neuglobsower Fischer Rainer Böttcher die Pacht zum Ende vergangenen Jahres abgegeben hatte.

Die Angler in Menz sind außerordentlich froh über die Entscheidung. Daraus macht der Vorsitzende des Angelvereins "Menzer Heide" in Menz, Bernd Seidel, keinen Hehl. Nun sei es wieder möglich, das Gewässer zu nutzen - "und Urlauber haben auch die Möglichkeit, ihrem Hobby nachzugehen, wenn sie dafür notwendige Angelkarten oder die Fischereiabgabemarken besitzen", erläutert Seidel. Wobei man sich auf eine praktikable Lösung verständigt habe: Die notwendigen Karten und Marken sind nicht gesondert am Roofensee oder in Menz, sondern zentral bei Peter Behnke in seinem Bootsverleih am Stechlinsee erhältlich, erläutert Bernd Seidel.

Dass die Angler in Menz nun auch beim Naturschutz ein stärkeres Auge auf das bunte Treiben am und auf dem See werfen, verstehe sich von selbst. "Aber im Grunde befinden wir uns nun wieder in der Situation, die es in den Vorjahren auch schon gab", betont der Chef es Angelvereins. Es gebe nun einen anderen Pächter, wobei der LAV sicher eine gute Wahl darstelle. "Dass sich der See im Naturpark befindet, war den Anglern schon immer klar, und so verhalten sie sich auch", betont Seidel.

Man nehme nur die Naturschutzverordnung: Sie beschränkt die Höchstanzahl der Boote auf dem Roofensee auf 80 Stück. Mit der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises wurde die Nutzung der Steganlagen vereinbart - wobei die einheimischen Petrijünger des Vereins bei der "Überwachung der naturschutzrechtlichen Festlegungen" helfen.

Immerhin verfügt die Interessengemeinschaft derzeit über rund 45 Mitglieder.

Andererseits sei es nun einmal so, dass sich die Menschen vor mindestens 700 Jahren um den See herum ansiedelten und ihn auch als Nahrungsquelle nutzten. "Die meisten Angler hier sind sich der Verantwortung bewusst, die Natur zu erhalten", weiß Bernd Seidel. Es wäre fatal, ihnen den See vorzuenthalten.

Abgesehen davon profitieren die Kinder und Jugendlichen auch umliegender Dörfer von der jetzt getroffenen Regelung: Ohne zusätzliche Kosten könnten sie ein Angelgewässer in ihrer unmittelbaren Nähe nutzen.

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