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Bei der Elektromobilität fährt Brandenburg bisher hinterher - das soll sich ändern

Die Mark erhält mehr Ladestationen

Brandenburg soll bei der Elektromobilität nicht mehr hinterherhinken.
Brandenburg soll bei der Elektromobilität nicht mehr hinterherhinken. © Foto: Pixabay
Hajo Zenker / 07.09.2017, 21:00 Uhr
Neuhardenberg (MOZ) Über Elektromobilität wird angesichts der Diesel-Krise viel geredet, bei den Autofahrern angekommen ist sie noch nicht - gerade in Brandenburg. Das soll anders werden, auch durch Kooperation mit Berlin.

Die Zahlen sind ernüchternd: Gerade 568 reine Elektro-Autos gab es laut Kraftfahrt-Bundesamt Anfang 2017 in Brandenburg - bei einem Gesamtbestand von fast 1,4 Millionen Autos. Und das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle registrierte von Juli 2016 bis August 2017 nur 275 Anträge aus Brandenburg für die Zahlung der staatlichen Kaufprämie für vollständig elektrisch angetriebene Fahrzeuge.

Gleichzeitig zeigen die Diesel-Debatte sowie stetig steigende Pendlerströme, dass sich Mobilität verändern, umweltfreundlicher werden muss. Die Metropolregion Berlin-Brandenburg - das erste länderübergreifende Regionalmanagement Deutschlands - hatte deshalb am Donnerstag nach Neuhardenberg (Märkisch-Oderland) geladen, um Unternehmer und Behördenvertreter über den Stand der Dinge zu informieren. Und um neue Möglichkeiten aufzuzeigen.

Einig zeigten sich Rainer Schinkel (SPD), Beigeordneter für Wirtschaft des Landkreises Märkisch-Oderland, und Johannes Martin (CDU), Bezirksstadtrat für Wirtschaft in Marzahn-Hellersdorf, dass an den Bahnhöfen am Berliner Rand auf den Park&Ride-Parkplätzen Ladestationen nötig sind. "Wir müssen das Pendeln neu definieren", meinte Schinkel. "Und dabei müssen wir uns eng abstimmen", betonte Martin.

Eine Hilfe sind seit diesem Jahr Fördergelder. Bisher gebe es mit gerade 100 Stationen Nachholbedarf, räumte Holger-Jens Hoffmann aus dem Brandenburger Ministerium für Wirtschaft und Energie ein. Eine von seinem Haus in Auftrag gegebene Studie hat ergeben, dass mindestens 300 zusätzliche öffentliche Normal- und 132 Schnellladepunkte notwendig sind, um Brandenburg flächendeckend zu versorgen.

Deshalb zeigte sich Hoffmann erfreut, dass das Interesse an den Fördermitteln unerwartet groß ist. Unter den 65 bisher vom Bund bewilligten Förderbescheiden stammen vier aus Brandenburg, allein die Stromversorgung Angermünde (Uckermark) kann so nun sieben Normal- und eine Schnellladestation errichten.

Laut Wolfgang Rump, Leiter der Regionalen Planungsgemeinschaft Oderland-Spree, wird mit Kommunen darüber verhandelt, wo entlang der Autobahnen A12 und A10 Schnellladestationen errichten werden können. Diese sind wichtig, um mit den in der Reichweite beschränkten Elektroautos längere Strecken bewältigen zu können. Bis zum Siegeszug der Elektromobilität, so Schinkel, dürfte es noch dauern: "Aber wir wollen uns auf den Weg machen."

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