to_top_picture
Anmelden
Anmelden

Samstag, 23. September 2017
ABO-ButtonePaper-ButtonKONTAKT-Button


Sie haben 8 von 10 Gratis-Artikeln gelesen.
x
Registrieren Sie sich jetzt und lesen Sie im Monat bis zu 20 Artikel kostenlos.
Jetzt kostenlos registrieren
Bereits registriert? Bitte anmelden
Meinung

Alexander Bögelein 12.09.2017 19:04 Uhr

artikel-ansicht/dg/0/

Späte Einsichten und verquere Debatten

Frankfurt/Main (MOZ) Hochnäsig und selbstgefällig präsentierte sich die deutsche Autoindustrie in den vergangenen Jahren. Im Gefühl, technisch überlegen zu sein, maximierte sie ihren Gewinn, belächelte Kritiker, spöttelte über neue Konkurrenz, ignorierte Umweltbedenken, Feinstaub-Diskussion und den Wandel gesellschaftlicher Einstellungen. Volkswagen verstieg sich in seiner Profitgier gar zu Betrug.

artikel-ansicht/dg/0/1/1603849/
 

KOM-Alexander

© Martin Ebert

Das alles rächt sich nun. BMW, Daimler und VW stehen in Sachen Profitabilität zwar weltweit an der Spitze, doch auf ihrem Heimatmarkt sind sie Getriebene. In einer emotional aufgewühlten Diskussion steht die Branche kollektiv am Pranger und unter Generalverdacht, Kunden, Behörden und Politik arglistig getäuscht zu haben. Das stimmt zwar so nicht, doch haben die VW-Betrüger das Image ruiniert - und Vertrauen verspielt. Doch gerade auf das ist die Autoindustrie angewiesen, wenn der tiefgreifende Wandel gelingen soll. Es steht außer Frage: Die mobile Zukunft ist vernetzt, automatisiert und emissionsfrei.

Auf der IAA machen VW und Daimler aus der Not eine Tugend. Von dem Ort, an dem sich die Branche alle zwei Jahre selbst feiert, geht nun das Signal aus: Wir nehmen E-Mobilität ernst und investieren Milliarden. Die Einsicht kommt spät und sie ändert nichts an der verqueren Diskussion hierzulande: E-Autos sind nur so sauber wie der Strom, der sie antreibt. Angesichts eines Kohleanteils von 40 Prozent am deutschen Strommix sind sie alles andere als emissionsfrei. Auch die Feinstaubbelastung wird das E-Auto nicht wesentlich reduzieren: Der Verkehr ist zwar für die Hälfte des Feinstaubs verantwortlich, doch der überwiegende Teil davon wird durch Reifen und Bremsen verursacht.

Die Grünen fordern trotzdem das Ende des Verbrennungsmotors. Das ist ideologisch motivierter Blödsinn. Wer über die Autoindustrie redet, muss global denken. In China, Indien und Afrika wird die Zahl der Verbrennungsmotoren zunehmen. An deren weiterer Optimierung führt kein Weg vorbei. Auch hierzulande macht es Sinn, auf verschiedene Technologien zu setzen.

Nach der Bundestagswahl muss sich die neue Regierung schnell mit der Autoindustrie an einen Tisch setzen und einen Plan aufstellen. Für die Mobilitäts- und Energiewende sind Milliarden an Investitionen notwendig, die aufeinander abgestimmt sein müssen. Scheiterten diese Mega-Projekte, die Folgen für unser Land wären dramatisch.

Artikel empfehlen

Artikel kommentieren

Seite empfehlen

Nachricht an die Redaktion

Druckversion

Lesen Sie auch...

Artikel kommentieren   Lesezeichen setzen   Nachricht an die Redaktion   Druckversion

Regionalnavigator

Landkreiskarte Brandenburg Ostprignitz-Ruppin Potsdam-Mittelmark Brandenburg/Havel
MOZ

Ort, PLZ oder Redaktion