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Berliner Unternehmer investiert 10 Millionen Euro in ein studentisches Wohn-Ensemble im Industriedenkmal

Baustart auf dem Ferdinandshof

Sonja Jenning / 14.09.2017, 20:20 Uhr
Frankfurt (Oder) (MOZ) Am Montag beginnen die Arbeiten zur Sanierung des Ferdinandshofes an der Gubener Straße. Dies teilte Investor Steven Uckermann am Donnerstag bei einer Begehung des Areals mit, das er für 10 Millionen Euro zu einer bunten Mischung aus studentischem Wohnen und Gewerbe umgestalten will.

Ihm sei ein Stein vom Herzen gefallen, sagt Steven Uckermann, als er vor wenigen Tagen von der Untere Denkmalbehörde das Okay für seine Vision vom Ferdinandshof erhielt. Mit der vorläufigen Baugenehmigung in der Hand könne er am Montag mit dem loslegen, was er eigentlich machen wolle: Häuser bauen statt Schreibtischarbeit zu erledigen. Uckermanns Vision ist eine Mischung aus studentischem Wohnen, Gastronomie und Wohnungen für den freien Markt. Mit ihr soll das Gebäudeensemble, dessen Ursprünge in die zweite Hälfte des 18. Jahrhunderts reichen und das nach einer wechselhaften Geschichte - Wohnhäuser, Brauerei, Bettfederfabrik, Schnapsabfüllbetrieb - seit Jahrzehnten leerstand und dem Verfall preisgegeben war, zu neuem Leben erwachen.

Acht Monate feilschte der Geschäftsführer der Berliner Energiewohnen GmbH, der nach eigenen Angaben seit dem Jahr 2000 in Berlin und Potsdam in Immobilien und Projektentwickler investiert, mit den Frankfurter Denkmalschützern um Details. Am Ende stand ein Kompromiss zwischen dem Investor, der möglichst viel Wohnraum nutzen und der Behörde, die möglichst viele historische Details erhalten will. So werde die äußere Fassade der Wohnhäuser an der Gubener Straße ohne Wärmedämmung saniert, so dass beispielsweise die Stuckelemente erhalten bleiben. Die Gebäude im hinteren Bereich des historischen Hofes werden zwar gedämmt, darüber werden die Gesimse neu gezogen und die Aufschriften nach alten Fotos und mithilfe eines restauratorischen Gutachtens rekonstruiert.

In diesen Gebäuden und einem fünfgeschossigen Neubau an der Ferdinandstraße werden insgesamt 129 Wohnplätze für Studenten in Einzel-, Zweier- und Dreier-Wohngemeinschaften entstehen. In den Häusern an der Gubener Straße werden zwölf Wohnungen zur Vermietung auf dem freien Markt ausgebaut. Damit alle Häuser barrierefrei erreichbar sind, werden Aufzüge und Treppen größtenteils in einem separaten Außentrakt zur Hofseite untergebracht. Das ehemalige Heizhaus mit seinem imposanten Schornstein ist eine gastronomische Einrichtung geplant, der auch der Gewölbekeller mit den Granitsäulen als Veranstaltungsort angehört. Hinzu kommen 450 Quadratmeter Gemeinschaftsfläche, die von Studenten mit eigenen Konzepten belebt werden sollen. Ebenfalls zum Areal gehören rund 100 Parkplätze zur freien Vermietung.

Baustart ist am Montag mit dem Abriss der alten Garagen und halb verfallenen Nebengebäude. Fertigstellungstermin ist Mitte 2020. Etwa zehn Millionen Euro will Uckermann investieren. Neben Eigenkapital und Darlehen gehören dazu 2 Millionen Euro Förderung vom Bundesbauministerium für studentisches Wohnen sowie 400000 Euro Fördermittel der Stadt Frankfurt für die Wohnungen in der Gubener Straße. Der Berliner lobte vor allem die gute Zusammenarbeit mit Oberbürgermeister Martin Wilke und der Stadtverwaltung.

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