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17.09.2017 15:41 Uhr - Aktualisiert 17.09.2017 15:36 Uhr

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Schlimme Gentner-Diagnose schockt Stuttgart

Stuttgart (dpa) Das ganze Ausmaß der schweren Kopfverletzungen von Christian Gentner verdeutlichte spätestens die niederschmetternde Diagnose in einem Stuttgarter Krankenhaus.

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Christian Gentner verletzte sich nach einem Zusammenprall mit Wolfsburgs Torhüter Koen Casteels schwer.

© Marijan Murat/dpa

Eine schwere Gehirnerschütterung sowie Frakturen des Augenhöhlenbodens, der Nase und des Oberkiefers erfordern beim Kapitän des VfB Stuttgart eine baldige Operation und eine mehrwöchige Pause. Die wichtigste Nachricht aber ist, dass der 32-Jährige trotz der schockierenden Untersuchungsergebnisse wieder vollständig gesund wird. «Wir hatten riesige Angst, dass das bleibende Schäden hinterlässt», sagte VfB-Trainer Hannes Wolf. «Die Minuten danach waren dramatisch.»

Wolf selbst war nach Gentners Zusammenprall mit Wolfsburgs Torhüter Koen Casteels auf den Platz geeilt, um nach seinem Kapitän zu sehen. Der zunächst ohnmächtige Gentner hatte riesiges Glück, dass Stuttgarts Mannschaftsarzt Raymond Best blitzschnell handelte und ihm die Zunge aus dem Hals holte. Anschließend wurde er sofort in die Klinik gebracht. «Wir stehen hinter Dir, Gente», twitterte der VfB. Darunter postete der Aufsteiger ein gemeinsames Foto von Mannschaft und Trainerteam mit einem Trikot von Gentner.

Wenigstens einige Wochen dürfte Gentner den Schwaben nicht zur Verfügung stehen, wahrscheinlich ist sogar die Hinrunde gelaufen. «Christian bekommt alle Zeit von uns, um vollständig fit zu werden», sagte VfB-Sportvorstand Michael Reschke nach dem 1:0-Erfolg gegen die Niedersachsen. Zumindest die Nacht von Samstag auf Sonntag hat der Ex-Nationalspieler den Umständen entsprechend überstanden. Wie lange er nun in der Klinik bleiben muss, ob er ansprechbar ist und wann die OP geplant ist, konnte ein Vereinssprecher allerdings nicht sagen. Das würden die kommenden Tage zeigen.

Schiedsrichter Guido Winkmann gab dagegen im Anschluss zumindest öffentlich keinen Kommentar ab. Dass der Unparteiische den mit Gelb vorbelasteten Casteels nach der Szene nicht vom Platz schickte, sorgte vor allem beim früheren Weltschiedsrichter Markus Merk für große Aufregung. Der belgische Keeper habe «das Knie als Waffe benutzt. Das ist mindestens Gelb-Rot für ihn und ein Elfmeter. Die Frage ist auch, warum der Videoschiedsrichter nicht aus Köln eingegriffen hat», sagte Merk bei Sky.

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) reagiert nur wenig später. Nach Angaben von DFB-Schiedsrichter-Manager Hellmut Krug habe Winkmann die Szene «im Spiel direkt als unglücklichen Zusammenprall bewertet». Anschließend habe er auch Kontakt zu Videoassistent Deniz Aytekin aufgenommen - der habe diese Einschätzung dann bestätigt. Winkmann habe die Szene nicht als Foul gewertet, «da der Wolfsburger Torhüter ausschließlich den Ball im Blick hat, klar wegfaustet und Christian Gentner nicht kommen sieht», erklärte Krug. «Regeltechnisch ist die Entscheidung zwar grenzwertig aber vertretbar.»

Stuttgarts Manager Reschke war die ganze Diskussion im Anschluss sowieso egal. «Die Schiedsrichter haben so einen schweren Job, das interessiert mich gar nicht. Mich interessiert nur, dass unser Kapitän hoffentlich schnell wieder gesund wird.» Am allerwenigsten wichtig erschien ihm in diesen Momenten die Tatsache, dass der VfB dank des Treffers von Chadrac Akolo (42. Minute) seine beeindruckende Heimserie gegen schwache Wolfsburger ausgebaut hat.

2017 sind die Schwaben in der Mercedes-Benz Arena nach wie vor ungeschlagen, durch den zweiten Sieg im zweiten Heimspiel rückte Wolfs Team ins Mittelfeld der Tabelle vor. Das lag zum einen an der kämpferisch starken VfB-Leistung - zum anderen am extrem harmlosen VfL Wolfsburg. «Leider haben wir heute nicht nur schlechtes Wetter, sondern auch ein ganz, ganz schlechtes Spiel des VfL gesehen», sagte Wolfsburgs Manager Olaf Rebbe. Das änderte sich auch nach Gentners Verletzung nicht, obwohl Stuttgart sein Wechselkontingent da schon erschöpft hatte. Über zehn Minuten in Überzahl wussten die Gäste aber ebenfalls nicht auszunutzen.

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