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17.09.2017 10:09 Uhr - Aktualisiert 17.09.2017 10:21 Uhr

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Nicht nur Bundestagswahl: Viele Rathäuser werden neu besetzt

Potsdam (dpa) Brandenburg hängt voller Wahlplakate für die Bundestagswahl. Für dutzende Städte und Gemeinden geht es am 24. September außerdem noch um eine andere Wahl.

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Nicht nur die Bundestagswahl steht am 24. September an: Auch viele Rathäuser - wie in Bad Freienwalde - sind in Brandenburg mit einem Oberhaupt zu besetzen.

© dpa

Merkel, Schulz & Co. - alles dreht sich zurzeit um die Bundestagswahl am 24. September. In vielen Kommunen in Brandenburg können die Bürger am selben Tag aber auch noch über etwas anderes abstimmen. Mehr als 30 Bürgermeisterwahlen stehen in Städten und Gemeinden an. Eine Auswahl:

NAUEN: Die Stadt im Havelland kann viel Gutes vorweisen: Sie ist im Wachstum, die Arbeitslosenquote liegt nach Stadtangaben unter fünf Prozent. Die Nähe zu Berlin wirkt sich positiv aus, weil viele Hauptstädter hier ihren Wohnort wählen. Aber das bedeutet für die Stadt eben auch dies: Investitionen werden notwendig. Bürgermeister Detlef Fleischmann (SPD) nennt zum Beispiel den notwendigen Ausbau von Kitas und Schulen.

Bedrückend war für die Stadt, dass es vor Jahren einen Brandanschlag auf eine Sporthalle, die als Notunterkunft für Flüchtlinge vorgesehen war, gegeben hatte. Die Täter wurden zu jahrelangen Haftstrafen verurteilt.

Bei der jetzigen Bürgermeisterwahl tritt der amtierende Rathauschef Fleischmann nicht mehr an. Nach zwei Amtsperioden hatte er für sich dafür entschieden, nicht mehr zu kandidieren. Rund 15 000 Einwohner sind laut Wahlleitung wahlberechtigt. Sie können sich unter drei Kandidaten von SPD, CDU und einer Wählergemeinschaft entscheiden.

ORANIENBURG: Bomben über Bomben. Immer wieder werden in Oranienburg (Oberhavel) Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg entdeckt. Knapp 300 Bomben werden nach Stadtangaben noch unter der Erde vermutet. Die Kampfmittelbeseitigung gilt als eine der großen Aufgaben für die nächsten Jahre. Daneben steht auch der Ausbau der sozialen Infrastruktur auf der To-Do-Liste. Denn die Einwohnerzahlen steigen - auch wegen der guten Verkehrsanbindung an Berlin.

Acht Kandidaten gibt es bei der Bürgermeisterwahl. Der amtierende Rathauschef Hans-Joachim Laesicke (SPD) war mehr als 20 Jahre im Amt, tritt jetzt aber nicht mehr an. Dafür aber sein Sohn Alexander Laesicke (parteilos). In Oranienburg leben rund 45 000 Menschen.

BAD FREIENWALDE: Negativ-Schlagzeilen machte die Stadt im Landkreis Märkisch-Oderland mit einem Thema, das eigentlich ihre Schokoladenseite sein sollte: Der Status als Moorheilbad. In einem zähen Streit ging es um den Erhalt oder Abriss einer Bundesstraße. Einem Fachgremium für Kurorte zufolge passt sie nicht in das Bild eines Kurortes. Die Stadt stand kurz davor, den Heilbadstatus zu verlieren. Der Streit hatte so weit geführt, dass sogar Bürgermeister Ralf Lehmann (parteilos) um sein Amt bangen musste - eine Bürgerinitiative scheiterte aber mit einem Bürgerentscheid zu dessen Abwahl.

Lehmann tritt bei der Bürgermeisterwahl wieder an, es gibt drei Gegenkandidaten. Darunter ist auch die SPD-Landtagsabgeordnete Jutta Lieske. Mehr als 10 000 Bürger sind wahlberechtigt.

KÖNIGS WUSTERHAUSEN: Die Stadt liegt im Speckgürtel um Berlin (Dahme-Spreewald) und davon profitiert sie. Es gibt aus der Hauptstadt Zuzüge, Wohngebiete werden ausgebaut, die Einwohnerzahlen steigen seit Jahren, wie es von der Stadtverwaltung heißt. Dennoch ist das Ganze kein Selbstläufer. Einen Dämpfer gab es in diesem Jahr für den Hafen in Königs Wusterhausen durch den Wegfall von wichtigen Braunkohleumschlag-Aufträgen.

Bei der Bürgermeisterwahl treten sechs Kandidaten an. Rund 30 000 Einwohner sind laut Wahlleitung wahlberechtigt. Der noch amtierende Bürgermeister Lutz Franzke (SPD) stellt sich aber nicht mehr zur Wahl. Er hatte sich auf einer SPD-Mitgliederversammlung nicht gegen den Vorsitzenden der Stadtverordnetenversammlung Heinz-Georg Hanke (SPD) durchsetzen können, der dann als Kandidat für die Partei ins Rennen ging.

EISENHÜTTENSTADT: Die Kleinstadt in Ostbrandenburg wird häufig mit dem Thema Asyl in Verbindung gebracht. Dort liegt die zentrale Erstaufnahmeeinrichtung des Landes. Daneben ist schon seit Jahren die Sanierung des Kernbereichs der denkmalgeschützten Architektur ein Thema, das die Kommune auch die nächsten Jahre beschäftigen wird. Eisenhüttenstadt mit knapp 28 000 Einwohnern war zu DDR-Zeiten als bauliche Vorzeigestadt auf dem Reißbrett entstanden. Bei der Bürgermeisterwahl treten drei Kandidaten an, darunter ist auch die amtierende Bürgermeisterin Dagmar Püschel (Linke).

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